Amtsgericht: Prozess nach Diebstahl von Defibrillator

Limbach-Oberfrohnaer soll Medizintechnik entwendet haben

Limbach-Oberfrohna.

Im Juni 2017 wurde aus dem Erste-Hilfe-Raum der Limbach-Oberfrohnaer Stadtverwaltung ein Defibrillator, ein Gerät, mit dem etwa durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern beendet werden kann, gestohlen.

Ein 24-Jähriger aus Limbach-Oberfrohna geriet in Verdacht, das Gerät entwendet zu haben. Denn der Defibrillator tauchte als Angebot im Internethandel auf. Die Polizei reagierte, besuchte den Anbieter und fand das Gerät in der Wohnung des Verdächtigen. Allerdings erklärte der Angeklagte, das Gerät für 50 Euro von einem Bekannten gekauft zu haben. Doch dessen Name erwies sich bei den Ermittlungen als nicht existent.

"Ich war wohl zu gutgläubig", sagte der Angeklagte nun vor Gericht, wo ihm die Staatsanwaltschaft schweren Diebstahl vorwarf. Auf die Frage, warum er den Defibrillator gekauft habe, erklärte der Angeklagte, dass ihm eine weibliche Stimme gesagt habe, er solle ihn kaufen, er würde damit etwas Gutes tun und dabei noch Geld verdienen. "Ich hatte damals wieder so eine schlimme Phase", so der 24-Jährige, der seit der Kindheit an einer psychischen Erkrankung leidet. Derentwegen sei er seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung, müsse Medikamente nehmen. Ein Gutachter bescheinigte ihm, dass seine Krankheit keine Folge seiner Alkohol- und Drogenkarriere ist. Den ersten Alkohol trank er mit zwölf Jahren, Drogen nahm er schon mit 13. Zum Tatzeitpunkt hatte sich der Angeklagte laut Gutachter im Zustand der Schuldunfähigkeit befunden. "Letztlich scheitert eine Verurteilung an Ihrer Erkrankung", erklärte der Richter. Auch die Staatsanwaltschaft forderte Freispruch.

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