Anwohner fordern Kontrollen auf Tempo-30-Strecke

Senioren fühlen sich von Autos belästigt, die zu schnell an ihrem Heim vorbeifahren. Laut Stadtverwaltung darf dort aber nicht geblitzt werden.

Harthau.

Erhard Häder ist sauer. Zwei Briefe hat der Vorsitzende des Heimbeirates der Seniorenresidenz "Manufaktur Bernhard" schon an das Ordnungsamt im Rathaus geschrieben und mehrmals dort angerufen - erfolglos.

Denn nach Meinung des 88-Jährigen und vieler seiner mehr als 70 Mitbewohner in der Einrichtung halten sich nur die wenigsten Autofahrer an das von der Stadtverwaltung angeordnete Tempo 30 auf der Klaffenbacher Straße in Höhe der Seniorenresidenz. Die Belästigung durch Lärm und Abgase sei unerträglich - besonders, seit die Annaberger Straße in Harthau wegen Bauarbeiten gesperrt ist und die Klaffenbacher Straße zur Umleitungsstrecke gehört. Denn in der Seniorenresidenz würden auch viele pflegebedürftige alte Menschen betreut, so Häder. Er fordert Geschwindigkeitskontrollen und verweist auf eine 2017 in Kraft getretene Änderung der Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung, die es Kommunen erlaubt, vor Altenheimen Tempo 30 anzuordnen.


In seiner Antwort an Häder zeigt der Leiter des Ordnungsamtes, Nikolaus Christ, Verständnis für den Missmut des Heimbeiratsvorsitzenden. "Dass die Verkehrsbelastung auf der Klaffenbacher Straße mit der Sperrung der Annaberger Straße im Ortsteil Harthau stark zugenommen hat, ist unstrittig", bestätigt der Amtsleiter. Die Baumaßnahme, mit der eine gefährliche Kurve entschärft und der Hochwasserschutz an der Würschnitz erheblich verbessert werde, finde auch im Interesse der Bewohner der Seniorenresidenz statt, erklärt er weiter.

Die von Häder geforderten Geschwindigkeitskontrollen auf der Tempo-30-Strecke vor der Seniorenresidenz seien allerdings nicht möglich, so der Ordnungsamtsleiter. Denn laut einer Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Innenministeriums dürften Geschwindigkeitsmessungen erst mindestens 150 Meter nach dem Beginn von Tempobeschränkungen stattfinden. Die Tempo-30-Strecke an der Seniorenresidenz sei aber insgesamt nur 130 Meter lang. "Somit sind uns rechtmäßige Geschwindigkeitsmessungen an dieser Stelle nicht erlaubt", so Christ. Auch Häders Bitte, wenigstens eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige, zum Beispiel die von der Chemnitzer Straße, an der Klaffenbacher Straße aufzustellen, könne nicht erfüllt werden. Denn das Ordnungsamt verfüge nur über diese eine Anzeigetafel und habe sich entschieden, sie an der Chemnitzer Straße stehen zu lassen.

Erhard Häder ist über diese Antwort empört, die eine Missachtung alter pflegebedürftiger Menschen darstelle. Für neue Blitzgeräte habe die Stadt Geld, aber nicht für eine weitere elektronische Geschwindigkeitsanzeige, kritisiert er.

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