Als die Synagogen brannten

Die Novemberpogrome jähren sich morgen zum 80. Mal. Wie in Sachsen Juden in jenen Herbsttagen 1938 verfolgt wurden, schildert ein Buch des Dresdner Historikers Daniel Ristau. Es gab damals nicht nur Täter und Opfer, sondern auch jede Menge Zuschauer.

Chemnitz.

Es begann in Chemnitz. Am Abend des 9. November 1938 brannte die Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Stephanplatz. Es war die erste Synagoge, die damals, gegen 19 Uhr auf sächsischem Gebiet in Flammen aufging. Die Chemnitzer Zeitungen hatten den Ausbruch der Novemberpogrome auf die Nachtstunden verlegt.

In Sachsen setzten die gewaltsamen Ereignisse zum großen Teil erst am 10. November ein: Wohnungen und Geschäfte wurden demoliert und geplündert - darunter die Warenhäuser Schocken und Tietz. Allein in Chemnitz wurden 172 Personen am Ende ins Konzentrationslager Buchenwald geschickt. Noch am 11. November wurden Menschen jüdischen Glaubens vor den Augen von Schaulustigen gedemütigt, erniedrigt, verschleppt.


Der damals 13-jährige Justin Sonder erinnert sich an die Chemnitzer Pogrome: "In der Nacht des 9. November bin ich vom Radau aufgewacht, von unserer Wohnung in der Lindenstraße waren es Luftlinie vielleicht 40 Meter bis zu Schockens. Ich habe das Fenster geöffnet und sah Fackeln, Lichtschein, Männer in Räuberzivil, wie sie mit Beilen die Schaufensterscheiben zertrümmerten." Sein Vater sei auf die Straße gegangen, als er zurückkam, habe er wörtlich gesagt: "In Chemnitz ist der Teufel los. Die Geschäfte sind zertrümmert, die Auslagen geraubt und die Synagoge soll brennen."

Mehr wusste Vater Sonder zu diesem Zeitpunkt nicht, auch nicht, dass ein Mord geschehen war. Der Tietz-Geschäftsführer Hermann Fürstenheim war in seiner Wohnung von SA- und SS-Männern ermordet worden. Heute erinnern eine Gedenktafel an seinem Haus auf dem Kaßberg und ein Stolperstein vor dem Tietz an Hermann Fürstenheim. Es ist einer von fast 1300 Stolpersteinen an 32 Orten in Sachsen. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln des Künstlers Gunter Demnig soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Diese und viele andere Geschichten über Ereignisse sowie über Täter und Opfer der Novemberpogrome 1938 in Sachsen hat der Dresdner Historiker Daniel Ristau in seinem Buch "Bruchstücke" zusammengetragen. Der Antisemitismus in Deutschland hatte im November 1938 eine neue Stufe der Gewalt erreicht. Allein im Gebiet des heutigen Sachsens gab es an etwa 60 Orten schwere Übergriffe: Zerstörungen von Geschäften, Wohnungen und jüdischen Gemeindeeinrichtungen, Verschleppungen in Konzentrationslager und Mord.

Dabei lebten laut Volkszählung von 1925 nur etwa 23.000 Menschen jüdischen Glaubens in Sachsen. Über 12.000 davon in Leipzig, etwa 5000 in Dresden und fast 2800 in Chemnitz. Zudem gab es Mitte der 1920er-Jahre auch in Annaberg, Bautzen, Plauen, Zittau, Zwickau sowie im damals preußischen Görlitz und in Delitzsch eigenständige jüdische Gemeinden. Nur wenige Juden hatten sich vor allem als Kaufleute und Unternehmer in kleineren Orten niedergelassen.

Die Geschichten von Opfern und Tätern, soweit sie über Zeitzeugenberichte, Fotos oder Gerichtsakten bekannt sind, erzählt Ristau. So zum Beispiel den Fall der Ilse Frischmann. Die lebte in der Dresdner Neustadt. Ihre Mutter führte im Erdgeschoss ein Tabakgeschäft. Ihre Welt änderte sich in der Nacht des 9. November: "SA-Männer kamen mit Lastwagen und Fackeln laut grölend durch unsere Straße", erzählte die junge Frau Jahre später. "Wir standen am Fenster, hinter den Gardinen, und sahen, wie sie das Textilgeschäft von Natowitz verwüsteten. Dann splitterten in unserem Haus unten die Scheiben." Ilse Frischmann wurde später nach Auschwitz deportiert. Doch sie überlebte und kehrte nach Dresden zurück.

