Anwohner verärgert über nicht beseitigte Straßenschäden

Monatelang haben Glösaer auf das Flicken kleinerer Schlaglöcher und Fahrbahnrisse gewartet. Jetzt steht der Winter vor der Tür, ohne dass etwas passiert ist.

Glösa-Draisdorf.

Die meisten Straßen in Glösa sind noch in besserem Zustand als andere Straßen in der Stadt. Allerdings nicht mehr lange, fürchtet Jürgen Nestler, der an der Schmidt-Rottluff-Straße wohnt. Denn auf der gesamten Ortsdurchfahrt von der Slevogtstraße über die Straßen An den Weiden, Gürtelstraße und Am Berg bis zur Dorfstraße und angrenzenden Straßen wie der Ammernstraße sind nach den vor einigen Jahren erfolgten Sanierungen schon wieder Risse und kleine Schlaglöcher entstanden.

"Wenn im Winter der Frost eindringt, haben wir im Frühjahr große Schlaglöcher", fürchtet Nestler und kann nicht verstehen, dass der lange und heiße Sommer und die darauf folgenden warmen Herbstwochen ungenutzt geblieben sind. "Die Risse und Löcher hätten man doch jetzt mit geringem Aufwand mit Bitumen ausgießen können", ist seine Meinung. Auf der Bundesstraße 180 zwischen Hohenstein-Ernstthal und Callenberg habe er beobachtet, dass die dort zuständige Straßenmeisterei genau das getan hat. "Warum funktioniert das in Chemnitz nicht?", fragt der Glösaer und hält das für Geldverschwendung. Denn in jedem Frühjahr die Flickkolonnen loszuschicken, sei bestimmt teurer.

Wenn schon Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die im Stadtgebiet unterwegs sind, solche Schäden nicht ans Tiefbauamt melden, könnte das doch die Polizei tun, findet Nestler. Denn ganze Kolonnen von Polizeifahrzeugen befahren die Strecke durch Glösa regelmäßig auf dem Weg zwischen ihrer Kaserne an der Max-Saupe-Straße in Ebersdorf und der Autobahnanschlussstelle Glösa. Doch bei der Polizei habe er telefonisch die Auskunft erhalten, dass sie dafür nicht zuständig sei.

Bei der Stadtverwaltung habe er vorher schon mehrfach unter der Behördenrufnummer 115 angerufen. Dort sei ihm jedes Mal versichert worden, sein Anliegen werde an die zuständige Abteilung weitergeleitet. Doch ein Reparaturtrupp ist bisher nicht nach Glösa gekommen.

Damit ist offenbar auch nicht so bald zu rechnen. Die Stadtverwaltung verwies auf "Freie Presse"-Anfrage darauf, dass die Beseitigung von Straßenschäden im öffentlichen Verkehrsraum auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit "einer Prioritätseinstufung" unterliegt. Das heiße, dass die Dringlichkeit der Beseitigung von Schäden nach dem davon ausgehenden Gefahrenpotenzial eingeordnet würden, wobei Straßen mit hoher Verkehrsbedeutung - gemeint sind Bundes- und Staatsstraßen - vorrangig bedient werden müssten.

Die Fahrbahnschäden, die der Glösaer beschreibe, seien dem Tiefbauamt bekannt, doch sei das Gefahrenpotenzial noch sehr gering. Wegen dieser niedrigen Priorität habe man bislang keine Maßnahmen zur Instandsetzung ergriffen, heißt es aus der Stadtverwaltung. (mit gp)

5Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Hinterfragt
    15.11.2019

    @Interessierte; "...Und dazu noch die vielen holpernden Fußwege in der gesamten Stadt ..."
    Nun das gute alte Kopfsteinpflaster der "alten" B95 wurde z.B. durch die DDR in den Westen verscherbelt. Dort findet man es jetzt vielerorts in den Innenstädten wieder.
    Selbst gesehen und von Einheimischen berichtet, z.B. in Kleinstädten des Schwarzwaldes.

  • 1
    0
    Nixnuzz
    15.11.2019

    @Interessierte: 1 grüner. Für die Ehrlichkeit. "Wenn ich einmal reich wär, eididideldidel dum".. würd ich Ihnen eine 5-Tage-Side-seeing-tour zumindest von Köln über Duisburg nach Essen bis Dortmund spendieren. Dem mittlerweile verbrannten Herz des Aufstiegs aus der Asche des Krieges.

  • 1
    4
    Interessierte
    14.11.2019

    Wir waren eben nie im Westen , deshalb hatten wir das angenommen , weil immer alles so ´wunderschön` dargestellt wurde im sauberen und gepflasterten Deutschland ...

  • 8
    1
    osgar
    13.11.2019

    So etwas kann nur jemand schreiben, der (die) noch nie im Westen war.

  • 2
    9
    Interessierte
    13.11.2019

    Im Westen würde es so etwas nicht geben ...
    Und dazu noch die vielen holpernden Fußwege in der gesamten Stadt !



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