Abpumpen von Wasser in Mittelsachsen verboten

Kreis verhängt Verfügung - Wasserstände wegen Trockenheit sehr niedrig

Burgstädt.

Verbot für Pumpen: Ab sofort ist die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen, Seen und Teichen in ganz Mittelsachsen verboten. Das teilte Kreissprecher André Kaiser gestern mit. Die untere Wasserbehörde des Landratsamtes habe dazu eine Allgemeinverfügung erlassen. Demnach wird im Kreisgebiet die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern mittels Pumpen untersagt.

Grund für das Pump-Verbot sind Kaiser zufolge die sehr niedrigen Wasserstände in den meisten Gewässern wegen der anhaltenden Trockenheit. Eine Verbesserung der angespannten Situation in den Flüssen, Teichen und Seen sei nicht absehbar. Auch lokal auftretende kurze Regenschauer und Gewitterregen hätten zu keiner Entspannung der Lage geführt. Aufgrund der sehr niedrigen Pegelstände seien die Gewässer sowie die Organismen und Pflanzen, die im und am Wasser leben, bereits nachhaltig gestört. Und das Abpumpen oder Ableiten von Wasser aus einem Gewässer verschlimmere die Situation noch erheblich.

Eine gute Nachricht gibt es trotzdem: Das Schöpfen mit Gießkannen, Eimern und Bechern ist weiterhin zulässig, falls im Fluss, Bach, See oder Teich genügend Wasser ist. "Das Schöpfen sollte jedoch mit höchster Zurückhaltung erfolgen. Auf keinen Fall dürfen dadurch Gewässer und Ufer beziehungsweise Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt werden", betont Kaiser.

Wer eine Erlaubnis besitze, die zur Wasserentnahme aus einem oberirdischen Gewässer berechtigt, müsse sich an Menge, Bedingungen und Auflagen halten. Im Einzelfall könne die untere Wasserbehörde den erlaubten Umfang der Entnahme vorübergehend per Bescheid einschränken oder sogar untersagen. In bestimmten Fällen könnte Eigentümern und Anliegern von Gewässergrundstücken auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden - nach fachlicher Prüfung.

Das Pump-Verbot gilt bis 5. Oktober 2018. Laut Kaiser wird die Einhaltung überwacht. Verstöße könnten mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 50.000 Euro bestraft werden.

In Chemnitz gilt seit 17. Juli ein noch weitreichenderes Entnahmeverbot. In der Stadt ist es untersagt, Wasser aus Flüssen, Bächen und Gräben nicht nur zu pumpen, sondern auch mit Handgefäßen zu schöpfen. Bis Ende vergangener Woche wurden zwei Verstöße registriert. (mit lumm)

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