Als Marx und Engels aus dem Stadtbild verschwanden

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30 Jahre Einheit Zu DDR-Zeiten trugen viele Straßen in Limbach-Oberfrohna die Namen kommunistischer Helden. Das änderte sich 1990. Einiges würden die damaligen Verantwortlichen heute aber anders machen.

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    cn3boj00
    04.10.2020

    Das sehe ich nicht so. Die Benennung einer Straße, einer öffentlichen Einrichtung oder was auch immer nach einer Persönlichkeit ist eine Auszeichnung, genau wie ein Stein im Walk of Fame. Das Problem ist aber, man muss die Persönlichkeit nach ihren Verdiensten beurteilen und ihr Verhalten im Kontext der Geschichte sehen statt nach politischer Gesinnung zu werten und schwarz/weiß zu denken wie etwa Herr Schnurrbusch. Es ist durchaus ein ehrenwertes Motiv, sich gegen Unterdrückung oder Ausbeutung zu wenden, die Schublade Kommunist ist einfach dumm. In der DDR hat man (zu Recht) Kriegsverbrecher aussortiert, aber (zu Unrecht) auch verdienstvolle Unternehmer. Heute macht man es umgekehrt, was ist daran besser?

  • 0
    4
    Uzi
    03.10.2020

    Ich finde, Straßen sollten überhaupt nicht nach Menschen benannt werden. Ahornweg, Bahnhofsstraße, das sind neutrale und unpolitische Bezeichnungen. Daran sollte sich dann eigentlich keiner stören, egal an welche ideologische oder politische Richtung er glaubt.

  • 2
    1
    Freigeist14
    03.10.2020

    Cn3bO@ ich vermute , die Täter waren SA-Leute. Für den offenen Terror 1933 waren diese Verbrecher berüchtigt .

  • 1
    1
    cn3boj00
    03.10.2020

    Und Dr. Goerdeler, der Clara Zetkin abgelöst hat (die eben auch bei zahlreichen Todesurteilen mitgewirkt hat) war kein Heimatforscher, sondern wie Dr. Külz Lokalpolitiker. Zwar hat er sich am Hitlerputsch beteiligt, aber 1933 als OB von Leipzig zahlreiche Judenerlasse unterzeichnet. Das zeigt uns, wie vielschichtig Persönlichkeiten sind, und dass ein Schubladendenken nicht angemessen ist.

  • 1
    0
    cn3boj00
    03.10.2020

    @Freigeist die Grünen sind ja - seit sie zu den etablierten gehören - des öfteren weltfremd.
    Übrigens hab ich tatsächlich zu den mir Unbekannten was gefunden, Arno Förster und Max Tennler waren 2 Limbacher, die 1933 von der SS auf der Straße erschossen wurden.
    Aber wie man an den roten sieht, ist die Idee, mit Straßennamen Persönlichkeiten zu ehren - egal welcher Coleur - sowie so keine gute Idee, außer man ist Heimatforscher.

  • 4
    0
    Freigeist14
    03.10.2020

    cn3bO @ da Sie Dr.Külz erwähnen : Die Dresdner Fraktion der "Grünen " stellte einen Antrag , den Dr-Külz-Ring in der Stadt umzubenennen . Weil er in der Kaiserzeit Verantwortung trug in Deutsch-Südwestafrika . Das er dort für sein zu "Eingeborenen-freundlichen Verhaltens " vom Kolonialministerium gerügt wurde interessiert diese Partei nicht im Geringsten . Das dieser Posten für die "Grünen " schwerer wiegt als heldenhaftes Verhalten am Beginn des Nazi-Terrors zeigt nur deren ........ Ich sag nur : Cancel - Culture . (Quelle : SZ Dresden )

