Ärger über Bergbau-Symbol

Der Wissenschaftler Friedrich Naumann kritisiert eine Darstellung von Schlägel und Eisen am Freiberger Rathaus. Er argumentiert dabei mit einer DIN-Norm.

Freiberg.

Der Chemnitzer Historiker und Professor Friedrich Naumann ist der Überzeugung, beim Bergmannsschmuck am Freiberger Rathaus seien Schlägel und Eisen in falscher Reihenfolge abgelegt. Der Schlägel müsse oben liegen. Das sei peinlich für die Bergbaustadt, so der Professor, der sich dabei auch auf eine DIN-Norm beruft.

Kleinlich sei diese Kritik, konterte das Rathaus und die Freiberger Hüttenknappschaft. Beide Darstellungen seien möglich. Auch die Deutsche Industrienorm (DIN) treffe dazu keine Aussage. Letzteres ist aber nicht ganz korrekt. Das geht aus der Norm 21.800 vor, die das Deutsche Institut für Normen zur Verfügung gestellt hat. Die Norm umfasst ein schwarzes Urbild, bei dem Schlägel und Eisen schwarz sind und somit nicht erkennbar bleibt, was obenauf liegt. Doch dem Urbild liegt eine technische Zeichnung zugrunde, bei der der Schlägel obenauf liegt. Das bestätigt auch Institutssprecher Oliver Boergen: "Der Schlägel liegt oben. Das ist in einer Umrisszeichnung in DIN 21.800 zweifelsfrei zu erkennen." Darauf stützen sich auch viele Leser, die der Kritik aus Chemnitz zustimmen. "Als gelernter und gefahrener Freiberger Bergmann unterstütze ich natürlich die Auffassungen von Historiker Friedrich Naumann", schreibt beispielsweise Volkmar Lange. Doch die Freiberger Stadtverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf. Der Schmuck bleibt hängen, bekräftigt Freibergs Stadtoberhaupt Sven Krüger (SPD). Der Stadt eine Missachtung der Bergbau-Tradition vorzuwerfen, sei abwegig. "Wir leben die bergbaulichen Traditionen", so der Oberbürgermeister. Er könne sich vorstellen, das Symbol zu korrigieren, wenn das ohne großen Aufwand möglich sei. Das können auch Leser nachvollziehen, die die Darstellung am Rathaus für falsch halten. Die logische Darstellung des Symbols sei, Schlägel obenauf, sagt etwa Rolf Börner. Geschenkt sei der Streit dennoch, das Schmucksymbol am Rathaus ohnehin nur für die Zeit des Christmarktes bestimmt.

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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    1953866
    04.12.2016

    Seit dem 16. Jahrhundert ist dieses Symbol gebräuchlich. Übrigens in den unterschiedlichsten Darstellungen:
    "Das Überkreuzen der Holme macht das Werkzeugpaar sicherer durch Tasten ? auch im Dunkeln ? auffindbar; auf Wappen ist uneinheitlich dargestellt, welches der beiden zuoberst liegt....in Deutschland ist die Gestaltung in DIN 21800 06/89 festgelegt"
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%A4gel_und_Eisen

    Und weil in Deutschland alles geregelt werden muss, hat man 1989 (vermutete ich an der DIN-Bezeichnung) auch dieses Symbol normiert und nun sind plötzlich alle anderen Darstellungen, auch die von anno dunnemal falsch. Da sollte sich der Herr Professor doch mal mit den Wappen von Kupferberg, oder ganz in der Nähe, Freital beschäftigen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Freital

  • 1
    0
    Blackadder
    04.12.2016

    Ja, der Prof. Naumann sucht gerne das Haar in der Suppe.

  • 3
    0
    Juri
    03.12.2016

    Schön, dass das unsere Sorgen sind. Ich dachte schon es sei was Ernstes!
    T.A.



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