Anschlag auf Schalom - Ermittlungen eingestellt

Steine und Flaschen hatten Angreifer auf das jüdische Restaurant und den Inhaber geworfen. Die Polizei nahm DNA-Spuren, die aber offenbar nicht verwertet werden konnten.

Die Ermittlungen nach dem Angriff auf das jüdische Restaurant Schalom am 27. August sind ohne Ergebnis eingestellt worden. Diese Information erhielt Inhaber Uwe Dziuballa vor wenigen Tagen vom Oberstaatsanwalt, wie er der "Freien Presse" bestätigte. Da von einem politischen Hintergrund ausgegangen worden war, hatte das Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes (LKA) den Fall übernommen.

Nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. am 26. August 2018 war es unter anderem am Tag darauf zu Demonstrationen mit Ausschreitungen Rechtsextremer gekommen. In diesem Zusammenhang hatten die Ermittler auch den Anschlag auf das Schalom an der Heinrich-Zille-Straße am späten Abend des 27. August gesehen. Anfragen an das LKA, weshalb die Akte geschlossen wurde, blieben am Freitag unbeantwortet.


Laut Dziuballa seien am Tatort sichergestellte DNA-Spuren nicht verwertbar gewesen, so die Begründung, die er aus dem Einstellungs-Schreiben gelesen hat. Sie konnten offenbar niemandem zugeordnet werden. Mehrere dunkel gekleidete Personen hatten Steine und Flaschen auf das Restaurant sowie dessen Inhaber geworfen, der an der Schulter verletzt wurde. Wenn ihn der Stein an der Schläfe getroffen hätte, wäre der Ausgang dramatischer gewesen, ist sich Dziuballa sicher. Außerdem riefen die Täter "Judensau, verschwinde aus Deutschland", schildert er. Als er aus dem beleuchteten Restaurant nach außen in die Dunkelheit trat, habe er keine Personen erkannt. Den Dialekt der Rufer verortete er nicht in der Region. Dziuballa: "Es war weder erzgebirgisch noch sächsisch." Es sei nicht der erste, aber der schwerste Angriff auf die Gaststätte gewesen. "Mir ging der Hintern auf Grundeis", erinnert sich der Betreiber, der im Nachgang zahlreiche Landes- und Bundespolitiker zu Besuch hatte. Auch in mehreren Fernseh-Talkshows war er zu Gast, um über das Geschehene zu berichten.

Über die Verfahrens-Einstellung sei er zwar verärgert, habe dies aber kaum anders erwartet. Die Akte zum Angriff auf das persische Restaurant Safran wurde bereits früher geschlossen. Umgang und Kommunikation mit der Polizei hätten sich aber klar gebessert, so Dziuballa.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...