Aldi-Umzug in Borna: Investor bittet Stadt um Aufschub

Der Bauausschuss hat nicht wie geplant einen Beschluss gefasst. Auslöser ist ein Brief an den Baubürgermeister

Borna-Heinersdorf.

Schon zum zweiten Mal gibt es kein Ergebnis in der Frage, ob nun ein Umzug des Aldi-Marktes von der Bornaer Straße148 zur Bornaer Straße 65 möglich gemacht werden soll.

Eigentlich hätte der Bauausschuss bereits im Mai darüber abstimmen sollen, ob mit dem Beschluss eines Bebauungsplans der erste Schritt in Richtung Aldi-Neubau an der Bornaer Straße 65 gemacht wird. Im entsprechenden Antrag heißt es, ein Lebensmittel-Nahversorger soll entstehen, mit bis zu 1130 Quadratmetern Verkaufsfläche und ein Nachbarschaftsladen mit 400 Quadratmetern oder ein Getränkemarkt. Grund hierfür ist eine geplante Vergrößerung von Aldi in Borna.


Als im Mai einige Anwohner und Geschäftsinhaber, in deren Nähe der neue Aldi ziehen würde, von den Plänen erfuhren, starteten sie eine Petition mit dem Namen "Nein zum Aldi auf der Bornaer Straße 65". Sowohl im Internet als auch auf ausgelegten Listen vor Ort haben mittlerweile mehr als 1700 Menschen unterzeichnet, um sich gegen den Umzug des Marktes tiefer ins Zentrum von Borna auszusprechen. Befürchtungen der Initiatoren sind ein erhöhtes Verkehrsaufkommen innerhalb des Stadtteils und die Existenzgefährdung eines Lebensmittelladens und einer Bäckerei, in deren Nähe der neue Aldi zu finden wäre.

Aufgrund der kurzen Zeit zwischen Start der Petition und geplantem Entscheid im Bauausschuss war im Mai der Tagesordnungspunkt in den Juni verschoben worden. Nun gab es allerdings wieder keine Entscheidung. Ein Brief erreichte das Rathaus, adressiert an Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne), unterschrieben vom Geschäftsführer des Unternehmens, das den Bau des Aldi-Marktes verantwortet. Darin wird gebeten, den Punkt von der Tagesordnung des Bauausschusses zu nehmen. Zur Begründung heißt es, dass weiterer Klärungsbedarf mit Anwohnern bestehe. Man wolle schließlich nicht mit dem "Kopf durch die Wand" gegen das Bürgerbegehren agieren.

Peggy Katzmann, Betreiberin des Lebensmittelladens in Borna, hat Besuch von einem Vertreter des Bauunternehmens bekommen. "Wir haben ihm gesagt, dass wir nichts boykottieren wollen, haben aber auf unsere gute Integration vor Ort hingewiesen." Katzmann sorgt sich, mehrere ihrer fünf Mitarbeiter entlassen zu müssen, sollte der Aldi in die Nähe ziehen. Die Frage, unter welchen Bedingungen nun ein Aldi errichtet werden soll und unter welchen nicht, wollte der Geschäftsführer des Bauunternehmens bei einer telefonischen Anfrage der "Freien Presse" nicht beantworten.

Nora Zill, eine der Initiatoren der Petition, freut sich darüber, dass der Ausschuss noch nicht entschieden hat. "Wir werden jetzt die Petition weiter vorantreiben", sagt sie. Sind dann 2100 Unterschriften gesammelt, möchte sie sie offiziell der Stadt übergeben. Aufseiten der Verwaltung heißt es, man werde sich mit der Petition befassen, sollte sie eingereicht werden.

Dem Bauausschuss könnte dennoch der Antrag erneut vorgelegt werden. Dann entscheidet allerdings ein Gremium, das aufgrund der Kommunalwahlen im Mai neu zusammengesetzt wurde.

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