Autoschlange quält sich durch enge Gasse

Die aktuelle Großbaustelle in Rochlitz stellt Kraftfahrer und Anwohner auf eine Belastungsprobe. Die Entschärfung eines Nadelöhrs aber ist in Sicht.

Rochlitz.

Bei Dieter Erler liegen zu gewissen Zeiten die Nerven blank. Der Rochlitzer wohnt in der Dresdener Straße. Durch das Spielstraßen-Gässchen mit seinem holprigen Kopfsteinpflaster wälzt sich der Umleitungsverkehr. Wegen des Ausbaus des Teilstücks der B 107 zwischen Muldenbrücke und Leipziger Straße wird im aktuellen dritten Bauabschnitt der Verkehr über dieses Nadelöhr geleitet.

"Wir erleben hautnah, wie gefühlt tausend Autos jeden Tag hier durchrammeln", sagt der Anwohner. Durch die aktuelle Ampelregelung staue sich oftmals der Verkehr. "Früh um fünf machen wir die Fenster zu, abends nach 22 Uhr wieder auf." Die Belastung durch Abgase sei zeitweise enorm. Und abends nach 18 Uhr kämen dann die Raser, die durch das Gässchen brettern, so Dieter Erler. Ihn interessiert, wann mit einer Entlastung zu rechnen ist.

Anja Simon vom Fachbereich Ordnung, Sicherheit und Verkehr der Stadtverwaltung geht davon aus, dass es Ende Juni eine Entspannung geben wird. Mit der Landesstraßenbaubehörde Lasuv, in deren Regie der Ausbau dieses Straßenbereichs erfolgt, und mit dem zuständigen Bauunternehmen sei man in engem Kontakt. "Es ist gut, dass wir eine gemeinsame Regelung finden konnten", meint sie. Denn die Muldenbrücke zu sperren - und wenn es auch nur für einige Tage wäre - würde sehr große Probleme mit sich bringen. Momentan gebe es keine andere Möglichkeit zur Umleitung des Verkehrs. Die Uferstraße sei zu schmal für eine beidseitige Verkehrsführung. Und bei einer Ampelregelung wären die Schaltphasen in solch einem Fall enorm lang, sodass dies nicht zumutbar sei.

OB Frank Dehne (parteilos) zeigt sich trotz aller Probleme, die bei solch einem Bauvorhaben nahezu unvermeidbar seien, dennoch zufrieden, dass der Straßenabschnitt endlich gebaut wird. Denn der Ausbau ist notwendig, damit perspektivisch der Unfallschwerpunkt auf der Bundesstraße 175 zwischen der Noßwitzer Senke und dem Abzweig nach Sörnzig sicherer gemacht werden kann. In der Vergangenheit hatte es auf dem Abschnitt häufig gekracht.

Damit der Verkehr durch Rochlitz nicht gänzlich lahmgelegt wird, verläuft der Ausbau der B 107, der bis Ende Juli geplant ist, in mehreren Abschnitten. Großflächig wird der Verkehr über Bad Lausick, Colditz, Geithain und das Harthaer Kreuz in dieser Zeit umgeleitet. Der erste Bauabschnitt umfasste den Bereich Lindenallee bis Einfahrt Sternstraße, der zweite die Einfahrt Sternstraße bis Schützenstraße. Der aktuell dritte Bauabschnitt reicht von der Schützenstraße bis zum Sophienplatz und der vierte bis fünfte von der Poststraße über die Bahnhofstraße bis zur Bismarckstraße.

"Im zweiten Bauabschnitt sind etwa zwei Wochen Verzug entstanden, weil es Probleme mit der Entwässerung am Telekom-Gebäude gab", so Dehne. Er geht aber davon aus, dass der dritte Bauabschnitt planmäßig verlaufe. Versucht werden soll, das Stück von der Post zur Sparkasse und von der Sparkasse zur Leipziger Straße nochmals zu teilen, um die Zufahrt zum Baumarkt zu gewährleisten. Am 8. Juni etwa soll der vierte Bauabschnitt starten. Angestrebt sei, das Stück von der Post bis zum Baumarkt schnell über die Bühne zu bekommen.


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