Anwohner wollen Raser auf der Dorfstraße ausbremsen

Weil sich einige Autofahrer nicht an das Tempolimit halten, wird in Claußnitz über den Test mobiler Messanlagen nachgedacht.

Claußnitz.

Auf der Röllingshainer Dorfstraße treten Kraftfahrer nach Einschätzung von Anwohnern häufig zu stark aufs Gaspedal. Erlaubt ist Tempo 30. Es gebe aber Raser, die mit deutlich höherer Geschwindigkeit unterwegs sind, schilderte ein Besucher in der Bürgerfragestunde der jüngsten Ratssitzung.

Die Gemeinde sei mehrfach aufgefordert worden, über die Geschwindigkeitsbegrenzung hinaus Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung einzuleiten, sagte er. Praktikabel sei aus derzeitiger Sicht nur die Anschaffung mobiler Messgeräte, so Bürgermeister Günter Hermsdorf (CDU). Straßen umzugestalten sei nicht geplant. Pro Gerät mit digitaler Geschwindigkeitsanzeige und Datenspeicherung muss die Gemeinde nach seinen Angaben rund 3000 Euro ausgeben. Er schlug vor, dass in der ersten Sitzung des neu gewählten Gemeinderates entschieden wird, ob zunächst leihweise ein solches Gerät im Ort getestet wird. Klagen über zu schnelles Fahren gibt es aus mehreren Ortsteilen. "In den Ortslagen gilt abseits der Hauptstraßen überall Tempo 30. Das hat der Gemeinderat in den 1990er-Jahren durchgesetzt", sagte der Ortschef. Im Wesentlichen seien alle der Auffassung, dass sich dadurch vor allem die Sicherheit sowie auch Ruhe und Lebensqualität, verbessert haben. Mit mobilen Messgeräten könnten laut Hermsdorf mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Erfahrungen in Nachbarorten zeigten, dass Fahrer abbremsen, nachdem sie ihre Geschwindigkeit auf dem Display gesehen haben, berichtete er. Außerdem erinnern lachende oder traurige Smileys die Autofahrer an das Tempolimit. Der Nachbarort Lichtenau hat deshalb beschlossen, den Bestand von fünf mobilen Tempomessanlagen zu erweitern. In der Gemeinde erhofft man sich zudem von den aufgezeichneten Daten Hinweise, wo sich Temposünder häufen.


Claußnitz stand ebenfalls vor dem Dilemma, dass gegenüber Polizei und Landratsamt die Beobachtungen der Anwohner wenig Gewicht haben, sagte Hermsdorf. Der Eindruck der Claußnitzer könne täuschen. Doch nur die Behörden dürfen Blitzer aufstellen sowie Buß- und Verwarngelder verhängen. "Wir wurden abgewiesen. Es hieß, dass nicht genügend Technik für Kontrollen auf den Ortsstraßen da ist und Anforderungen an die Messstellen, wie eine längere, gerade Strecke mit freier Sicht, beachtet werden müssen", sagte ein Gemeinderat.

Die Aufzeichnungen mobiler Geräte geben Aufschluss über das Verkehrsaufkommen sowie Anzahl, Uhrzeit und Art der Tempoverstöße. "Damit hätten wir etwas in der Hand, um an Schwerpunkten gezielte Kontrollen durch die Behörden zu fordern", so Hermsdorf. Aus Sicht des Bürgers sollte die Röllingshainer Straße zuerst ins Visier genommen werden. Ansonsten drohe, dass sie nach Abschluss der Bauarbeiten an der Straße in Richtung Ottendorf noch stärker als bisher zur Rennstrecke werde.

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