Andreas Heinig ist neuer Bürgermeister

Nach 28 Jahren gibt es ein neues Gesicht an der Spitze von Claußnitz. Das Ergebnis zwischen drei Kandidaten fiel recht eindeutig aus.

Claußnitz.

Gegen 21.30 Uhr fehlte noch die endgültige Stimmenauszählung für die Gesamt-Gemeinde Claußnitz. Doch für Vize-Bürgermeisterin Susanne Thurm von der Freien Wählervereinigung (FWC) stand nach Anrufen in Wahllokalen fest: Ihr Kandidat Andreas Heinig hatte es geschafft. Denn nach der Auszählung in allen vier Wahllokalen und bei der Briefwahl lag der 31-Jährige vorn. Doch reichte das für die absolute Mehrheit und damit für einen Sieg?

Gemeindewahlleiterin Claudia Donner gab im Rathaus gegen 22 Uhr das vorläufige Endergebnis bekannt. Von den 1877 Wählern stimmten 1091 für Heinig. Das waren 58,9 Prozent der Gesamtstimmen. Robin Helmert (CDU) kam auf 24,4 Prozent (453 Stimmen) und Mario Lorenz (SPD) lag bei 16,7 Prozent (309 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag bei 75,3 Prozent. Heinig erreichte damit über 50 Prozent, sodass er als Sieger feststand. Eine Stichwahl entfällt somit.

Damit stand der Wahlparty im Hause Heinig mit Freundin, Eltern und Schwiegereltern sowie FWC-Anhängern nichts mehr im Wege. "Susanne Thurm hatte mich angerufen, als feststand, dass die Stimmen ausreichend sind", sagte der Verwaltungsbetriebswirt, der noch in der Chemnitzer Stadtverwaltung arbeitet. "Ich hatte mir einen Erfolg erhofft, das gute Wahlergebnis aber nicht vermutet", fügte er hinzu.

Schon bei der Auszählung im Wahllokal des Dorf- und Gemeinschaftszentrums Claußnitz zeichnete sich gegen 20.30 Uhr ab: Der Stoß zu je zehn Wahlscheinen war bei Heinig höher als bei den anderen beiden Bewerbern. Gegenkandidat Lorenz hatte die Auszählung mit weiteren Interessierten verfolgt.

Einen Kommentar wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht abgeben, denn die Ergebnisse aus den anderen Wahllokalen waren noch nicht bekannt. Dabei hatte er noch gut gelaunt mit Thurm von der FWC gefachsimpelt, wie der jeweilige Wahlkampf verlaufen sei. Er hatte 40 Wahlplakate allein aufgehangen, die Truppe um Heinig 50 Plakate. Thurm und Lorenz sitzen seit Jahren im Gemeinderat, beteuern, dass Parteienpolitik im Dorf keine Rolle spiele.

"Das soll auch weiterhin so bleiben", sagte Lorenz nach der Wahlniederlage. Gemeinsam mit seiner Frau und SPD-Anhängern wurde die Niederlage im Haus von SPD-Urgestein Helga Otto ausgewertet. "Das Ergebnis ist ernüchternd, aber ich wünsche Andreas Heinig als Bürgermeister ein glückliches Händchen", sagte der 43-Jährige. Die Niederlage für die SPD sei nicht unerwartet gekommen, auch weil die Freien Wähler mit 61,3 Prozent die Mehrheit im Gemeinderat bilden, vor der CDU mit 20,9 und der SPD mit 12,1 Prozent. Das schlechte Abschneiden der SPD in Sachsen habe sein Übriges bewirkt, so Lorenz.

Noch bis Samstagnachmittag war CDU-Kandidat Robin Helmert auf Wahlkampftour, indem er von Haustür zu Haustür für seine Kandidatur warb. "Erstaunlich viele kennen mich", sagte er. Der 37-Jährige sitzt seit über zehn Jahren für die Wählervereinigung Chemnitztal im Gemeinderat, zudem ist er Chef der Eisenbahnfreunde. Im Juni 2019 trat er überraschend in die CDU ein, was für Diskussionen im Dorf sorgte. Doch am Ende reichte es nicht.

Der bisherige Bürgermeister Günter Hermsdorf (CDU), der nach 28 Jahren vom Amt zurücktritt, dankte allen drei Kandidaten "für ihren fairen Wahlkampf", sagte er gegenüber der "Freien Presse". Er sehe in Heinig einen guten Nachfolger und wünsche ihm viel Erfolg. Aus persönlichen Gründen hatte Hermsdorf Ende 2018 seinen Rückzug angekündigt. Eigentlich wäre seine Wahlperiode bis 2020 gegangen.

Noch sei das Wahlergebnis nicht amtlich, sagt er. Der Gemeindewahlausschuss komme am heutigen Montag zusammen, um die Rechtmäßigkeit festzustellen. Dann werde das Ergebnis bekanntgemacht.

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