16 Störche im Kreis sind flügge geworden

Obwohl einige Nester unbesetzt blieben, sind über den Sommer mehr junge Störche herangewachsen als im Vorjahr. Doch nicht alle Tiere, die aus den Eiern schlüpften, überlebten.

LImbach-O./Zwickau.

16 Adebare und damit fünf mehr als im Vorjahr sind den Sommer über im Landkreis Zwickau flügge geworden. Viele Storchenfreunde beobachten bereits ab dem zeitigen Frühjahr die zwölf Horste, wie die Nester dieser Vögel genannt werden, und freuen sich riesig, wenn sich wieder Rotschnäbel, die aus dem Winterquartier im Süden kommen, darauf niederlassen. Und besonders große Freude herrscht, sobald sich in den Horsten Nachwuchs einstellt. Das war dieses Jahr in sieben der insgesamt zwölf Nester der Fall.

Von den drei Jungstörchen in Limbach-Oberfrohna, die auf der Esse einer früheren Buntfärberei an der Waldenburger Straße geschlüpft sind, sind zwei durchgekommen. Das dritte Tier wurde unweit des Nestes tot am Erdboden gefunden. Ornithologen gehen von einem Unfall aus. Die beiden noch lebenden Störche entwickelten sich sehr unterschiedlich. Während einer keine Auffälligkeiten zeigte und offenbar gemeinsam mit seinen Eltern in Richtung Süden flog, wurde der andere Adebar von Experten zweimal im Stadtgebiet von Limbach-Oberfrohna aufgegriffen - unter anderem auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes. Dabei gefährdete er nicht nur sich selbst, sondern auch Passanten. Nachdem der Problemstorch zwischenzeitlich im Amerika-Tierpark Unterschlupf erhalten hatte, wurde er Anfang August ausgewildert: Ornithologen brachten ihn nach Rochlitz, wo sich nahe dem Schloss mehr als 50 Störche versammelt hatten, um dann gemeinsam in die Winterquartiere aufzubrechen. Das Tier schloss sich seinen Artgenossen an und wurde seitdem nicht mehr in Limbach-Oberfrohna gesehen.


Auf einem Schornstein an der Ringstraße in Kändler, den Störche in der Vergangenheit als Brutplatz nutzten, hat sich in diesem Jahr dagegen kein Paar angesiedelt. In Saupersdorf und Cunersdorf bei Kirchberg sind hingegen jeweils zwei Junge flügge geworden. Drei Vögel wurden auf dem Schornstein des ehemaligen Betriebsteils des Textilwerkes Mülsen in Mosel gezählt - genau wie im vergangenen Jahr. Damals hatte ein Adebar aus dem Nachwuchstrio einen schweren Unfall erlitten und konnte seinen Geschwistern nicht gleich in den Süden folgen. Er war nach einer Flügelfraktur in der Tierklinik Crimmitschau behandelt worden und erholte sich anschließend im Tierpark Hirschfeld. Dann kam der Jungvogel auf einen Storchenhof nach Thräna bei Leipzig, wo er sich weiter erholte und später sogar noch ins Winterquartier starten konnte.

Ebenfalls drei Küken waren im Horst auf der Esse der ehemaligen LPG-Gärtnerei im Hartensteiner Ortsteil Zschocken geschlüpft. Flügge geworden sind nur zwei. Der dritte kleine Storch verschwand, wie das Zwickauer Landratsamt mitteilt. Die neue Nisthilfe in Zschocken blieb unbesetzt. Lediglich im Juli ließen sich kurzzeitig Altstörche dort nieder. Auch am Glauchauer Gründelpark hat es wieder Nachwuchs gegeben. Zwei Jungvögel sind auf dem Gelectra-Schornstein flügge geworden. Genau wie auf der Esse an der Neukirchener Hauptstraße. Die Besonderheit dort: Im unteren Nestbereich fütterte ein Turmfalke seine Jungen. Eins davon wurde durch einen Altstorch erbeutet.

Das andere Storchennest in Neukirchen an der Brückenstraße blieb dieses Jahr unbesetzt - genau wie das auf dem Kirchendach in Schlunzig. Auf dem Horst auf der Esse der alten Töpferei in Waldenburg hatte sich zwar ein Storchenpaar niedergelassen und turtelte. Doch der Nachwuchs blieb aus. Es wird vermutet, dass die Vögel noch nicht geschlechtsreif waren.

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