Anwohner verärgert: "Wir sind abgekoppelt"

Die Zufahrt zu einer Siedlung in Klaffenbach ist wegen einer Baustelle gesperrt. Nicht nur das sorgt bei Anliegern für Kritik.

Klaffenbach.

Am Mittwochmorgen machte sich Ludwig Rockhausen auf den Weg zu einem Arzttermin. Als er Stunden später in sein Haus in der Siedlung an der Adorfer Straße zurückkehrte, war der Weg durch eine Baustelle auf der Straße versperrt. Bauarbeiter hätten ihn auf Bitten noch durchgelassen, berichtet der 69-Jährige. Nachbarn sei es aber anders ergangen. "Viele wurden kalt erwischt und standen unverhofft vor den Sperrschildern."

Die Baustelle wurde auf der Adorfer Straße zwischen Klaffenbacher Hauptstraße und Kircheck eingerichtet. Grund dafür ist nach Rathaus-Angaben der Ausbau des Breitband-Internet-Anschlusses in dieser Region. Damit ist die Zufahrt in die Siedlung aus einer Richtung voll gesperrt. "Wir sind von der Außenwelt praktisch abgekoppelt", meint Rockhausen. Tatsächlich gibt es einen Weg heraus und hinein in das Gebiet. Der führt über Adorf und Neukirchen und ist deutlich länger. Um beispielsweise zum Kaufland in Hutholz zu gelangen, müssten Anwohner nun 15 statt 5 Minuten Fahrzeit mit dem Auto einplanen.

Rockhausen stört vor allem die lange Dauer der Sperrung bis Ende Februar und die fehlenden Vorabinformationen vonseiten der Stadtverwaltung. "Sieht so der vertrauensvolle Umgang der Verwaltung mit den Bürgern aus?", fragt er. Der Bundestagsabgeordnete Detlef Müller, der ebenfalls in der Siedlung zu Hause ist, sagt, er habe erst am Montag aus der Zeitung von der Baustelle erfahren. Man sei "abgeschnitten", ergänzt er.

Die Stadtverwaltung teilt auf Anfrage mit, Anwohner, "die unmittelbar im Sperrbereich liegen", seien vorab von der zuständigen Baufirma informiert worden. Zudem seien die Maßnahme und die Einschränkungen in die Baustelleninformation vom 10. Januar aufgenommen worden, die auch im Internet eingesehen werden könne.

Betroffen von der Sperrung sind auch die Fußballer von Grün-Weiß Klaffenbach, deren Vereinsgelände an der Adorfer Straße liegt. Abteilungsleiter Marcel Keßler sagt allerdings, wer sich vor Ort auskenne, könne den langen Umweg vermeiden. Eine deutlich kürzere Strecke führt nämlich über den Wasserschloßweg und die Straße Kircheck in die Siedlung. Wäre das nicht die bessere Umleitung? Das Rathaus verneint: Die Straße am Kircheck sei teilweise eine private Straße und könne deswegen nicht als Umleitung genutzt werden. Für Montag kündigt die Verwaltung allerdings einen Vor-Ort-Termin an. Dabei soll es um die Befahrbarkeit der Adorfer Straße für Anlieger außerhalb der Arbeitszeit gehen, heißt es.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    4
    Steuerzahler
    18.01.2020

    „ Das Rathaus verneint: Die Straße am Kircheck sei teilweise eine private Straße und könne deswegen nicht als Umleitung genutzt werden.“ Dann soll die Stadtverwaltung doch die Frage beantworten, warum genau über diese Umleitung der Verkehr in der Vergangenheit umgeleitet wurde, als der Abwasseranschluss stattfand und die Klaffenbacher Hauptstraße nicht befahrbar war.



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