Anwohner kritisieren schlechten Zustand der Ortsdurchfahrt

Die Instandsetzung der Strecke in Taura steht auf der Prioritätenliste des Landkreises. Doch damit wird nicht gesagt, wann ein Ausbau erfolgt. Das sorgt für Ärger.

Taura.

Christian Geyer aus Taura will sich mit dem Zustand der Hauptstraße nicht mehr zufriedengeben: "Jedes Mal, wenn ein Lkw entlangfährt, scheppert bei uns im Wohnzimmer das Geschirr", sagt der 75-Jährige. Der Verkehr habe zugenommen, auch weil viele Fahrer die Strecke als Abkürzung zwischen Claußnitz und Burgstädt nutzen würden. Er habe mehrfach beobachtet, dass bei seinem zehnminütigen Fußweg entlang der Ortsdurchfahrt, innerhalb dieser Zeit 20 bis 52 Fahrzeuge die Strecke passieren.

"Wann wird die Straße endlich grundhaft erneuert und werden nicht mehr nur Löcher gestopft?", fragt der Rentner. In der jüngsten Gemeinderatssitzung war das Problem schon einmal aufgeflammt. Der Wechsel von Frost und Tauwetter sorge zunehmend für Schlaglöcher und Risse im Belag, hieß es. Der schlechte Zustand einer Ortsdurchfahrt war vorige Woche auch Thema in einer Einwohnerversammlung im Ortsteil Köthensdorf. Dort war informiert worden, dass der Ausbau der Köthensdorfer Hauptstraße dieses Jahr geplant und Baurecht erzielt werden könnte. Zudem werden Fördermittel beantragt, sodass bei einer Zuwendung nächstes Jahr gebaut werden soll. "Warum gibt es aber in Taura keine solche Zusicherung und keinen Zeitplan?", fragt Geyer.

Der schlechte Zustand der Kreisstraße in Taura sei im zuständigen Landratsamt bekannt, sagt Pressesprecherin Cornelia Kluge auf Nachfrage. Der Ausbau sei auch Teil der Prioritätenliste, die der Kreistag im Dezember 2018 beschlossen hat. Sie bilde ab dem Jahr 2021 die Grundlage für die investiven Vorhaben bis in das Jahr 2026. Zuvor sei das 710 Kilometer lange Netz der Kreisstraßen befahren und Zustandsnoten von rund 2400 einzelnen Abschnitten ermittelt worden, erläutert Kluge. Das Ergebnis habe das zuständige Referat mit den Straßenmeistern ausgewertet. "Damit wollten wir Fehler in der technischen Erfassung vermeiden und die Erfahrung unserer Straßenmeistereien durch ihre tägliche Arbeit an den Kreisstraßen nicht unberücksichtigt lassen", sagt Referatsleiterin Claudia Richter. Die neue Liste enthält 113 Straßenabschnitte und 40 Ingenieurbauwerke, wie Brücken oder Stützmauern. "Jedoch ist die Reihung der Prioritätenliste nicht gleichzusetzen mit der Umsetzung", ergänzt Sprecherin Kluge. Die Abarbeitung erfolge nach anderen Gesichtspunkten, fügt Referatsleiterin Richter hinzu. "Das ist davon abhängig, ob Medienträger oder Kommunen sich beteiligen, wie lange Baurechtsverfahren dauern, welche Fördermittel bereitstehen oder ob beispielsweise Umleitungen möglich sind oder mit anderen Projekten kollidieren." Einzelne Abschnitte auf der Liste seien zwischen 100 Meter und knapp zwei Kilometer lang.

"Einen genauen Termin zur Sanierung der Tauraer Hauptstraße können wir derzeit noch nicht benennen. Aber auch diese Straße ist im Fokus", sagt Sprecherin Kluge. Auch wenn der Landkreis in den vergangenen Jahren und im aktuellen Haushalt verhältnismäßig viel Mittel für Investitionen eingeplant habe, werde aber die Behörde in naher Zukunft nicht allen Straßen gerecht werden können, fügt sie hinzu.

Winterschäden sollen im Frühjahr durch die Straßenmeistereien beseitigt werden, so die Sprecherin. Hierzu gebe es aber kein festes Budget. In dieser Woche war beispielsweise die Flickung im Bereich der Hauptstraße in Auerswalde geplant.

Doch Christian Geyer gibt sich mit den Antworten noch nicht zufrieden: "Warum kann nicht wenigstens die Sicherheit an der Ortsdurchfahrt verbessert werden?", fragt er. Denn mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen erhöhten sich die Gefahren, "zumal kaum ein Autofahrer sich an Tempo 50 bzw. an manchen Stellen Tempo 30 hält". Er fordert mehr Verkehrskontrollen.

Auch dafür ist mit die Verkehrsbehörde des Landratsamtes zuständig. "Wir können dort kein Messfahrzeug platzieren", sagt Sprecherin Kluge. Die örtlichen Gegebenheiten würden das nicht zulassen. Auch die Polizei führt Geschwindigkeitskontrollen durch. Allerdings geschehen diese oftmals an Unfallschwerpunkten oder vor Kindereinrichtungen, so bei der Aktion "Blitz für Kids". Kontrollen könnten aber auch im Auftrag des Burgstädter Ordnungsamtes durchgeführt werden. Ob dies veranlasst werden kann, ist diese Woche nicht zu beantworten, denn die Amtsleiterin ist im Urlaub.

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