Ristau ist auch mit der dreiteiligen Wanderausstellung "Bruch | Stücke" unterwegs. Sie zeichnet die sächsischen Novemberpogrome anhand vieler einzelner Schicksale, Fotos und Namen detailliert nach. "Bisher findet das Erinnern und Gedenken meist lokal begrenzt statt", sagt der 38-jährige Historiker. Daher sei es ihm nun darum gegangen, lokale "Bruchstücke" und Quellen zusammenzuführen und einen Überblick über das gesamte Geschehen im heutigen Freistaat zu schaffen.

Ristau betrachtet die Ereignisse vor allem als eine Geschichte der Menschen: der Verfolgten, der Zuschauer, der Helfenden und der Täter. "Dahinter steht auch eine Geschichte der Werte des menschlichen Miteinanders, die gerade heute wieder sehr aktuell sind", so Ristau. Die Ausstellung kommt ab 9. November für vier Wochen nach Freiberg (Mittelsachsen). Dort ist sie dann im Foyer des Beruflichen Zentrums für Technik und Wirtschaft "Julius Weisbach" zu sehen.

In seinem Buch erwähnt er auch die Geschichte vom Kaufhaus Bach in Mittweida, die zeigt, wie schwierig das Leben für Juden schon vor den Pogromen 1938 geworden war. Die Bachs waren ab 1933 vom Boykott jüdischer Geschäfte betroffen. Herbert Bach kam 1937 im Amtsgerichtsgebäude zu Tode. Die genauen Umstände wurden nie aufgeklärt. Er hatte sich vermutlich aufgrund des Verfolgungsdrucks aus dem Fenster gestürzt. Seine Frau Frieda wurde 1942 nach Belzyce deportiert, wo sich ihre Spur verliert.

In der Amtshauptmannschaft Flöha gab es 1933 laut Volkszählung gerade mal 34 Juden. Die Verhaftungswelle im Zuge der Novemberpogrome 1938 traf auch fünf Männer aus dem Kreis. In der Stadt Flöha ließen sich aber am 10. November offensichtlich keine Juden finden. Gleichwohl soll der NSDAP-Ortsgruppenleiter mit einem Lkw und dem Sprechchor samt Transparentaufschrift "Kauft nicht bei Juden" durch Flöha gefahren sein. Der beflissene Ortsgruppenleiter wollte wohl auf Nummer sicher gehen ...

Ergreifend ist das Schicksal vom Tannenberger Pfarrer Johannes Ackermann. Der hatte die Silvesterpredigt 1938 genutzt, um die Pogrome als Missachtung der Menschenrechte zu verurteilen. Wegen dieser Predigt und vorheriger Vorkommnisse fiel Ackermann bei den Nazis in Ungnade und wurde seines Kirchenamtes enthoben. Um weiteren Drangsalierungen zu entgehen, meldete Ackermann sich 1940 zur Wehrmacht. Dort starb er als Mitglied eines Vorkommandos 1942 bei einem Gefecht. Neben vieler solcher Einzelschicksale greift Ristau auch Ereignisse auf, die später überregionale Bedeutung erlangten: So zum Beispiel die Abnahme des Davidsterns von der ausgebrannten Dresdner Synagoge am 10. November. Das Foto von Feuerwehrleuten auf einem der Türme, das der Lehrer der jüdischen Gemeinde Aron Höxter aufnahm, wurde ein Symbolbild der Pogrome im Deutschen Reich.

Den nationalen Fokus hat der Berliner Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz mit seinem neuen Buch ("Gewalt im November 1938") bearbeitet. In Deutschland insgesamt lautete die Bilanz des Schreckens: mehr als 1400 ausgebrannte und geplünderte Synagogen, mindestens 177 zerstörte Wohnhäuser, bis zu 1500 Tote, über 30.000 Verhaftungen jüdischer Männer, von denen 1000 die Konzentrationslager nicht überlebten. Benz: "Die politischen, sozialen und emotionalen Schäden entziehen sich aber jeder Bilanz, und sie sind von Dauer."

Ortsansässige machten vielerorts mit - aus dumpfer Wut, entfesselter Sensations- und Zerstörungslust. Benz: "Neugierige vermischten sich mit den tobenden Fanatikern zum marodierenden Mob, dem sich Frauen, Kinder und Jugendliche anschlossen. Das lässt sich anhand vieler Einzelfälle belegen."

