Als die Synagogen brannten

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Die Novemberpogrome jähren sich morgen zum 80. Mal. Wie in Sachsen Juden in jenen Herbsttagen 1938 verfolgt wurden, schildert ein Buch des Dresdner Historikers Daniel Ristau. Es gab damals nicht nur Täter und Opfer, sondern auch jede Menge Zuschauer.

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1414 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    gelöschter Nutzer
    09.11.2018

    @ cn3boj00: "Letztlich stecken immer die Machthaber dahinter..."
    Die Machthaber sind das System! Und es liegt am System, dass Menschen unzufrieden sind, weil sie ausgebeutet werden. Es liegt doch auf der Hand, dass nur die Ungerechtigkeit, soweit man sie denn auch erkennt, zu Unzufriedenheit und damit oft zu Hass auf Andere, führt. Dass dies von gewissen Leuten instrumentalisiert wird, da gebe ich ihnen Recht. Diese gesamte Migrationskriese kommt jedoch nicht nur der AfD zu Passe. Die Regierenden können so auch vieles ihrer übrigen Unfähigkeiten bzw. Unzulänglichkeiten gegenüber dem Volk kaschieren. Sicher kann man darüber diskutieren, wie über das Ei und das Huhn. Fest steht jedoch, dass Politik für das Gemeinwohl, also das als Volk oder die Bürger bezeichnete Masse der Gesellschaft, anders aussehen müsste. Ich zähle das jetzt nicht alles auf. Stellvertretend sei nur unsere "Friedenspolitik" genannt. "Wir" Deutschen sind echt menschlich!

  • 3
    0
    Freigeist14
    09.11.2018

    Cn3BOj@ den Massenmord an den Juden kann man sehr wohl an einem System festmachen. Der Rückfall in die Barbarei,die völlige Entrechtung und Beraubung aller Habseligkeiten,die Stigmatisierung mit einem Gelben Stern und die Ghettoisierung war nur in diesem totalitären Terrorregime möglich. Und diese völlige Entrechtung war die Voraussetzung für einen in der Geschichte vorher nicht gekannten Genozid und industriellen Massenmord .

  • 4
    3
    cn3boj00
    08.11.2018

    Die Verfolgung der Juden bis hin zum Massenmord kann man nicht am Gesellschaftssystem festmachen. Diskussionen über arm und reich, um System oder Bürgerverarsche sind da zu kurz gedacht. Die Verfolgung der "Anderen" (was meist mit "Bösen" gleichgesetzt wird) geht durch alle Systeme und Epochen. Letztlich stecken immer die Machthaber dahinter, entweder direkt (römische Christenverfolgung, Kreuzzüge, oder eben arischer Rassenwahn), oder indirekt, indem in Krisenzeiten (im Mittelalter Pest und Cholera, heute eher Wirtschaftskrisen) dem Volk ein Schuldiger angeboten wird, damit sich der Volkszorn entladen kann. Immer steckt die Festigung einer Machtposition dahinter. Und die Verfolgung wird immer psychologisch gesteuert, meist sind sich Arme und Reiche dabei einig, wie heute auch bei Kohlmann, Bachmann, Gauland - die uns ein Feindbild präsentieren - nicht, um uns vom Bösen zu befreien, sondern um die eigene Position zu stärken und an Macht und Einfluss hinzu zu gewinnen.

  • 6
    6
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    Eins ist auf jeden Fall richtig. Unsere kapitalistische Gesellschaft bringt weltweit
    sehr viele Ungerechtigkeiten mit sich. Höchststand Flüchtlingsbewegung nach dem 2. Weltkrieg. Und die Ursachen dieses
    Elends liegt im System, hausgemacht.
    Die Verfechter, der Markt wird alles richten,
    hören das nicht gern. Sie hören auch nicht
    gern, dass der Rassismus hausgemacht
    ist. Und so etwas deshalb wie nach 1933 erneut passieren könnte. Das wir zur Zeit nichts besseres haben als die Verfassung
    Ist mir klar. Wir sollten uns alle an ihr halten. Aber zur Diskussion über den Kapitalismus und seinen Folgen sollten wir kommen. Und ihm Regeln setzen.

  • 11
    0
    Freigeist14
    08.11.2018

    Ich finde die nun stehende Überschrift "Als die Synagogen brannten" treffender . Denn es ist historisch bedenklich da vom "Beginn des Holocaust" zu schreiben. Die Entrechtung und Vertreibung der Jüdischen Mitbürger aus Deutschland war bereit 1933 unverhohlen angekündigt worden. Der Rückfall in die Barbarei war aber 1938 noch nicht so entfesselt,sich einen Mord,eine physische Auslöschung vorzustellen .

