Brand im betreuten Wohnen: Erste Mieter kehren zurück

Nachdem das Haus in Frankenberg in der vorigen Woche evakuiert werden musste, wird das Ausmaß des Schadens erst Schritt für Schritt erkennbar.

Frankenberg.

Die Folgen des Wohnungsbrandes in einer Anlage zum betreuten Wohnen in Frankenberg werden Bewohner, deren Betreuer und den HauseigentümerAllgemeinen Wohnungsgenossenschaft Frankenberg (AWG) noch lange beschäftigen. Zwar sind nun etwa die Hälfte der insgesamt 18 Mieter wieder in ihre Wohnungen im Haus an der Dr.-Bruno-Kochmann-Straße zurück gekehrt. Doch acht der insgesamt 17 Wohnungen können jetzt noch nicht wieder bezogen werden. Drei Wohnungen müssen komplett saniert werden. Dieses erste Fazit hat die kaufmännische Geschäftsführerin der AWG, Denise Oehms, auf Nachfrage der "Freien Presse" am Dienstag gezogen.

Den nun nötigen Sanierungsaufwand könne sie noch nicht beziffern. Neben den Schäden, die das Feuer in einer Wohnung in der dritten Etage und der darüber liegenden Wohnungen angerichtet hat, sind weitere Wohnungen vom durch die Feuerwehr eingesetzten Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. "Hier müssen erst noch die Fußböden geöffnet werden, um den Schaden und den nötigen Sanierungsbedarf einschätzen zu können", sagte die Geschäftsführerin.


Damit ist auch klar, dass für einige der älteren Bewohner für längere Zeit Ausweichquartiere nötig sind. Teils seien sie bei Familienangehörigen untergebracht. Es gebe zudem das Angebot, sie in Einraumwohnungen der AWG in Frankenberg unterzubringen, die ebenso zum Beispiel mit einem Fahrstuhl ausgestattet sind. Über den Umzug sei aber noch nicht entschieden. Die im Pflegeheim "Sonnenlicht" vorübergehend eingezogenen Mieter hätten bereits wieder in ihre vier Wände an der Dr.-Bruno-Kochmann-Straße zurückkehren können. Noch unklar sei, wie viel Zeit die Sanierung in dem Haus in Anspruch nehmen werde. "Wir hoffen, dass wir bis Jahresende vieles geschafft haben", so Denise Oehms. Das sei aber auch von den Firmen abhängig, die teils von der AWG selbst beziehungsweise von der Versicherung beauftragt würden.

Der AWG-Vorstand werde sich zudem mit der Frage beschäftigen, ob der Brandschutz im Haus erweitert wird. So seien zwar schon bisher Rauchmelder im Treppenhaus installiert gewesen, die auch bei dem Brand in der Nacht zum vergangenen Donnerstag Alarm geschlagen hätten. "Es wird nun aber auch darüber nachgedacht, Rauchmelder in den Wohnungen zu installieren", so die Geschäftsführerin.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen setzen unterdessen ihre Betreuung der Senioren im Haus sowie in Ausweichquartieren fort. Das bestätigte Verbandsgeschäftsführer Jörg Hirschel. Das DRK habe weiterhin ein Büro in der Anlage zum betreuten Wohnen und könnte Gemeinschaftsräume wie in der Frankenberger Sozialstation nutzen. "Es wird weitergehen, aber wir müssen auch die weitere Entwicklung bei der Sanierung im Haus abwarten", so Hirschel.

Bei dem Brand in der vorigen Woche waren insgesamt 50 Feuerwehrleute mit zehn Fahrzeugen im Einsatz. Der Rettungsdienst hatte 17 zum Teil gehbehinderte Bewohner noch in der Nacht im Haus der Vereine am Bahnhof versorgt und am Freitag auf weitere Ausweichquartiere in der Stadt verteilt. Eine 80-Jährige musste vorübergehend wegen Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Die Ermittlungen der Polizei in dem Fall dauern nach Angaben der Polizeidirektion Chemnitz derzeit noch an. Es werde aber davon ausgegangen, dass die Brandursache ein Defekt an einer elektrischen Anlage in einer der Wohnungen war, erklärte Polizeisprecherin Doreen Göhler.

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