24-Stunden-Warnstreik im Chemnitzer Motorenwerk

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Die Beschäftigten der IG Metall fordern ein tarifliches Angleichungsgeld, das zum Ausgleich des Lohngefälles zwischen Ost und West führen soll.

Chemnitz.

Für ihre Forderung nach einem tariflichen Angleichungsgeld sind Beschäftigte des Chemnitzer Motorenwerkes von Volkswagen Sachsen in einen 24-stündigen Warnstreik getreten. Nach Angaben der IG Metall Chemnitz wurden knapp 2000 Beschäftigte aufgerufen, für die ersten drei Schichten der Woche (seit Sonntag, 22 Uhr) die Arbeit niederzulegen.

Das Gros der Beschäftigten verbringt den Warnstreik, der bis Montagabend dauert, zu Hause. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Mario John, sagte Montagnachmittag: "Die Nacht war kalt, aber die Kollegen ziehen mit. Die Mannschaft steht zusammen, drinnen läuft nichts. Bis heute Abend geht hier kein Motor raus." Wegen Corona seien, anders als 2018, die Kollegen nicht ans Werktor gerufen worden. Stattdessen wurden Streikposten pandemiekonform aufgestellt.

Die Arbeitnehmerseite fordert in den laufenden Tarifverhandlungen ein Volumen von vier Prozent für Entgelterhöhungen oder zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Außergdem geht es um die Gestaltung des Strukturwandels und verbesserte Übernahmeregeln für Auszubildende. Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen soll für die 290.000 Beschäftigten, davon 180.000 in Sachsen, ein Tarifliches Angleichungsgeld erkämpft werden, das die unterschiedliche Bezahlung der Beschäftigten in Ost und West beenden soll.

Der Sächsische Arbeitgeberverband VSME versuchte, dieses Verlangen vor zwei Wochen gerichtlich für unzulässig erklären lassen, scheiterte aber vor dem Landesarbeitsgericht, das die Forderung für zulässig hält.

Die IG Metall Chemnitz vertritt rund 20.000 Mitglieder in Chemnitz und den Landkreisen Erzgebirge und Mittelsachsen. Ihre Mitglieder sind in der Metall- und Elektroindustrie, der Stahl-, Textil- und Kunststoffbranche sowie in der Informations- und Kommunikationstechnologie tätig.

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33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    3
    ArndtBremen
    27.04.2021

    Beim Geld hört eben die Freundschaft auf, auch von der viel beschworenen Solidargemeinschaft ist da keine Rede mehr.

  • 12
    2
    KMS1983
    26.04.2021

    @Wasserfass die Gewerkschaft kämpft hier für die Angleichung der Ostlöhne an Westniveau für alle gewerkschaftlich organisierten Betriebe im Tarifgebiet. Das Motorenwerk als Leutturm wird da immer gern genommen um zu zeigen, was gewerkschaftlich organisiertes Engagment bringt. Insofern ist Ihre Kritik sogar als Lob zu verstehen, denn sie wäre nicht möglich, wenn diese Streiks früher nicht erfolgreich gewesen wären.

  • 5
    9
    Wasserfass
    26.04.2021

    Was geht es doch den Beschäftigten im Motorenwerk Chemnitz " schlecht" .
    Viele andere Bereiche träumen nur von solchen Forderungen .