Abrisshaus: Investor widerspricht Verwaltung

Das Haus Annaberger Straße 110 steht vor dem Abbruch. Der Besitzer der anderen Gebäudehälfte wirft dem Rathaus nun falsche Informationen vor.

Noch gibt es keinen Termin für den Abriss des denkmalgeschützten Hauses Annaberger Straße 110. Die Stadtverwaltung will das Gebäude laut einer Vorlage für den Bauausschuss des Stadtrates "schnellstmöglich" abreißen, weil es eine Gefahr für die Öffentlichkeit sei. Das weitere Vorgehen will die Verwaltung zunächst am 14. August mit den Mitgliedern des Ausschusses besprechen, so ein Stadtsprecher am Montag. Ende voriger Woche war bekanntgeworden, dass die Verwaltung auf den Abriss drängt.

Zuvor war versucht worden, das Haus zu retten. Eine Notsicherung sei möglich, so ein Statiker. Die soll laut Bauamt rund 384.000 Euro kosten. Zu teuer, so die Stadt. Vom jetzigen Eigentümer sei keine Sanierung zu erwarten. Nun wirft der Besitzer der anderen Haushälfte Annaberger Straße 110 a, Dietmar Jung, der Stadt vor, die Kosten für die Arbeiten absichtlich hoch zu rechnen. So setzte das Bauamt für Gerüstarbeiten rund 83.000 Euro an. Er habe seine Haushälfte in fünf Tagen bei Gerüstkosten von 9300 Euro gesichert, sagt Jung. Die Sicherung der anderen Haushälfte würde bei einer Gerüstzeit von acht Wochen bei 11.800Euro liegen. Auch die angesetzten Kosten für die Beseitigung des Hausschwamms zweifelt Jung, selbst Chef einer Baufirma, an. Er sagt, bei ihm sei die Hausschwammbeseitigung in den Kosten von 80.000 Euro für die Haussanierung enthalten. Die Stadt geht dagegen von 74.000 Euro allein für die Beseitigung des Hausschwamms aus.

Eigentlich wollte Jung die Hälfte, die abgerissen werden soll, bei einer Zwangsversteigerung erwerben und beide Teile sanieren. Mit einem Versteigerungstermin sei in 18 Monaten zu rechnen, zu spät, so die Stadt. "Man bekommt in sechs bis sieben Monaten einen Termin", so Jung.

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