Breitbandausbau endet erst im nächsten Jahr

Viele Amtsberger Bürger verfügen dank Glasfaserkabel bereits über ein schnelles Internet. Einige Haushalte müssen jedoch noch warten, und auch die Finanzierung des Projekts wird die Gemeinde länger als geplant beschäftigen.

Amtsberg.

Wichtige Kenntnisse bezüglich des Breitbandausbaus in seinem Ort hat Amtsbergs Bürgermeister Sylvio Krause diese Woche in Berlin gesammelt. Dabei ging es nicht um die Baumaßnahmen an sich, sondern um deren Finanzierung. Weil mehr Geld nötig wurde als geplant, waren Mehrauszahlungen von insgesamt fast 800.000 Euro nötig geworden. "Wir gehen davon aus, dass die Gemeinde diese als Fördermittel bezahlt bekommt, wollten aber vorab klären, wie genau wir diese beantragen müssen", sagt Krause über seinen Besuch bei der der Atene-Kom GmbH, die Amtsberg als Fördermittelberater zur Seite steht. "Es war ein sehr vernünftiges Gespräch", so der Bürgermeister hinterher.

Obwohl die Kommune zuversichtlich ist, mit den Anträgen alle Kosten decken zu können, stellen die Nachträge ein weiteres Kapitel einer langen Geschichte dar. Ursprünglich sollte der Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzes bereits bis Ende 2018 abgeschlossen werden. Nun deutet sich an, dass einige Anwohner wohl bis 2020 auf ein schnelles Internet warten müssen. Fünf Prozent der Arbeiten stehen noch aus, schätzt Krause: "Der Tiefbau wird hoffentlich noch dieses Jahr abgeschlossen, die Anschlüsse ziehen sich aber bestimmt bis ins neue Jahr." Betroffen sind in erster Linie Bürger der Ortsteile Schlößchen und Wilischthal, wo derzeit noch Bagger und Straßenfräsen im Einsatz sind. In den anderen Ortsteilen sei der Zugang zum schnellen Internet bereits möglich - und wird laut Krause von der Bevölkerung auch rege genutzt.

Zu Verzögerungen kam es auch deshalb, weil zehn Prozent mehr Anschlüsse installiert werden mussten als geplant. "Es war nicht immer nachvollziehbar, wie viele Wohnungen oder Gewerbeeinheiten sich in einem Haus befinden", so der Bürgermeister. Daraus könnten andere Kommunen, die künftige Projekte angehen, lernen: "Sie sollten mit Zetteln einsteigen, um die genaue Zahl festzustellen." Zu mehr Zeit- und Kostenaufwand führten in Amtsberg noch andere Faktoren. "Große Sorgen haben uns belastete Erdmassen bereitet", so Krause. Es stellte sich heraus, dass ein Teil des Straßenaushubs als Müll deklariert und entsorgt werden musste. Auch das war ein Grund, warum der Gemeinderat eine überplanmäßige Auszahlung von 682.000 Euro beschloss. Diese sowie die bereits zuvor ausgegebenen 110.000 Euro sollen nun über Fördermittel gedeckt werden.

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