Ärger über Müll am Wehr in der Chemnitz

Für die Anlage im Fluss ist der Versorger Eins zuständig, so die Landesdirektion. Sie stellt nicht nur eine Forderung an die Firma.

Furth.

Äste, Verpackungen, Dosen, ein Fußball - ein Müllberg hat sich an einem Wehr in der Chemnitz nahe des Radweges am Dammweg angesammelt. "Das sieht schon seit zwei bis drei Monaten so schlimm aus, mittlerweile wachsen Sträucher heraus. Es fühlt sich keiner für den Haufen verantwortlich", sagt Herbert Koller*. Er komme regelmäßig an dem Wehr, das sich in Höhe des Heizkraftwerkes befindet, vorbei, wenn er in die Stadt fährt.

Für das Wehr und dessen Unterhaltung ist der kommunale Energieversorger Eins zuständig, teilt die Obere Wasserbehörde der Landesdirektion Sachsen (LDS) mit. Die Firma ist der Betreiber der Anlage, sagt Sprecherin Mandy Taube. Für die Überwachung des zum Heizkraftwerk Nord gehörenden Wehrs in Furth ist die bei der Landesdirektion angesiedelte Obere Wasserbehördeverantwortlich.

Das Problem mit dem Müllhaufen am Wehr sei nicht neu, sagt Herbert Koller. "Jedes Jahr sammelt sich da Unrat." Normalerweise wird er nach einem kräftigen Gewitterguss durch die ansteigende Chemnitz weggespült. "Wenn es im Gebirge stark regnet, verschwindet kurz darauf der Müll auf der Chemnitz", hat er beobachtet. Aber nachdem es wochenlang kaum regnete, habe sich viel Unrat angesammelt. "Dann wird der Müll nicht weggespült, sondern bleibt in der Verwirbelung des Wehres hängen", sagt Koller. Er fragt, warum das Wehr nicht regelmäßig kontrolliert wird. Denn letztendlich werde der Müll beim nächsten Starkregen oder bei Hochwasser flussabwärts weitergereicht und lande irgendwann im Meer, sagt er. Dort gebe es schon genügend Unrat.

Das Wehr wird in regelmäßigen Abständen von Mitarbeitern der Eins kontrolliert, sagte ein Unternehmenssprecher. "Wenn angespülter Müll entdeckt wird, lässt Eins ihn beseitigen." Wie oft die Anlage genau überprüft wird, konnte der Versorger auch auf Nachfrage nicht sagen. Das Unternehmen muss jetzt aber handeln. Die Landesdirektion erklärte, dass sie Eins auffordern wird, "einen ordnungsgemäßen Zustand am Wehr zu schaffen", so die Sprecherin. Das werde die LDS kontrollieren, betonte sie. Möglicherweise kommt der Versorger der Aufforderung bevor. Eins teilte am Freitag mit, dass die Beseitigung des Mülls durch Mitarbeiter des Heizkraftwerkes beauftragt worden sei.

Herbert Koller hofft, dass sich Eins den regelmäßig wachsenden Müllbergen auf Dauer annimmt: "Der Abfall muss bei jeder neuen Ansammlung entfernt werden." Er hat sich überlegt, wie die Müll-Insel auf der Chemnitz entfernt werden könnte. "Der Unrat könnte mit einem großen Kranausleger aus dem Wasser gefischt werden."

Wie er dort hingekommen ist? Zum einen führe die Chemnitz mit ihrem großen Einzugsgebiet je nach Jahreszeit und hydrologischen Verhältnissen unterschiedliche Mengen Treibgut wie Laub und Holz mit sich, sagt LDS-Sprecherin Taube. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass Abfälle bewusst oder unbewusst in das Gewässer gelangen beziehungsweise dort entsorgt werden. Für den Versorger Eins ist die Sache klar: "Was sich am Wehr ansammelt, ist Unrat, den Menschen nicht ordnungsgemäß entfernt haben", sagt der Sprecher.

* Name von der Redaktion geändert

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