Sein Fazit zieht der Historiker bereits im Vorwort: "Viele Bürger waren zu Gewalttätern geworden, die demonstrierten, wie dünn der Firnis der Zivilisation jeder bürgerlichen Wohlanständigkeit aufgetragen war. Die Erkenntnis darf deshalb nicht nur darin bestehen, dass Antisemitismus auch acht Jahrzehnte später lebendig ist." Solange Ängste der Mehrheit durch Ressentiments gegen Minderheiten gelindert werden, sind, so die Befürchtung von Benz, sei mit Ausbrüchen bürgerlicher Rohheit zu rechnen.

Buchtipps Daniel Ristau: Bruch|Stück. Die Novemberpogrome in Sachsen 1938. Hentrich und Hentrich Verlag Berlin 2018; 19,90 Euro. Wolfgang Benz: Gewalt im November 1938: Die "Reichskristallnacht" - Initial zum Holocaust. Metropol-Verlag Berlin 2018; 19 Euro.

Wie soll man den 9. November 1938 nennen: "Reichskristallnacht", "Reichspogromnacht" oder Novemberpogrome? 

Mit der Gewalt im November 1938 war die wirtschaftliche und öffentliche Existenz der deutschen Juden zerstört. Es war der Auftakt zum Holocaust. Den Vorwand für die Pogrome hatte der erst 17 Jahre alte polnische Jude Herschel Grynszpan geliefert: Er verübte am 7. November 1938 in Paris ein Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath - aus Protest gegen die Diskriminierung von Juden. Seine Eltern gehörten zu den Abgeschobenen im Rahmen der sogenannten Polenaktion Ende Oktober 1938. Als vom Rath am 9. November an seinen Verletzungen starb, brachen sich die antisemitischen Übergriffe reichsweit Bahn. Schon am 8. November hatte es lokal Gewalt gegeben. Die Nachricht vom Tod des Diplomaten erreichte am Abend des 9. November die im Alten Rathaus von München versammelten NS-Größen, die dort wie jedes Jahr ihre Traditionsfeier zum Putschversuch 1923 (Hitler/Ludendorff) begingen. Die Stimmung war durch eine Pressekampagne nach dem Attentat schon angeheizt. Goebbels legte mit einer Hasstirade gegen Juden los. Tenor: Die Partei solle die Ausschreitungen nicht organisieren, wo sie aber "spontan" entstünden, sei ihnen nicht entgegenzutreten. Die NSDAP- und die SA-Führer verstanden und gaben die Botschaft weiter an die Unterführer, Kreisleiter und Ortsgruppenleiter.

Die Pogrome gingen unter verschiedenen Begriffen in die öffentliche Erinnerung ein. Nach 1945 setzte sich zunächst der Begriff "Reichskristallnacht" durch. Erstmals nachweisbar verwendete ihn im Juni 1939 Wilhelm Börger, NSDAP-Mitglied und Beamter im Reichsarbeitsministerium, auf einem Gautag in Lüneburg. Die Nazis gebrauchten aber eher allgemeinere Begriffe wie "Aktionen gegen die Juden" oder "Vom-Rath-Aktion". Daniel Ristau: "Der Begriff ,Kristallnacht' erweckt den Eindruck, dass die Gewaltexzesse in einer einzigen Nacht stattfanden, während die Mehrzahl der Deutschen schlief. Die Übergriffe fanden aber nicht nur nachts, sondern auch am Tage und vor aller Augen statt." Das trifft allerdings auch für die "Reichspogromnacht" zu. "Kristallnacht" lenke den Blick aber zu sehr auf materielle Schäden und zerstörte Schaufensterscheiben. Die Schicksale der verfolgten Menschen liefen dadurch Gefahr, aus dem Blick zu geraten, so der Historiker Ristau.

Eine starke Metapher des Rückfalls in die Barbarei bleibt der Begriff "Reichskristallnacht" hingegen für Wolfgang Benz. Aus Scham und als Bekenntnis einer fragwürdigen, weil aufgesetzten Betroffenheit sei der Begriff der Zeitgenossen für das Ereignis dann später tabuisiert worden. Die modernere Wortschöpfung "Reichspogromnacht" folge aber der Diktion nationalsozialistischer Sprache wie "Reichsbräuteschule", "Reichsmütterdienst" oder "Reichsautobahn". Der Begriff sei daher eine nachträgliche Referenz an die Sprache der Unmenschen.

Relativ neutral ist hingegen "Novemberpogrome 1938".

