Amerikanischer Oldtimer aus Chemnitzer Tiefgarage gestohlen

50.000 Euro soll das Schmuckstück der Marke Dodge Challenger wert sein. Sein Besitzer hofft darauf, es wiederzufinden. Zumal die Diebe bei ihrer Tat gefilmt worden sein könnten.

Schlosschemnitz.

Sascha Hiebsch war nicht allzu oft mit diesem Auto unterwegs; nur alle zwei oder drei Wochen vielleicht. Doch wenn, dann fiel er damit unweigerlich auf. Denn einen Schlitten dieses Formats, den trifft man hierzulande nicht allzu häufig auf der Straße: Dodge Challanger, Baujahr 1971, in der Originalfarbe lackiert, einem auffälligen Lila. Ein Auto wie aus einer alten US-amerikanischen Vorabendserie.

Zu Beginn dieser Wochesollte es wieder soweit sein. "Das schöne Wetter am Montag bot sich an für eine kleine Runde", schildert Hiebsch. Hinterher sollte es noch schnell in die Waschstraße gehen. Doch als er den Stellplatz des Sportcoupés in einer Tiefgarage an der Lohrstraße erreichte, traute er seinen Augen kaum: Das Auto war weg.

Seither, so erzählt der 38-Jährige, habe er kein Auge zugemacht. Immerhin habe er sich mit dem US-Car - 230 PS, 5,2 Liter Hubraum - vor knapp zwei Jahren einen langersehnten Traum erfüllt. "Mir haben solche Autos schon immer gefallen", erzählt er. Der Wagen sei tipptopp gepflegt gewesen, sein Zustand 1a. Laut einem Gutachten ist er stolze 50.000Euro wert.

Hiebsch geht davon aus, dass der Oldtimer gezieltgestohlen wurde. "Fahrzeuge dieses Baujahrs sind bei Kennern der Modellreihe besonders gefragt", sagt er. Über das Internet habe er von Gleichgesinnten bereits einige Tipps erhalten, wo derlei besondere Autos gern gehandelt werden. Ob es Hoffnung gibt, dass der Wagen irgendwo wieder auftaucht? Hiebsch wirkt niedergeschlagen. "Ich weiß es nicht."

Was ihm ein wenig Hoffnung macht: Die Tiefgarage mit mehreren Eingängen und Platz für einige Hundert Fahrzeuge wird videoüberwacht. Sollte es Aufnahmen von der Tat geben, so wäre auch klar, wann genau das Auto verschwand. Bislang gehen die Ermittler vom Zeitraum zwischen dem 8. und dem 31. Oktober aus. "Wir waren im Urlaub, deswegen bin ich längere Zeit nicht mehr bei dem Fahrzeug gewesen", erläutert Hiebsch.

Verschwundene Autos haben die Polizei in den vergangenen Tagen und Wochen durchaus vermehrt beschäftigt. Am Schloßteich und in Bernsdorf verschwanden am Wochenende zwei ältere Mercedes ("Freie Presse" berichtete); im Bernsdorfer Gewerbegebiet an der F.-O.-Schimmel-Straße wurde zwischen Samstagmittag und Montagabend ein BMW der 3er-Reihe im Wert von knapp 20.000Euro gestohlen. Von einem in der Nähe abgestellten 5er-BMW hatte man zudem alle vier Räder mit Alufelgen abmontiert und entwendet. Durch unsachgemäßes Abstellen des Fahrzeuges sei dabei dessen Unterboden beschädigt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Gesamtschaden an diesem Fahrzeug belaufe sich auf mindestens 2000Euro.

Die betroffenen Autos stehen nun zur Fahndung. Wie in vergleichbaren Fällen hat die Sonderkommission "Kfz" des Landeskriminalamtes Sachsen die Ermittlungen übernommen. Auch für den lilafarbenen Amerikaner ist sie nun zuständig. Das Problem: Viele der in der Region gestohlenen Autos gehen auf direktem Weg nach Osteuropa. Die Hintermänner sitzen nach Erkenntnissen der Polizei vor allem in Polen, der Ukraine und Litauen. Dass die Anzahl der Kfz-Diebstähle zuletzt über Monate hinweg deutlich zurückgegangen war, ist laut dem Chemnitzer Polizeipräsidenten Uwe Reißmann vor allem auf einen Umstand zurückzuführen: die im Zuge der Flüchtlingskrise verstärkten Grenzkontrollen.

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