Bei Fortschritt gibt es noch viele Fragezeichen

Bei den Mittweidaer Handballern ruht aktuell die Planung für die neue Saison. Abgesagt wurde die jährliche Torejagd im Lauenhainer Talgut.

Mittweida.

Sportlich ist es für die Handball-Mannschaften des TSV Fortschritt Mittweida bis zum März ganz gut gelaufen. Die Männer hatten sich in der Bezirksliga nach einer schwachen Hinrunde gefangen, waren ins Mittelfeld geklettert (5./18:12Punkte) und standen im Pokal-Halbfinale. Die Frauen mischten in der Spitzengruppe der Bezirksklasse mit und lagen auf Platz 2 (22:10 Punkte). Doch dann kam die Corona-Krise, und die Saison wurde seitens des Handballverbandes Sachsen vorzeitig beendet. Tabellarisch sind die Mittweidaer dabei im sicheren Fahrwasser unterwegs, dennoch bleiben mit Blick auf die neue Saison einige Fragen offen.

"Wir haben uns seitdem nicht mehr gesehen und konnten somit auch noch keine Planungen vorantreiben", sagt TSV-Abteilungsleiter Jan Müller. Der 37-Jährige, der seine Karriere vor zwei Jahren beendet hatte, übernahm die Funktion des Handball-Chefs im Januar von Lars Süße, der nach nur einem halben Jahr aus persönlichen Gründen zurücktrat. "Im Prinzip mache ich das bis zum Saisonende nur kommissarisch", sagt Müller, der auch schon die ersten Mannschaft trainierte. Zur Abteilungsleitung gehören derzeit ungefähr zehn Leute, "von denen jeder seine Stärken einbringt".

Durch die Aussetzung des Spielbetriebs sei es sehr ruhig geworden. "Ich denke, das wird auch im Mai so bleiben. Bevor wir mit dem Training für die neue Saison beginnen, müssen wir aber noch einige Personalien besprechen", sagt Müller.

Neben seiner eigenen wird dabei auch die Trainerfrage bei den Männern erörtert werden müssen. TSV-Coach Steffen Kopasz hatte im Winter bereits angekündigt, nur noch bis zum Sommer auf der Bank zu sitzen und bekräftigte dieses Vorhaben nochmals. "Grundsätzlich habe ich gesagt, dass ich nur als Interimstrainer zur Verfügung stehe. Dass die Saison nun so schnell vorbeiging, ist sehr ärgerlich." Doch die Erfolge geben Kopasz, der die Mannschaft aus dem Abstiegskampf nach vorn geführt hat, recht. "Ich hoffe ja, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist", sagt Jan Müller. Auch bei mehreren Spielern gebe es noch Gesprächsbedarf.

In einem Punkt haben die Fortschritt-Handballer allerdings jetzt Gewissheit: Das traditionelle Handballfest im Lauenhainer Talgut, das jährlich den Saisonabschluss gebildet hat, fällt aufgrund der Corona-Krise aus. Beim zweitägigen Event waren stets Teams aus ganz Mitteldeutschland auf Torejagd gegangen. "Das ist sehr schade, aber das Fest erfordert sehr viel Vorbereitung", sagt Kopasz. "Vorerst gehen wir noch etwas auf Abstand." (rosd)

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