Betrug: Azubi beschwert sich über Haftbefehl

29-Jähriger soll Firma um 50.000 Euro betrogen haben - Mittwoch Urteil

Plauen.

Im Prozess um einen Lehrling, der seinen Ausbildungsbetrieb um rund 50.000 Euro betrogen haben soll, hat das Amtsgericht Plauen am Montag den gesamten Tag lang Zeugen vernommen. Bis zum Nachmittag sagten 15 Mitarbeiter des vogtländischen Baustoffhandels aus. Ein Urteil fällt das Gericht voraussichtlich am Mittwoch.

Der 29-Jährige hatte gegen seinen Haftbefehl Beschwerde eingelegt. Nach Aussagen des Vorsitzenden Richters Wilhelm Gerhard befassten sich sowohl das Landgericht Zwickau als auch das Oberlandesgericht Dresden mit der Beschwerde und wiesen diese wegen eines dringenden Tatverdachts zurück. Der gelernte Verkäufer, der in Plauen wohnt, wies auch am Montag die Schuldvorwürfe von sich.

Laut Staatsanwaltschaft soll er im ersten Lehrjahr fast 17.000 Euro Bargeld aus dem Safe einer Unternehmensfiliale entnommen haben. Ein Jahr später soll er so getan haben, als würde er von Handwerkern Waren zurückkaufen und den Preis an sie zurückzahlen. Diese erfundenen Warenrücknahmen soll der Lehrling in der Kasse verbucht haben. Das Geld zahlte er an sich selbst aus, so der Vorwurf. Insgesamt soll er 95 solche fingierten Buchungen vorgenommen haben.

"Wir haben bei den Inventuren bemerkt, dass es Differenzen gibt", sagte einer seiner Vorgesetzten im Prozess aus. Auf die Spur gekommen sei man dem jungen Mann erst nach etwa einem halben Jahr. Damals habe man sämtliche Fehlbuchungen untersucht und geschaut, wer an diesen Tagen Dienst hatte. Die Spur habe zu dem jungen Mann geführt. Die Geschäftsleitung erteilte ihm Hausverbot und kündigte ihm. In einem Schiedsverfahren musste sie diese Kündigung jedoch zurücknehmen, da der Verdächtigte noch in Ausbildung war. "Wir stellten ihn für den Rest der Lehre frei und mussten weiter sein Lehrlingsgeld überweisen", sagte ein Mitarbeiter. Schon Ende 2016 erstatte der Betrieb Strafanzeige. Auf dem Schaden von rund 50.000 Euro blieb der Baustoffhändler sitzen. Einer jungen Kollegin soll der Wahl-Plauener damals von einer Zweitwohnung, teuren Möbeln und Technikanschaffungen erzählt haben. Die Frau habe sich darüber gewundert, wie er sich die Sachen als Lehrling leisten konnte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem vorbestraften Vogtländer zudem vor, auf Ebay-Kleinanzeigen mehrere Leute betrogen zu haben. Diese Taten hat der 29-Jährige gestanden.

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