Bücher per Post sind nicht überall gefragt

Während etliche Läden wegen des Coronavirus schließen mussten, boten Buchhandlungen Lieferungen und Lesestoff zum Abholen an. Doch die Resonanz auf den Service ist längst nicht überall gleich.

Landkreis.

Im gesamten Landkreis Zwickau waren Buchhandlungen zwischen März und April gezwungen, ihre Läden zu schließen. Viele Händler blieben allerdings weiterhin mit ihren Kunden in Kontakt - Bücher gab es per Post, zur Abholung oder sogar als persönliche Lieferung nach Hause. So auch bei Richard Hoffmann, der die Concordia Buchhandlung in Zwickau leitet. Er hat mit dem Angebot gute Erfahrungen gemacht. "Einige Kunden haben den Buchladen in der Innenstadt für sich entdeckt und bei mir gekauft und eben nicht beim Onlinehandel", freut sich der Chef.

Er hat die Bestellungen seiner Kunden vor allem übers Telefon erhalten. "Bei mir waren besonders Sachbücher und Romane bei den Kunden bliebt. Aber auch etliche Kinderbücher wurden geordert, ebenso wie Rätselhefte und Malbücher", erzählt Hoffmann. Insgesamt sind bei ihm während der Zeit der Schließung etwas mehr als 1000 Bücher verkauft worden. Eine Ausgleich zum Umsatzverlust sei das allerdings nicht gewesen.

Ebenso sieht es bei Silvia Hengmith aus, die in Meerane einen Buchhandel betreibt. "Ich bin sehr zufrieden, wie meine Kunden das Lieferangebot angenommen haben. Ich habe sogar einige neue dazu gewonnen", so Hengmith. Besonders Bücher zur Unterhaltung seien gekauft worden. "Viele Kunden haben nach Romanen und Kindergeschichten gefragt." Spiele und Beschäftigungsbücher für die Kleinen hingegen seien nicht so gefragt gewesen, erzählt sie. Sie hat ihre Waren rund um Meerane persönlich zu ihren Kunden gebracht, nachdem sie per Mail, Telefon oder Whatsapp-Nachricht bestellt wurden. Einen Webshop der Buchhandlung gab es bereits vor der Coronapandemie. "Der Onlineshop ist an einen Großhandel angebunden, einen eigenen kann ich nicht betreiben. Das ist für einen kleinen Laden einfach zu viel", so Silvia Hengmith.

In der Glauchauer Buchhandlung von Katrin Otto hingegen kam das Angebot bei den Kunden weniger gut an. "Ich hatte kaum Bestellungen, weniger als zehn schätze ich", so die Chefin. Bei ihr waren ebenfalls Romane beliebt, besonders Liebesgeschichten und Krimis wurden bestellt. Dass Kinderbücher kaum gefragt waren, wundert die Chefin. "Wahrscheinlich haben die Leute weiterhin vor allem im Internet bestellt. Vielleicht hat es auch zu lange gedauert, bis sich herumgesprochen hat, dass ich wegen der Poststelle weiterhin geöffnet hatte", so die Chefin.

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