Anwohner besorgt: Bleibt Weg zum Haltepunkt ohne Licht?

Jahrelang hatte eine Bürgerinitiative für die neue Bahnstation am Küchwald gekämpft. Jetzt droht das Projekt unvollendet zu bleiben.

Borna-Heinersdorf.

Seit 2005 engagiert sich Peter Stockmann für den Bau eines Eisenbahn-Haltepunktes an der Rilkestraße nahe dem Küchwald. Er hatte damals bei einem Forum des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) den Vorschlag dazu unterbreitet und gehörte im Folgejahr zu den Gründern einer Bürgerinitiative für das Projekt, deren Sprecher er seitdem ist. Heute, mehr als zehn Jahr später, könnte der Bornaer eigentlich hochzufrieden sein. Denn im Frühjahr hat die Deutsche Bahn mit dem Bau des von vielen Anwohnern lang ersehnten Haltepunktes begonnen. Ab dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres sollen dort die Züge der Chemnitz-Bahn auf der Strecke von und nach Burgstädt halten.

Doch Peter Stockmanns Freude über den Baufortschritt ist getrübt. Er macht sich Sorgen, ob der neue Haltepunkt tatsächlich so angenommen wird, wie er sich das immer vorgestellt hat. Denn mit den Zügen sollen nicht nur Anwohner des Küchwaldes schnell ins Stadtzentrum und zurück pendeln, sondern auch Besucher von Veranstaltungen zum Küchwald und wieder heim fahren können - umweltfreundlich und ohne lästige Suche nach einem der knappen Parkplätze auf dem Schloßberg.

Doch nach Abschluss von Veranstaltungen auf der Küchwaldbühne oder -wiese ist es oft schon dunkel, und die Beleuchtung am Schaf- treibe- und Irrbornweg, die durch den Park in Richtung Rilkestraße führen, hat die Stadtverwaltung 2011 abbauen lassen. Wegen zu hoher Kosten, hieß es damals zur Begründung. Peter Stockmann hatte schon vor knapp sieben Jahren kein Verständnis dafür und jetzt erst recht nicht: "Mit moderner LED-Technik ließe sich die Beleuchtung doch viel preisgünstiger betreiben", findet er. Denn ansonsten, so fürchtet er, würden viele potenzielle Bahn-Fahrgäste den Weg durch den dunklen Küchwald eher scheuen.

Doch die Stadtverwaltung, die sich mit der Bahn die Kosten für den Bau des neuen Haltepunktes teilt, plant keine neue Lampen im Küchwald. Beleuchtet würden zwar die Wege, die direkt zum Haltepunkt führen, teilt sie auf Anfrage mit. Schaftreibe- und Irrbornweg sollen aber auch weiterhin ohne Laternen bleiben. Denn diese würden "als Waldweg geführt", und dafür ist offenbar kein elektrisches Licht vorgesehen. Zudem widersprächen Denkmal- und Umweltschutzbelange einer erneuten Beleuchtung, so die Pressestelle des Rathauses. Die alte Beleuchtung sei 2011 nicht wegen der Stromkosten abgebaut worden, sondern weil sie technisch verschlissen gewesen sei. Im Dunkeln sollten Passanten lieber die nachts durchgängig beleuchteten Wege im Umfeld nutzen, wird empfohlen.

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