Bewertung des Artikels: Ø 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
14Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    saxon1965
    09.11.2018

    @ cn3boj00: "Letztlich stecken immer die Machthaber dahinter..."
    Die Machthaber sind das System! Und es liegt am System, dass Menschen unzufrieden sind, weil sie ausgebeutet werden. Es liegt doch auf der Hand, dass nur die Ungerechtigkeit, soweit man sie denn auch erkennt, zu Unzufriedenheit und damit oft zu Hass auf Andere, führt. Dass dies von gewissen Leuten instrumentalisiert wird, da gebe ich ihnen Recht. Diese gesamte Migrationskriese kommt jedoch nicht nur der AfD zu Passe. Die Regierenden können so auch vieles ihrer übrigen Unfähigkeiten bzw. Unzulänglichkeiten gegenüber dem Volk kaschieren. Sicher kann man darüber diskutieren, wie über das Ei und das Huhn. Fest steht jedoch, dass Politik für das Gemeinwohl, also das als Volk oder die Bürger bezeichnete Masse der Gesellschaft, anders aussehen müsste. Ich zähle das jetzt nicht alles auf. Stellvertretend sei nur unsere "Friedenspolitik" genannt. "Wir" Deutschen sind echt menschlich!

  • 3
    0
    Freigeist14
    09.11.2018

    Cn3BOj@ den Massenmord an den Juden kann man sehr wohl an einem System festmachen. Der Rückfall in die Barbarei,die völlige Entrechtung und Beraubung aller Habseligkeiten,die Stigmatisierung mit einem Gelben Stern und die Ghettoisierung war nur in diesem totalitären Terrorregime möglich. Und diese völlige Entrechtung war die Voraussetzung für einen in der Geschichte vorher nicht gekannten Genozid und industriellen Massenmord .

  • 4
    3
    cn3boj00
    08.11.2018

    Die Verfolgung der Juden bis hin zum Massenmord kann man nicht am Gesellschaftssystem festmachen. Diskussionen über arm und reich, um System oder Bürgerverarsche sind da zu kurz gedacht. Die Verfolgung der "Anderen" (was meist mit "Bösen" gleichgesetzt wird) geht durch alle Systeme und Epochen. Letztlich stecken immer die Machthaber dahinter, entweder direkt (römische Christenverfolgung, Kreuzzüge, oder eben arischer Rassenwahn), oder indirekt, indem in Krisenzeiten (im Mittelalter Pest und Cholera, heute eher Wirtschaftskrisen) dem Volk ein Schuldiger angeboten wird, damit sich der Volkszorn entladen kann. Immer steckt die Festigung einer Machtposition dahinter. Und die Verfolgung wird immer psychologisch gesteuert, meist sind sich Arme und Reiche dabei einig, wie heute auch bei Kohlmann, Bachmann, Gauland - die uns ein Feindbild präsentieren - nicht, um uns vom Bösen zu befreien, sondern um die eigene Position zu stärken und an Macht und Einfluss hinzu zu gewinnen.

  • 6
    6
    gelöschter Nutzer
    08.11.2018

    Eins ist auf jeden Fall richtig. Unsere kapitalistische Gesellschaft bringt weltweit
    sehr viele Ungerechtigkeiten mit sich. Höchststand Flüchtlingsbewegung nach dem 2. Weltkrieg. Und die Ursachen dieses
    Elends liegt im System, hausgemacht.
    Die Verfechter, der Markt wird alles richten,
    hören das nicht gern. Sie hören auch nicht
    gern, dass der Rassismus hausgemacht
    ist. Und so etwas deshalb wie nach 1933 erneut passieren könnte. Das wir zur Zeit nichts besseres haben als die Verfassung
    Ist mir klar. Wir sollten uns alle an ihr halten. Aber zur Diskussion über den Kapitalismus und seinen Folgen sollten wir kommen. Und ihm Regeln setzen.

  • 11
    0
    Freigeist14
    08.11.2018

    Ich finde die nun stehende Überschrift "Als die Synagogen brannten" treffender . Denn es ist historisch bedenklich da vom "Beginn des Holocaust" zu schreiben. Die Entrechtung und Vertreibung der Jüdischen Mitbürger aus Deutschland war bereit 1933 unverhohlen angekündigt worden. Der Rückfall in die Barbarei war aber 1938 noch nicht so entfesselt,sich einen Mord,eine physische Auslöschung vorzustellen .

