Altbau muss für neue Pflegeplätze weichen

Mehr Möglichkeiten für Wohnen im Alter will Limbach-Oberfrohna für seine Einwohner bieten. Dafür werden auch Brachen beseitigt. Das aktuelle Vorhaben soll aber nicht das einzige sein.

Limbach-Oberfrohna.

Den idyllischen Stadtpark vor der Tür, Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung und eine gute Verkehrssituation - das Umfeld des geplanten Seniorenheims an der Weststraße scheint nahezu perfekt. Seit dieser Woche sind Abrissbagger der Firma Theed-Projekt aus Chemnitz auf dem Grundstück der ehemaligen Buntfärberei zugange, um die alte Industriebrache zu beseitigen und Platz für Neues zu schaffen.

Wenn alles nach Plan läuft, soll im Herbst mit dem Bau begonnen werden. Im Frühjahr 2021 könnten die ersten Senioren auf dem knapp 9000 Quadratmeter großen Grundstück begrüßt werden, informierte gestern Lutz U. Uhlig, der Geschäftsführer von Theed-Projekt.

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An der Weststraße soll allerdings kein reines Pflegeheim entstehen, wie Uhlig klarstellte. Ein U-förmiges Gebäude mit 120 Pflegeplätzen stelle zwar das Zentrum der neuen Anlage dar. Doch geplant ist noch mehr. An der Weststraße und der Dorotheenstraße sollen neben dem Hauptkomplex zwei weitere einzelne Häuser gebaut werden. Die jeweils vier- bis fünfstöckigen Gebäude sollen zum einen für ungefähr 35 Wohnungen in der Form des betreuten Wohnens genutzt werden. Zum anderen kann sich Uhlig zwei Wohngruppen für je acht bis zwölf Personen vorstellen: "Die Senioren leben dort wie in einer WG zusammen." Im Hauptgebäude sind eine Caféteria, Etagenküchen und eine Physiotherapie vorgesehen, die auch von den Bewohnern der zwei separaten Häuser genutzt werden könnten.

Und noch etwas schwebt dem Bauherrn vor: "Wir würden gern in dem Heim eine Arztpraxis unterbringen. Sofern wir einen Arzt finden", so Uhlig. Er betonte, dass es bei seinen Heimkonzepten nicht darum gehe, Senioren einfach abzugeben. "Sie sollen bei uns leben", so Uhlig. Dazu sind Kooperationen mit Kitas und der Förderschule am Stadtpark geplant, um Menschen aller Generationen und auch mit Handicaps zusammenzubringen. Insgesamt 15 Millionen Euro investiert Theed-Projekt damit in das mittlerweile zweite Seniorenheim in Limbach-Oberfrohna, das ebenso wie der im Herbst eröffnete Neubau an der Burgstädter Straße künftig von der Volkssolidarität betrieben werden soll. Das bereits laufende Seniorenheim hat insgesamt 115 Betten, von denen laut Uhlig derzeit 60 Prozent belegt sind. Er verweist darauf, dass zwischen der Entscheidung, einen Platz in einem Seniorenheim haben zu wollen, und dem Einzug in der Regel ein Vierteljahr liege. "Es müssen etliche Anträge bei verschiedenen Ämtern geprüft werden. Das dauert", so Uhlig. Er ist zuversichtlich, sowohl das Heim auf der Burgstädter Straße als auch das neue an der Weststraße komplett belegen zu können. "Laut Statistiken fehlen in Limbach-Oberfrohna derzeit 350 Pflegeplätze", so Uhlig. Oberbürgermeister Jesko Vogel will seinen Bürgern mit Projekten wie diesem auch die Angst nehmen, dass sie im Alter ihre Heimat verlassen müssen. "Wir sorgen jetzt für morgen vor", so Vogel. Ein paar hundert Meter weiter Richtung Stadtzentrum und ebenfalls an der Weststraße ist noch ein zweites neues Altenheim geplant. Der Komplex soll Platz für 120 Betten bieten. Der Bauantrag für das Projekt liege vor, erklärte Vogel.

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