Baubürgermeister zum Brühl: "Von Vergnügungsstätten war nie die Rede"

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Der Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne) spricht über den Brühl, die angestrebte Belebung des Viertels und die Frage des Lärmschutzes.

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1717 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Steuerzahler
    07.03.2020

    @cn3boj00: Ich kann leider nur einen „Grünen“ geben! Schade!

  • 4
    2
    cn3boj00
    06.03.2020

    Nun, wie man sieht hat jeder andere Vorstellungen von Belebung. Leider ist es sehr eintönig, wenn dann immer wieder von Einzelhandel oder so gefaselt wird. Das funktioniert schon im engeren Zentrum nicht, erst recht nicht im erweiterten. Wenn dann ein Bürgermeister auf dem Gesetz und dem Begriff Vergnügungsstätte rumreitet kann es einfach nichts werden. Sicher ist zwischen einem Cafe und einer Diskothek ein großer Unterschied. Was ist aber, wenn in dem Cafe Kaffehausmusik gemacht wird? Wenn ich von Dezibelgrenzen lese, die in jedem normalen Biergarten überschritten werden, ist es für mich unvorstellbar, dass es in Chemnitz Biergärten geben kann, in denen Live-Bands auftreten, so wie in Leipzig. Ich weiß nicht ob dort die Messgeräte anders gehen, und Herr Stötzer scheint auf jeden Fall keinen Gefallen dran zu haben. Aber es gibt Menschen, die ein wenig (Musik)Szene schätzen, denn ohne die ist eine Belebung schlichtweg nicht möglich, und genau das haben andere Städte Chemnitz voraus. Es geht dabei doch nicht um Dauerlärm bis nach Mitternacht, aber wer 55 Dezibel zwischen 19 und 22 Uhr fordert kann gleich auf den Friedhof ziehen.
    Ich finde es jedenfalls traurig, dass ich für ein paar interessante Liveacts, die auf kleinen Bühnen oder in Biergärten auftreten, nach Dresden oder Leipzig fahren muss, weil es für sie in Chemnitz keine Auftrittsmöglichkeiten gibt. Da kann man Gesetze zitieren wie man will, es ist einfach Tatsache dass urbanes Leben hier nicht stattfindet. Und bei dem was Stötzer von sich gibt wundert mich das nicht.

  • 4
    2
    Interessierte
    04.03.2020

    Cafés und Restaurants sind dort angebracht , mit Außenterrassen und keine Bars und Diskotheken

  • 3
    1
    Steuerzahler
    04.03.2020

    Ein Besuch der Partnerstadt lohnt sich! Einfach lebendig, eine urbane Kneipenszene, fröhliche und aufgeschlossene Rheinländer. Eben das ganze Gegenteil von Chemnitz.

  • 1
    3
    Lexisdark
    04.03.2020

    @steuerzahler Ich will nicht erst nach Düsseldorf fahren. Erzählen Sie doch mal, wie ist es dort so?

  • 10
    2
    994374
    03.03.2020

    Der Baubürgermeister bringt es auf den Punkt:
    "Richtig, hierzu gibt es einen Beschluss des Stadtrates. Unter dem Begriff "lebendig" kann sich aber jeder etwas anderes vorstellen. Da müssen wir uns den Beschluss - das Brühl-Konzept von 2012 - noch einmal genau anschauen. Dort ist eben von einem lebendigen Brühl die Rede. In diesem Brühl-Konzept ist konkret von Cafés, also nichtstörender Gastronomie, von Einzelhandelsgeschäften und von Kultur zu lesen - von lauteren Vergnügungsstätten war da nie die Rede."
    Also "lebendig" heißt nicht unbedingt "Disco" ohne Schallschutz!

    Es hat auch was mit "Kundenfrequenz" bis 20 Uhr zu tun. Dazu fehlen allerdings noch attraktive Geschäfte, Buslinien und Parkplätze für Nicht-Anwohner.

  • 6
    7
    Progress
    03.03.2020

    Wie sich die Traditionen halten:"Leipzig Stadt des Handels, Dresden Stadt der Kunst, Chemnitz Stadt der Arbeit, des Proletariats, hier sitzt man zu Hause herum und trinkt sein Bier, nicht im Pub, könnte zu laut sein, kein Schwätzchen mit anderen, das wirkt sich auch auf den Gesichtsausdruck aus, miesepetrig, verbissen, stets auf der Suche, sich über andere aufzuregen und..... schaut sie Euch an, wenn sie sich mit den Ellenbogen auf dem vollen Einkaufswagen stützend böse in die Welt schauen, es ist ja alles so schlimm.....

  • 10
    3
    Steuerzahler
    03.03.2020

    @Lexisdark: Dann gehen Sie mal in die Düsseldorfer Altstadt bei schönem Wetter! Dann wissen Sie, wie Belebung aussieht. In Chemnitz undenkbar! Deshalb ist Chemnitz so wie Chemnitz ist. Und die Verwaltung tut das Ihre.