  • 3
    5
    cn3boj00
    02.10.2020

    Die "kommunistischen Helden":
    Rudolf Marek, Paul Friedemnn, Arno Förster: als Kommunisten unbekannt,
    Dr. Nuschke, DDP- und CDU-Politiker,
    Maxim Gorki, russischer Schriftsteller, lebte zu Lenins Zeit im Exil, wurde möglicherweise vom sowjetischen Geheimdienst ermordet
    Dr. Külz, DDP und LDPD Politiker, Bürgermeister von Dresden, weigerte sich 1933 die Hakenkreuzflagge zu hissen
    Franz Mehring, konservativer Publizist der auch in der frühen SPD mitwirkte
    August Bebel, Mitbegründer der SPD, ermordet
    Clara Zetkin, erste namhafte Frauenrechtlerin
    Karl Marx, weltberühmter Philosoph, Ökonom und Gesellschaftstheoretiker

    Natürlich alles Namen die ausgemerzt werden mussten. Ich hoffe niemand kommt mal auf die Idee, eine Straße nach Herrn Schnurrbusch zu benennen.

  • 7
    2
    Freigeist14
    02.10.2020

    Wer "Kommunistische Helden " schreibt fällt als unabhängiger Redakteur aus .

  • 8
    4
    Deluxe
    02.10.2020

    Die Straße des Friedens heißt zum Glück noch heute so.

    Und warum man die Straße der Opfer des Faschismus umbenennt, wird mir auch ein Rätsel bleiben, immerhin ist es wohl legitim, der Opfer des Naziterrors zu gedenken - das hat für mich überhaupt nichts mit kommunistischer Propaganda zu tun.

    Die Nachwende-Bilderstürmer vom Schlage des Herrn Schnurrbusch sind mir hochgradig suspekt - leider hatten sie damals alle Möglichkeiten, ihr ideologisch stark verbrämtes Gedankengut in reale Politik umzusetzen. Weil alles "gut" bzw. willkommen war, was DDR-Überbleibsel ausmerzte. Leider gab es dafür auch Zustimmung in der Bevölkerung - jedenfalls überwiegend. Und so ersetzte der eine Extremismus den anderen - mich persönlich widert so etwas an.

    August Bebel, Franz Mehring - die Liste ließe sich fortsetzen. Das sind doch keine DDR-"Kommunisten" und sie können auch nichts für die DDR und die Entgleisungen des real existierenden Staatssozialismus. Heute heißen frühere Karl-Marx-Straßen wieder Bismarckstraßen oder gar Hindenburgstraßen. Ideologiefrei? Nicht vorbelastet?
    Unglaublich, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Leute, die so etwas tun, sind nicht besser als die, welche sie bekämpfen.

    Erfreulicherweise gibt es Landstriche im Osten, wo die Leute das nach 1990 nicht mitgemacht haben. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und M-V gibt es bis heute noch Straßen, die nach Ernst Thälmann, Wilhelm Pieck und anderen benannt sind, die hier im Artikel als "kommunistische Helden" diskreditiert werden. Thälmann wurde in Buchenwald eiskalt von der Nazibande abgeknallt - das spielt aber heute offenbar kaum noch eine Rolle. Leider war die Bilderstürmerei in Sachsen am deutlichsten ausgeprägt - schade eigentlich.

    Übrigens:
    Die heutige Rußdorfer Straße in Oberfrohna (Nr. 8 in der abgebildeten Karte), die zu DDR-Zeiten Friedrich-Engels-Straße hieß, trug 1933-1945 den Namen Adolf-Hitler-Straße. Mit den Zeiten wandeln sich auch Namen - und niemand würde wohl auf die Idee kommen, heute noch Straßen nach Nazigrößen zu benennen. Aber Hindenburg, der Hitler als Reichskanzler erst möglich gemacht hat, ist offenbar in Ordnung. Denn es gibt reichlich Hindenburgstraßen (und sogar den Hindenburgdamm) in Deutschland.
    Zwar nicht in Limbach-Oberfrohna, aber anderswo und nicht zu knapp.
    Wie paßt das zusammen?

  • 8
    3
    Hinterfragt
    02.10.2020

    "... "Ideologisch geprägte Straßennamen sollten verschwinden"..."
    Würg!

    "Bestes" Beispiel für Chemnitz.
    Die Kurt- Berthel-Straße (Kämpfer gegen Nazis und Oberbürgermeister von Chemnitz/ Karl-Marx-Stadt)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Berthel

    Heute wieder Reichsstraße, welch "unideologische" Entscheidung!