  • 11
    2
    Pedaleur
    08.11.2018

    @Blackadder: Ist für Sie eigentlich immer alles in Butter? Inwiefern hat denn das EU- Parlament Bedeutung für die Menschen in den Städten und Gemeinden? Natürlich ist das nicht steuerbar. Wie denn? Kennen Sie die Vertreter unserer Region, die da sitzen und umgedreht? Wenn Europa oder eben die Union weiter eine Einheit sein soll, müssen auch dort Erneuerungsprozesse und Transparenz ist Gang kommen.

    Im Übrigen habe ich massiv Sorge, weil nächstes Jahr die Wahl zum EU- Parlament und die Kommunalwahl zusammenfällt. Es werden nicht wenige Europa eins auswischen wollen und das wird sich wahrscheinlich auch in den kommunalen Wahlergebnissen widerspiegeln. Und das hat dann Auswirkungen vor Ort, wenn der Rechtsruck einen zusätzlichen Impuls bekommt.

    Aber zurück zum Artikel. Vor diesen Hintergründen ist es noch widerlicher, wenn ein Hr. Kohlmann zu einem Kampftag aufruft! Der richtige Zeitpunkt, sich zu distanzieren, um als kritisierender Mensch seine Glaubhaftigkeit nicht zu verlieren!

  • 8
    9
    saxon1965
    08.11.2018

    @Blackadder: Auch ich habe bisher keine Wahl ausgelassen. Nun habe ich fast drei Jahrzehnte erlebt, was es bedeutet Parteien zu wählen und was dabei rauskommt. Das ist schon im eigenen Land keine wirkliche Volksvertretung mehr (war es auch vor 1990 nicht wirklich) und gleich gar nicht beim europ. Parlament. Eine Möglichkeit dem gegenzusteuern wäre mehr Direkte Demokratie, vor der sich die allermeisten Parteien scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
    Gehen sie ruhig nächstes Jahr wählen und versenken sie ihre Stimme in einer Urne. Denn genau das machen sie dann im übertragenen Sinn.

  • 12
    8
    Blackadder
    08.11.2018

    @ saxon: EU Recht wird von europäischen Parlament verabschiedet, nicht von anderen EU Staaten. Und dieses EU Parlament dürfen Sie nächstes Jahr am 1.5. mitwählen.

  • 10
    4
    Distelblüte
    08.11.2018

    @saxon1965: Sie haben recht, ich bin da tatsächlich anderer Meinung als Sie. Trotzdem gut zu wissen, dass wir in Bezug auf das Thema des Artikel nicht auf verschiedenen Seiten stehen.

  • 5
    9
    saxon1965
    08.11.2018

    @Distelblüte: Um nicht vollends vom Thema weg zukommen nur paar Stichworte, die ihre Frage beantworten dürften, auch wenn wir wo möglich dazu unterschiedliche Meinungen haben werden:
    Die deutsche Regierung ist verpflichtet im Interesse des eigenen Volkes zu handeln.
    Auch wird die staatliche Souveränität mehr und mehr durch EU-Recht ausgehebelt.
    Wie kann es sein, dass wir durch Wahlen unsere Volksvertreter bestimmen, um die Geschicke des Landes lenken zu lassen, aber genau dieses durch Vertreter anderer Länder ausgehebelt werden kann? Diese Demokratie ist nicht mehr beeinflussbar durch die Bürger dieses Landes. Wir wurden ja auch nie wirklich gefragt.

  • 10
    5
    Distelblüte
    08.11.2018

    @saxon1965: Danke für den ausführlichem Kommentar, auch wenn ich weiterhin der Auffassung bin, dass die voran gegangenen, gescheiterten Diktaturen in Deutschland und Osteuropa explizit auf Kommunismus und Sozialismus basierten. Die menschliche Natur mit ihren schlechten Eigenschaften wie Gier, Neid, Hass,Angst... Pervertierte diese Utopien.
    Zu Ihren letzten Aussagen muss ich fragen: Sie deuten an, dass unsere Regierung sich nicht ans Grundgesetz hält. Woran machen Sie das fest?