  • 9
    1
    Lexisdark
    03.03.2020

    @HHCL Mich würde ja mal interessieren, was Sie eigentlich unter Belebung verstehen? Laute Musik bis nach Mitternacht oder einfach nur ein Biergarten oder Cafe? Imbiss? Restaurant?

  • 14
    7
    gelöschter Nutzer
    03.03.2020

    Wenn ich die Diskussion so sehe, kann man doch klar festhalten, weder Politik noch Bevölkerung wollen eine Belebung; außer in Sonntagsreden.

    Die Artikel und Kommentare kann man sich sparen. Der Chemnitzer will Totenstille und die Verwalter sorgen dafür.

  • 11
    3
    Lexisdark
    03.03.2020

    @HHCL Die Gesetze werden vielleicht von Politik beschlossen, Grundlagen sind aber immer entsprechende Forderungen aus der Bevölkerung, Wissenschaft, Medizin etc... Sonst dürfte Ihr Nachbar Sie auch rund um die Uhr beschallen. Und es muss eine messbare Grundlage geben, die objektiv heran gezogen werden kann.

  • 10
    1
    Ramomba
    03.03.2020

    Derartige Konflikte gibt es wohl doch nicht nur in Chemnitz!
    https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Vermehrt-Beschwerden-ueber-naechtlichen-Laerm-im-Leipziger-Sueden

  • 16
    14
    gelöschter Nutzer
    03.03.2020

    "Die einen wollen und müssen schlafen – weil sie am nächsten Tag arbeiten müssen oder die Kinder ab früh um 5 Uhr wach sind – die anderen wollen gesellig beisammensitzen ..."

    Erstaunlich, dass das nur in Chemnitz ein Widerspruch zu sein scheint. In anderen Städten geht oft beides.

    Das Problem ist eben auch, dass bis jetzt die gesamte Stadt ruhiges Wohngebiet ist und daher auch überall Leute wohnen, die Ruhe haben wollen und diesen Anspruch auch lautstark einfordern. Es muss in einer Stadt in der Größenordnung von Chemnitz auch Orte geben, wo nicht ab 22 Uhr absolute Ruhe herrschen muss. Das muss man als Stadt dann auch mal durchsetzen und Leuten, die an einer Stelle die belebt werden soll permanent Ruhe einfordern, zum Umzug bewegen. Es gibt in Chemnitz zig Möglichkeiten ruhig zu leben, kein einziger für andere Lebensentwürfe. Wer Ruhe haben will, soll nach Altendorf ins Flemminggebiet ziehen.

    "Und Gesetze sind einzuhalten. Wenn wir das auflösen, müssen wir uns hier nicht mehr unterhalten."

    Da habe ich gar nichts dagegen, nur werden Gesetze eben von der Politik gestaltet und das hätte man dann mal machen müssen, bevor man die Geschichte von der Brühl-Belebung erzählt. Das ist als ob man einen Parkplatz bauen will ohne Zufahrtsstraßen im Naturschutzgebiet. Genau das ist Aufgabe der Politik für solche Projekte die Voraussetzungen zu schaffen und nicht nur Sonntagsreden darüber zu halten und selbst erlassene Verwaltungsvorschriften als Hinderungsgrund für alles zu zitieren.

  • 36
    2
    Ramomba
    03.03.2020

    Ja, es ist wohl eine Krux: Die einen wollen und müssen schlafen – weil sie am nächsten Tag arbeiten müssen oder die Kinder ab früh um 5 Uhr wach sind – die anderen wollen gesellig beisammensitzen, Musik hören, lachen und dabei nicht auf die Uhr schauen. Aber wer ist mehr wert? Was ist mehr wert? Wann ist der Brühl belebt? Erst dann, wenn eine Kneipe neben der anderen ist, in denen die Gäste völlig frei ihre Geselligkeit ausleben dürfen? Warum hat Chemnitz diese Viertel nicht, wie andere Städte? Sind die Chemnitzer ungesellig? Ein Volk der Meckerer, das 22 Uhr schlafen gehen will und andere dafür anzeigt, wenn sie das nicht wollen? Das sind echt viele Fragen. Ich wage gar nicht, sie aus meiner Sicht zu beantworten, der Shitstorm ist mir sicher! Vielleicht sollten sich die Liebhaber der so viel beschworenen Geselligkeit nach 22 Uhr mal in Österreich umschauen. Wer hätte gedacht, dass man dort in Großstädten sogar Schilder auf die Gehwege stellt, in denen man die nächtlichen Spaziergänger bittet, nicht zu laut so reden oder im Gastgarten den Gesetzgeber zitiert, der das laute Sprechen, Singen und Musizieren untersagt, aus „Rücksicht auf die Anrainer“. Ob man es glaubt oder nicht: Solche Schilder gibt es sogar in Graz, 2003 Europäische Kulturhauptstadt. Das schöne Wort hier: RÜCKSICHT. Rücksicht von Anwohnern, die ja auch vorher gewusst habe, dass sie auf den Brühl ziehen, der „belebt“ werden soll. Rücksicht von Beleberinnen und Belebern, die vielleicht wissen sollten, dass es Menschen gibt, die viel Schlaf brauchen und dafür Ruhe (normaler Zustand) und die, denen 4 Stunden reichen und neben denen ein Presslufthammer rattern kann – und sie schlafen weiter. Menschen sind unterschiedlich, dass muss einfach akzeptiert werden. Und Gesetze sind einzuhalten. Wenn wir das auflösen, müssen wir uns hier nicht mehr unterhalten.

