Bagger sollen noch in diesem Monat anrollen

In Schlößchen entstehen bald neue Eigenheime. Aufgrund des Regionalplans sind jedoch besondere Bedingungen zu beachten.

Amtsberg.

Noch im Juni soll auf dem Feld nahe dem Generationenhaus "Lebensbaum" im Amtsberger Ortsteil Schlößchen der Bagger anrücken. Grund: In seiner Sitzung in dieser Woche hat der Gemeinderat nach den notwendigen Abwägungen den Bebauungsplan für das Mischgebiet an der Straße Am Rittergut beschlossen. Auf der 4800 Quadratmeter großen Fläche entstehen demnach fünf Grundstücke, auf denen Wohnhäuser errichtet werden sollen. Dort darf sich allerdings auch Gewerbe ansiedeln.

Dass es sich nicht um ein reines Wohngebiet, sondern ein Mischgebiet handelt, hat laut Bürgermeister Sylvio Krause mit Ereignissen vor fast 20 Jahren zu tun. "Damals wollte sich ein großer Autohersteller in der Chemnitzer Region ansiedeln", sagt Krause über die Geschehnisse kurz nach der Jahrtausendwende. Ein geeigneter Standort ließ sich damals nicht finden, was zum Anlass genommen wurde, mit einer Anpassung des Regionalplans künftig für solche Anfragen gerüstet zu sein.

Damit sich Großinvestoren tatsächlich in der Region ansiedeln können, wurden in mehreren Landkreisen gewerblich-industrielle Vorsorgestandorte eingerichtet - unter anderem auch zwischen Gornau und Amtsberg. 720 mal 810 Meter groß ist die Vorhaltefläche an der Eisenstraße, auf der die Landwirtschaft theoretisch eines Tages von der Industrie abgelöst werden könnte. "Grundsätzlich war das damals keine falsche Entscheidung. Es sind aber Einzelfälle, die selten eintreten", betont Krause.

Auf absehbare Zeit sei kaum davon auszugehen, dass nahe Schlößchen eine große Fabrik entsteht. Deshalb ging der Gemeinderat bei der ursprünglichen Planung auch nicht auf diesen Aspekt ein und wollte die Fläche Am Rittergut als reines Wohngebiet ausschreiben. Damit rückte ein Vorhaben in den Fokus, dessen Anfänge laut Krause bis ins Jahr 1993 zurückreichen: "Damals hat die Gemeinde Schlößchen die Fläche angekauft, mit dem Ziel, dort Wohnhäuser zu bauen." Dieser Plan sei nun wieder aufgegriffen worden, da das Interesse gerade groß ist. "Wir haben eine riesige Nachfrage nach Grundstücken, die wir nicht befriedigen können", erklärt der Bürgermeister. Auch in Dittersdorf sollen bald zehn neue Grundstücke verfügbar sein, in Weißbach könnten sogar 25 bis 30 Eigenheime entstehen. "Aber da befinden wir uns noch in einer Frühphase. Es wird dort keine kurzfristige Bebauung geben", so Krause.

Deutlich weiter ist die Gemeinde im Fall Vorderschlößchen, wo sie allerdings vom Regionalen Planungsverband und von der Landesdirektion leicht ausgebremst wurde. Die Behörden wiesen bei der ersten Auslegung des Bebauungsplans auf den gewerblich-industrielle Vorsorgestandort hin, der zum Beispiel Auswirkungen in Sachen Lärm haben könnte. Deswegen wurde in der zweiten Auslegung aus dem Wohn- ein Mischgebiet, in dem die Emissionen fünf Dezibel höher sein dürfen. "Es dürften sich auch kleinere Gewerbe wie Läden oder Friseure ansiedeln", ergänzt Krause, der jedoch in erster Linie mit einer wohnlichen Nutzung rechnet, wenn im Juni die Bagger für das Verlegen der Anschlüsse anrollen.

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