  • 7
    5
    saxon1965
    08.11.2018

    @ Distelblüte: Sie liegen falsch, wenn sie meinen ich will Einheitsmacherei. Natürlich müssen immer überdurchschnittliche Leistungen besonders belohnt werden. Für mich ist es eine Frage der Leistungen! Welche Leistung hat, außer Cleverness und Skrupellosigkeit, zum Beispiel ein Herr Marschmeier mit seinen Cum-Ex-Geschäften erbracht. Oder was rechtfertigt den hundertfachen Unterschied beim Einkommen zwischen einem Arbeiter und dessen Vorstandschef? Und dann sind da noch die Gewinne aus Kriegen, Kriegen die ausschließlich zur Gewinnmaximierung geführt werden!
    Dazu empfehle ich ihnen: https://www.youtube.com/watch?v=egsDqI3Ty84

    Ob der Kommunismus/Sozialismus gescheitert ist, bleibt strittig, weil strittig ist, ob es überhaupt Kommunismus/Sozialismus war. Sie können auch sagen, dass ihnen die Linsensuppe nicht geschmeckt hat, obwohl sie einen Teller Erbsensuppe verdrückt haben. Eine andere Frage ist, ob Kommunismus/Sozialismus überhaupt praktikabel wäre, bei unseren ganzen menschlichen Schwächen.

    Was das Thema direkt betrifft, so gebe ich ihnen bedingt Recht. Nur werden sehr gerne Ursachen und Wirkungen verwechselt bzw. bei Auswirkungen werden gleich gefälschte Ursachen publiziert.

    Und wenn sie das GG anführen, so sollten sich insbesondere die daran halten (natürlich müssen sich alle daran halten) die angeben dieses Gesetz aus Berufsgründen zu befolgen und gegenüber Anderen durchzusetzen haben.
    Wenn eine Regierung gegen dieses Grundgesetz verstößt, was sollte ihrer Meinung nach mit ihr passieren?

  • 11
    5
    Distelblüte
    08.11.2018

    Ich möchte passend zu diesem Artikel auf die Terra-X-Sendung vom Dienstag, den 6. November hinweisen. Er ist in der ZDF-Mediathek sicher noch nachträglich anzusehen.
    @Saxon1965: Sie haben unrecht. Es wird immer Reiche und Arme geben. Eigentum und Vermögen zu besitzen ist per se nichts Schlimmes. Es ist die Frage, wie Menschen damit umgehen.
    Zu glauben, dass der Staat in der Pflicht ist alle gleich zu machen, allen gleich viel zu geben, ist eine falsche Erwartung. Wie Sie sicherlich noch wissen, haben Kommunismus und Sozialismus ja nicht besonders gut funktioniert.
    In Ihrem Kommentar wird außerdem deutlich, dass viele Menschen für ihre eigenen Probleme einen Sündenbock suchen. Vor 80 Jahren sorgte eine staatliche Diktatur dafür, dass sich der Frust und die Unzufriedenheit gegen die Juden richtete. Im Artikel ist das sehr gut ausgeführt. Und hier müssen sich die meisten von uns eingestehen, dass die eigenen Vorfahren entweder aktiv daran beteiligt waren oder schweigend dabeistanden. Das ist eine bittere, schmerzhafte Erkenntnis. Vielleicht gelingt es ja, aus der Geschichte zu lernen und die Fehler der Vergangenheit nicht in neuer Form zu wiederholen.
    Im übrigen: falls Sie nach guten Werten für das gemeinsame Zusammenleben suchen, empfehle ich das Grundgesetz.

  • 12
    6
    saxon1965
    08.11.2018

    "Dahinter steht auch eine Geschichte der Werte des menschlichen Miteinanders, die gerade heute wieder sehr aktuell sind", so Ristau."
    Für mich greifen die Mahnungen und Verurteilungen unserer heutigen Gesellschaft und Politik zu kurz. Was sind denn die Gründe für den Werteverfall in heutigen Zeiten?
    Das ganze System ist nicht, wie sehr gerne behauptet, auf das Wohl der Menschen (Menschlichkeit) ausgelegt, sondern auf die Mehrung des Reichtums Einzelner. Wenn nun die Bürger erkennen, dass sie vom System und deren Erfüllungsgehilfen, der Politik, für diesen Zweck missbraucht werden, dann werden Sündenböcke gesucht und "Rattenfänger" haben leichtes Spiel.
    Je größer die Unterschiede (Schere zwischen Oben Unten), umso größer die Missgunst und der Neid. Und das ja wohl zu Recht! Denn es geht nicht um Faule und Fleißige, nein es geht um Arbeitskräfte, Verbraucher, Steuer- und Zinszahler.
    Solange Politik für Reiche gemacht wird (Vermögenssteuer, Kapitalertragssteuer, Steuerflucht und Cum-Ex ect.) und die Bürger verarscht werden (Rente und Riester, Mindestlohn, Steuern u. Abgaben ect.), solange wird das Feld bereitet sein für Extremismus und Hass.
    Nur leider richtet sich dieses gegen die Falschen!



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