  • 11
    2
    Pedaleur
    08.11.2018

    @Blackadder: Ist für Sie eigentlich immer alles in Butter? Inwiefern hat denn das EU- Parlament Bedeutung für die Menschen in den Städten und Gemeinden? Natürlich ist das nicht steuerbar. Wie denn? Kennen Sie die Vertreter unserer Region, die da sitzen und umgedreht? Wenn Europa oder eben die Union weiter eine Einheit sein soll, müssen auch dort Erneuerungsprozesse und Transparenz ist Gang kommen.

    Im Übrigen habe ich massiv Sorge, weil nächstes Jahr die Wahl zum EU- Parlament und die Kommunalwahl zusammenfällt. Es werden nicht wenige Europa eins auswischen wollen und das wird sich wahrscheinlich auch in den kommunalen Wahlergebnissen widerspiegeln. Und das hat dann Auswirkungen vor Ort, wenn der Rechtsruck einen zusätzlichen Impuls bekommt.

    Aber zurück zum Artikel. Vor diesen Hintergründen ist es noch widerlicher, wenn ein Hr. Kohlmann zu einem Kampftag aufruft! Der richtige Zeitpunkt, sich zu distanzieren, um als kritisierender Mensch seine Glaubhaftigkeit nicht zu verlieren!

  • 8
    9
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    @Blackadder: Auch ich habe bisher keine Wahl ausgelassen. Nun habe ich fast drei Jahrzehnte erlebt, was es bedeutet Parteien zu wählen und was dabei rauskommt. Das ist schon im eigenen Land keine wirkliche Volksvertretung mehr (war es auch vor 1990 nicht wirklich) und gleich gar nicht beim europ. Parlament. Eine Möglichkeit dem gegenzusteuern wäre mehr Direkte Demokratie, vor der sich die allermeisten Parteien scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
    Gehen sie ruhig nächstes Jahr wählen und versenken sie ihre Stimme in einer Urne. Denn genau das machen sie dann im übertragenen Sinn.

  • 12
    8
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    @ saxon: EU Recht wird von europäischen Parlament verabschiedet, nicht von anderen EU Staaten. Und dieses EU Parlament dürfen Sie nächstes Jahr am 1.5. mitwählen.

  • 10
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    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    @saxon1965: Sie haben recht, ich bin da tatsächlich anderer Meinung als Sie. Trotzdem gut zu wissen, dass wir in Bezug auf das Thema des Artikel nicht auf verschiedenen Seiten stehen.

  • 5
    9
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    @Distelblüte: Um nicht vollends vom Thema weg zukommen nur paar Stichworte, die ihre Frage beantworten dürften, auch wenn wir wo möglich dazu unterschiedliche Meinungen haben werden:
    Die deutsche Regierung ist verpflichtet im Interesse des eigenen Volkes zu handeln.
    Auch wird die staatliche Souveränität mehr und mehr durch EU-Recht ausgehebelt.
    Wie kann es sein, dass wir durch Wahlen unsere Volksvertreter bestimmen, um die Geschicke des Landes lenken zu lassen, aber genau dieses durch Vertreter anderer Länder ausgehebelt werden kann? Diese Demokratie ist nicht mehr beeinflussbar durch die Bürger dieses Landes. Wir wurden ja auch nie wirklich gefragt.

  • 10
    5
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    @saxon1965: Danke für den ausführlichem Kommentar, auch wenn ich weiterhin der Auffassung bin, dass die voran gegangenen, gescheiterten Diktaturen in Deutschland und Osteuropa explizit auf Kommunismus und Sozialismus basierten. Die menschliche Natur mit ihren schlechten Eigenschaften wie Gier, Neid, Hass,Angst... Pervertierte diese Utopien.
    Zu Ihren letzten Aussagen muss ich fragen: Sie deuten an, dass unsere Regierung sich nicht ans Grundgesetz hält. Woran machen Sie das fest?

