36-jähriges Haus ist jüngste Oberschule

Mit Beginn des neuen Schuljahres haben die ersten Fünftklässler das sanierte Gebäude an der Arno-Schreiter-Straße in Besitz genommen. Noch haben sie reichlich Platz.

Markersdorf.

Die jüngste Chemnitzer Schule ist über 30 Jahre alt - doch man sieht es ihr nicht an. Der 1982 fertiggestellte Typenbau, der einst die Polytechnische Oberschule "Michail Iwanowitsch Kalinin", später das Werner-Heisenberg-Gymnasium und zuletzt die Sprachheilschule "Ernst Busch" beherbergte, wirkt außen und innen wie neu. Dafür haben Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten sowie eine frische Ausstattung gesorgt, in die seit 2016 insgesamt rund 4,8 Millionen Euro investiert wurden.

Zum Schuljahresbeginn am Montag hat für das Gebäude an der Arno-Schreiter-Straße 1 ein neues Dasein begonnen: Es ist jetzt Außenstelle der Albert-Schweitzer-Oberschule. Kurz nach 9 Uhr schnitten Stadtkämmerer Sven Schulze, Baubürgermeister Michael Stötzer und die stellvertretende Schulleiterin Sylvia Friebel im Beisein etlicher Landtagsabgeordneter, Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein hellblaues Band zur Eröffnung des neuen Standortes durch. Dessen Einordnung ins Oberschul-Netz hatte der Stadtrat im April 2016 wegen der absehbar steigenden Schülerzahlen beschlossen.

Die ersten Schüler hatten ihre neue Schule schon zwei Unterrichtsstunden vor der offiziellen Eröffnung in Besitz genommen. Es sind drei fünfte Klassen mit je 20 Mädchen und Jungen. Denn die Albert-Schweitzer-Oberschule hatte im vergangenen Frühjahr mit 151 die meisten Neuanmeldungen aller Chemnitzer Oberschulen erhalten - ausreichend für sechs fünfte Klassen und zu viele für das Schulgebäude an der Albert-Köhler-Straße im benachbarten Morgenleite. Nach Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung konnten die Eltern bei der Schulanmeldung angeben, ob ihr Kind lieber die Oberschule in Morgenleite oder deren Außenstelle in Markersdorf besuchen soll. Die Lehrer der Albert-Schweitzer-Oberschule wechseln zwischen beiden Standorten.

An der Arno-Schreiter-Straße haben die 60 Schüler und ihre Lehrer jetzt ein Schuljahr lang üppige Platzverhältnisse. Denn das Gebäude ist eigentlich für bis zu 450 Schüler ausgelegt. 2019, wenn die jetzigen Fünftklässler in Klasse 6 wechseln, werden drei neue fünfte Klassen mit einziehen, ein Jahr später die nächsten drei. Dann, ab Beginn des Schuljahres 2020/21, mit insgesamt neun fünften bis siebenten Klassen und etwa 180 Schülern, soll die jetzige Außenstelle eine eigenständige Oberschule werden.

Bis auf die Außenanlagen, die erst bis Ende Oktober fertiggestellt sein sollen, und den noch fehlenden Flügel im Musikzimmer finden die Schüler vom ersten Tag an eine nahezu vollständige Ausstattung vor. Rund 540.000 Euro Steuergeld hat die Stadt allein dafür ausgegeben. Alle Unterrichtsräume und der Speiseaal sind neu möbliert. In fünf Klassenzimmern blicken die Mädchen und Jungen auf interaktive elektronische Tafeln, die wie riesige Tablets aussehen. Im Informatik-Kabinett stehen neue Computer und Monitore, im Nähkabinett neue Nähmaschinen. Das gesamte Schulhaus einschließlich der komplett erneuerten Sanitärräume ist behindertengerecht gestaltet. Auch die beiden Turnhallen gegenüber den Schulgebäuden Arno-Schreiter-Straße 1 und 3 wurden für zusammen 2,2 Millionen Euro saniert.

In der Arno-Schreiter-Straße 3 sind auch weiterhin die Abendoberschule und das Abendgymnasium sowie die Mittelschule der Sprachheilschule "Ernst Busch" untergebracht. Deren Grundschule ist in die Ernst-Wabra-Straße umgezogen.


Wo zurzeit noch gebaut wird

Flemminggrundschule: Sanierung und Umbau für rund 6,8 Millionen Euro sind laut Stadtverwaltung abgeschlossen. Bis zum Herbst soll der Hortanbau fertiggestellt werden.

Grundschule Borna: Die Grundschule soll im Herbst in einen Teil der ehemaligen Körperbehindertenschule umziehen, der bis dahin für rund

8,5 Millionen Euro saniert wird.

Grundschule Glösa: Der Erweiterungsbau für rund 3,3 Millionen Euro soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Luisenschule: Grund- und Oberschule sollen bis Oktober für 1,4 Millionen Euro barrierefrei ausgebaut sein.

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