  • 21
    16
    Progress
    03.03.2020

    Lasst es mit dem Brühl, schade um jede Mühe und Privatinitiative. Chemnitz soll nach dem Willen einer Minderheit eine Schlafstadt bleiben/werden.

  • 22
    7
    gelöschter Nutzer
    03.03.2020

    Wer anfängt, die Dezibel zu messen, hat schon verloren. Lärm wird sehr subjektiv empfunden und eine juristische Ebene hilft keinem.
    Für ein Zusammenleben werden einfache Regeln gebraucht. Eine Verständigung zu Öffnungszeiten muss ausreichen.
    Wenn im Flächennutzungsplan Allgemeines Wohngebiet steht, muss der FNP eben geändert werden. Der FNP ist ohnehin nur die vorbereitende Bauleitplanung. Dann muss es eben einen Bebaungsplan geben, der daraus ein Besonderes Wohngebiet macht.
    Die Unternehmer sollten sich wehren, politischen Beistand organisieren und juristisch antworten.
    Als Chemnitz groß wurde, war Wohnen und Arbeiten direkt nebeneinander. Die Fabrikantenvillen standen neben den Fabriken. Das würde die Lärmschutzbehörde den Unternehmern heute wahrscheinlich untersagen.

  • 26
    14
    gelöschter Nutzer
    03.03.2020

    "Es gibt Bewohner, die möchten abends gern noch länger feiern, und es gibt Menschen, die ihre Nachtruhe schätzen."

    Das Problem ist, dass in Chemnitz grundsätzlich letztere Gruppe bei den Behörden Gehör findet. Es gibt nicht eine Stelle in der Stadt, an der es auch abends etwas lauter zugehen darf.

    "Beim Brühl handelt es sich nach dem derzeit gültigen Flächennutzungsplan um ein allgemeines Wohngebiet. Und dort sind Vergnügungsstätten eben nicht zulässig. Noch einmal: Wir können das Recht nicht beugen, wir müssen dafür sorgen, dass es eingehalten wird."

    Heißt das dann übersetzt: Alle, die von einer Belebung des Brühls gesprochen haben, wollten also das Recht beugen?

    Wenn es rechtlich so klar ist und es offenbar auch keinerlei Bestrebungen gab diesbezüglich etwas zu ändern, muss man alle, die den Leuten eine Belebung des Brühl schmackhaft machen wollten als Lügner bezeichnen. Seit Jahren wird von der Belebung der Innenstadt und des Brühls gelabert und jetzt hört man bei konkreten Nachfragen Sätze wie: "Man könnte ... .", "Man müsste ... .". Sagt doch einfach was gemeint ist: "Wir wollen das nicht!"

    "Es gab jetzt in letzter Zeit Beschwerden von Anwohnern. Es sind nicht viele, und sie betreffen auch nicht die Coffee-Art-Bar. Aber sie sind vorhanden, und wir müssen uns damit auseinandersetzen."

    Wie es immer läuft in Chemnitz: Einige wenige beschweren sich und sofort steht die Behörde stramm. Wie früher.

    "Es gibt ja auch am Tag Lärmgrenzen, und die liegen im Wohngebiet im Außenschall bei 55 Dezibel, nachts sind es 40 Dezibel. Nach innen sind die Grenzen noch viel enger, da liegen sie tagsüber bei 35 Dezibel und nachts nur noch bei 25 Dezibel. Ein angeregtes heiteres Gespräch vor einer Gaststätte kann aber schon Werte von bis zu 60 Dezibel erreichen ..."

    Heißt dann übersetzt, dass in großen Teilen von Chemnitz heitere Gespräche ganztägig verboten sind. Genau so sehen die Leute hier auch aus!


    Dieses Interview spiegelt sehr schön das Problem von Chemnitz wieder: Wir haben hier im Rathaus nur Bürokraten die verwalten und alle Regeln möglichst streng auslegen. Wer etwas lebendiges will, ist hier falsch und unerwünscht.

    Ich glaube man sollte sich das mit der Kulturhauptstadt noch einmal gründlich überlegen; es sei denn man hofft, dass das alles geräuschlos vonstatten geht und angereiste Gäste während ihres Aufenthaltes schweigen. Ich hoffe man hat die Strengen Lärmschutzregeln, der Fetisch des Rathauspersonals, dem Entscheidungsgremium mitgeteilt. Ich bitte auch nachträglich prüfen zu lassen, ob Frau Ludwig Herrn Albiro nicht zu laut um den Hals gefallen ist, als man eine Runde weiter gekommen ist.