Anklage wegen rassistischen Angriffs auf Rollstuhlfahrer erhoben

Ein 22-jähriger Mann soll Mitte September in Chemnitz einen behinderten Libyer brutal attackiert und beschimpft haben.

Chemnitz.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 22-jährigen Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl erhoben. Der Chemnitzer soll am 14. September gegen 23 Uhr im Heckertgebiet einen Libyer, der aufgrund einer Lähmung auf einen Rollstuhl angewiesen ist, mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Als das Opfer daraufhin aus dem Rollstuhl fiel, trat der Beschuldigte mit dem Fuß auf den am Boden liegenden Mann ein und versetzte ihm nochmals einen Schlag ins Gesicht, so die Staatsanwaltschaft.

Obwohl mehrere Zeugen den Täter von weiteren Attacken abhalten wollte und den Libyer wieder in den Rollstuhl gesetzt hatten, habe der Beschuldigte ihn erneut mehrfach mit dem Rollstuhl umgestoßen und den Rollstuhl jeweils einige Meter weggeworfen. Weiterhin soll der Angreifer eine Bierflasche gegen den Rollstuhl geworfen haben, so dass diese zersplitterte. Schließlich entwendete der junge Mann aus der am Rollstuhl hängenden Tasche des Geschädigten u. a. eine Bluetooth-Box.

Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der Äußerungen des Beschuldigten gegenüber dem Opfer während der Attacken und der über einen längeren Zeitraum unbeirrt fortgesetzten Gewalteinwirkung "von einer verfestigten ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung" des Mannes aus.

Wann es zu einem Prozess kommt, ist noch nicht klar. (hr)

3Kommentare
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  • 8
    1
    Hankman
    02.12.2019

    @Lesemuffel: Ich denke, er kann diese Grundeinstellung zwar haben, muss aber nicht zwangsläufig aus dieser Motivation heraus eine Gewalttat begehen. Doch hier war das offenbar der Fall: gefestigt ausländerfeindliche Gesinnung und ausländerfeindlich motivierte Straftat. Muss nicht immer zusammenkommen.

  • 5
    14
    Lesemuffel
    02.12.2019

    Eine schreckliche Untat. Eine "verfestigt Ausländer--und behindenfeindliche Grundeinstellung" hat die Staatsanwaltschaft bei diesem Täter ausgemacht. Warum muss dann "FP" in der Schlagzeile von "rassistischen Angriff" schreiben? Seine Grundeinstellung reicht doch ihn als einen miesen Verbrecher zu sehen, der hoffentlich schnell seine verdiente Strafe bekommt.

  • 21
    1
    SimpleMan
    02.12.2019

    Einen Behinderten attackieren, wie asozial ist das denn.



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