  • 7
    5
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    @ Distelblüte: Sie liegen falsch, wenn sie meinen ich will Einheitsmacherei. Natürlich müssen immer überdurchschnittliche Leistungen besonders belohnt werden. Für mich ist es eine Frage der Leistungen! Welche Leistung hat, außer Cleverness und Skrupellosigkeit, zum Beispiel ein Herr Marschmeier mit seinen Cum-Ex-Geschäften erbracht. Oder was rechtfertigt den hundertfachen Unterschied beim Einkommen zwischen einem Arbeiter und dessen Vorstandschef? Und dann sind da noch die Gewinne aus Kriegen, Kriegen die ausschließlich zur Gewinnmaximierung geführt werden!
    Dazu empfehle ich ihnen: https://www.youtube.com/watch?v=egsDqI3Ty84

    Ob der Kommunismus/Sozialismus gescheitert ist, bleibt strittig, weil strittig ist, ob es überhaupt Kommunismus/Sozialismus war. Sie können auch sagen, dass ihnen die Linsensuppe nicht geschmeckt hat, obwohl sie einen Teller Erbsensuppe verdrückt haben. Eine andere Frage ist, ob Kommunismus/Sozialismus überhaupt praktikabel wäre, bei unseren ganzen menschlichen Schwächen.

    Was das Thema direkt betrifft, so gebe ich ihnen bedingt Recht. Nur werden sehr gerne Ursachen und Wirkungen verwechselt bzw. bei Auswirkungen werden gleich gefälschte Ursachen publiziert.

    Und wenn sie das GG anführen, so sollten sich insbesondere die daran halten (natürlich müssen sich alle daran halten) die angeben dieses Gesetz aus Berufsgründen zu befolgen und gegenüber Anderen durchzusetzen haben.
    Wenn eine Regierung gegen dieses Grundgesetz verstößt, was sollte ihrer Meinung nach mit ihr passieren?

  • 11
    5
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    Ich möchte passend zu diesem Artikel auf die Terra-X-Sendung vom Dienstag, den 6. November hinweisen. Er ist in der ZDF-Mediathek sicher noch nachträglich anzusehen.
    @Saxon1965: Sie haben unrecht. Es wird immer Reiche und Arme geben. Eigentum und Vermögen zu besitzen ist per se nichts Schlimmes. Es ist die Frage, wie Menschen damit umgehen.
    Zu glauben, dass der Staat in der Pflicht ist alle gleich zu machen, allen gleich viel zu geben, ist eine falsche Erwartung. Wie Sie sicherlich noch wissen, haben Kommunismus und Sozialismus ja nicht besonders gut funktioniert.
    In Ihrem Kommentar wird außerdem deutlich, dass viele Menschen für ihre eigenen Probleme einen Sündenbock suchen. Vor 80 Jahren sorgte eine staatliche Diktatur dafür, dass sich der Frust und die Unzufriedenheit gegen die Juden richtete. Im Artikel ist das sehr gut ausgeführt. Und hier müssen sich die meisten von uns eingestehen, dass die eigenen Vorfahren entweder aktiv daran beteiligt waren oder schweigend dabeistanden. Das ist eine bittere, schmerzhafte Erkenntnis. Vielleicht gelingt es ja, aus der Geschichte zu lernen und die Fehler der Vergangenheit nicht in neuer Form zu wiederholen.
    Im übrigen: falls Sie nach guten Werten für das gemeinsame Zusammenleben suchen, empfehle ich das Grundgesetz.

  • 12
    6
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    "Dahinter steht auch eine Geschichte der Werte des menschlichen Miteinanders, die gerade heute wieder sehr aktuell sind", so Ristau."
    Für mich greifen die Mahnungen und Verurteilungen unserer heutigen Gesellschaft und Politik zu kurz. Was sind denn die Gründe für den Werteverfall in heutigen Zeiten?
    Das ganze System ist nicht, wie sehr gerne behauptet, auf das Wohl der Menschen (Menschlichkeit) ausgelegt, sondern auf die Mehrung des Reichtums Einzelner. Wenn nun die Bürger erkennen, dass sie vom System und deren Erfüllungsgehilfen, der Politik, für diesen Zweck missbraucht werden, dann werden Sündenböcke gesucht und "Rattenfänger" haben leichtes Spiel.
    Je größer die Unterschiede (Schere zwischen Oben Unten), umso größer die Missgunst und der Neid. Und das ja wohl zu Recht! Denn es geht nicht um Faule und Fleißige, nein es geht um Arbeitskräfte, Verbraucher, Steuer- und Zinszahler.
    Solange Politik für Reiche gemacht wird (Vermögenssteuer, Kapitalertragssteuer, Steuerflucht und Cum-Ex ect.) und die Bürger verarscht werden (Rente und Riester, Mindestlohn, Steuern u. Abgaben ect.), solange wird das Feld bereitet sein für Extremismus und Hass.
    Nur leider richtet sich dieses gegen die Falschen!