AfD-Mann zählt sich zur alternativen Mitte

Mehr als die Hälfte der gewählten Stadträte ist neu im Gremium. "Freie Presse" stellt sie vor. Heute: Nico Köhler, AfD

Nico Köhler bezeichnet sich selbst als Ur-Chemnitzer. Er wurde 1976 in Karl-Marx-Stadt geboren, wuchs im Fritz-Heckert-Gebiet auf, absolvierte dort die Realschule und machte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Seit 2008 ist er selbstständig mit einer Marketingagentur.

Politisch engagiert ist Köhler seit 2014, allerdings begann er seine politische Laufbahn bei der CDU. "Die Partei hat mir aber irgendwann widerstrebt", blickt er zurück. Ganz anders sei das bei der AfD gewesen. Dort ist er seit drei Jahren Mitglied und war auch Landessprecher der Alternativen Mitte. Und für die Mitte der Partei steht Nico Köhler auch heute noch, wie er selbst sagt. "Ich bin Mitglied der AfD und von keinem speziellen Flügel", so der 43-Jährige. Dennoch gehören politische Flügel aus seiner Sicht zu jeder Partei. "Sie bilden einfach das Meinungsspektrum breiter ab", erläutert er. Als neuer Stadtrat sieht Nico Köhler sein Handlungsfeld zum einen im Betriebsausschuss. Bereits seit fünf Jahren sitzt er als sachkundiger Einwohner in dem Gremium, das sich um Belange städtischer Tochterunternehmen, wie ASR und ESC, kümmert. Zum anderen will er sich im sozialen Bereich einbringen. Sein Ziel sei die Schaffung von weiteren Begegnungsstätten, sowohl für die jüngere als auch für die reifere Generation. "Es soll Angebote zum Treff geben, um miteinander ins Gespräch zu kommen", so Köhler. Sorge bereite ihm zudem der zunehmende Mangel an Nahversorgungseinrichtungen, wie Arztpraxen oder Poststellen. Auch die Instandsetzung von Straßen und Fußwegen sowie den Ausbau des Radwegenetzes im Chemnitzer Westen hat er sich auf die Fahnen geschrieben. Er will sich im Stadtrat für ein Sozialticket im öffentlichen Nahverkehr für Schüler, Auszubildende und Rentner einsetzen. Außerdem besteht für ihn im Bereich Sicherheit Handlungsbedarf, weil es in der Innenstadt häufig zu Auseinandersetzungen komme. Der 43-Jährige, der als Kandidat zur Bundes- sowie Landtagswahl den Einzug ins jeweilige Parlament verpasst hat, will 2020 zur Oberbürgermeisterwahl antreten.

Köhler ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Reichenbrand. In seiner Freizeit liest er gern und fährt Rad. Er ist Mitglied im Grünaer Baulinchen-Verein, betreibt die Grünaer Facebook-Seite und engagiere sich nach eigenen Aussagen grundsätzlich für seinen Nachbarstadtteil, um das ländliche Gebiet und die dortigen Vereine zu fördern.

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