Anlieger sorgen sich um Zustand des Eubaer Bachs

Auf dem Gewässer schwimmt zurzeit eine übel riechende Schaumschicht. Und das direkt neben der Grundschule.

Euba.

Der Schaum sieht nicht appetitlich aus und riecht auch nicht so. Unmittelbar neben dem Zaun, der das Gelände der Grundschule des Ortes begrenzt, unweit des Pfarrhauses und der Kirche tritt die offensichtliche Verunreinigung des Eubaer Bachs zutage, der an dieser Stelle an einem vergitterten Zulauf vorbeifließt. Darüber hat Thomas Lange, der in der Nähe seinen Garten hat, vor wenigen Tagen die "Freie Presse" informiert.

An die Zeitung hatte er sich gewandt, weil er wenig Vertrauen hätte, dass die Stadtverwaltung und der Netzbetreiber Inetz, die er ebenfalls informiert habe, in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester kurzfristig reagieren. "Wegen des gleichen Zustandes hatte ich schon einmal im August vergangenen Jahres im Rathaus angerufen", berichtet der 57-Jährige. Ihm sei zwar gesagt worden, dass man sich kümmere, geändert habe sich aber nichts, so Lange.

Er vermutet, dass entweder der Inhalt der Fäkaliengrube eines Hauses oder Gülle aus Tierhaltung in den Dorfbach eingeleitet wird. "Das ist eine Riesensauerei", findet Lange. Denn an dem Bach würden im Sommer auch Kinder spielen, Gärtner könnten das Wasser zum Gießen nutzen, solange das nicht - wie in den beiden jüngsten Sommern zeitweise - wegen lang anhaltender Trockenheit untersagt ist.

Im Ort scheint sich der Zustand des Eubaer Bachs, der bei Braunsdorf in die Zschopau mündet, noch nicht herumgesprochen zu haben. Ortsvorsteher Thomas Groß und auch im Förderverein der Grundschule war am gestrigen Dienstag nichts von einer Verunreinigung des Gewässers bekannt. In der Grundschule war niemand erreichbar.

Auf die Anfrage zu Thomas Langes Schilderung, die "Freie Presse" noch am selben Tag, dem Freitag nach Weihnachten, gestellt hatte, reagierte die Stadtverwaltung erstmals am 30. Dezember. Die zuständige Untere Wasserbehörde ermittle zu dem Sachverhalt und werde vor Ort eine Kontrolle durchführen, lautete der Zwischenbescheid. Weitere Auskünfte seien aber erst im neuen Jahr möglich, hieß es weiter.

Doch auch bis zum gestrigen Tag gab es noch keine konkreten Aussagen zu der Wasserverunreinigung, ihrer Ursache und den möglichen Folgen für Natur und Umwelt. In einem weiteren Zwischenbescheid teilte die Pressestelle des Rathauses am 3. Januar lediglich mit, die Untere Wasserbehörde habe "aufgrund des angezeigten Sachverhaltes unverzüglich eine Vor-Ort-Kontrolle durchgeführt". Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, sodass ein endgültiges Ergebnis noch ausstehe. "Eine unmittelbare Gefährdung des Gewässers und der Anlieger liegt jedoch nicht vor", erklärt die Stadtverwaltung.


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