Anzahl der Straftaten in Mittelsachsen erhöht sich

Während die Kriminalität in der Region Chemnitz zurückgeht, ist im Landkreis das Gegenteil der Fall. Jetzt wird nach Erklärungen gesucht.

Freiberg/Burgstädt.

Im vergangenen Jahr sind im Landkreis Mittelsachsen 11.877 Straftaten registriert worden - 51 mehr als im Jahr 2017. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2018 hervor, die jetzt veröffentlicht worden ist. Der Landkreis schlägt damit aus der Reihe. Wie es konkret in den einzelnen Regionen aussieht, wird erst in den nächsten Tagen bekanntgegeben, so eine Polizeisprecherin. Burgstädt, Hartmannsdorf, Claußnitz, Mühlau und Taura gehören zum Polizeirevier Rochlitz, Lichtenau zum Revier Mittweida.

"Entgegen der Entwicklung in der Stadt Chemnitz und im Erzgebirgskreis ist die Zahl der Straftaten im Landkreis Mittelsachsen nicht rückläufig", erklärt Polizeipräsidentin Sonja Penzel. Gegenwärtig werde in ihrem Haus analysiert, so die Chefin der Polizeidirektion Chemnitz weiter, ob es eine Erklärung für die Entwicklungen gebe. Doch schaut man auf die Straftatentwicklung seit 2009, so ist zu sehen, dass die Anzahl der Straftaten rückläufig ist. 2009 gab es noch knapp 16.500 Straftaten, 2017/18 waren es jeweils knapp 12.000. Auch im Landkreis Zwickau hat sich die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um gut drei Prozent erhöht.

Der Statistik zufolge konnten im Landkreis Mittelsachsen 7565 Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote betrug 63,7 Prozent. Dabei wurde ein Mann aus der Region Döbeln gefasst, dem über 100 Einbrüche insbesondere in Gartenlauben vorgeworfen wurden.

Insgesamt wurden in Mittelsachsen laut Bericht 5028 Tatverdächtige ermittelt. Dabei handele es sich um 4290 deutsche und 738 nichtdeutsche Tatverdächtige. Von den 2225Personen, die 2018 Opfer einer Straftat wurden, waren mehr Männer als Frauen. Der gemeldete finanzielle Schaden summiere sich auf nahezu 11,5 Millionen Euro. Davon seien 4,2Millionen Euro Schaden durch Wirtschafts- und etwa 5,5Millionen Euro durch Diebstahlskriminalität entstanden.

Auch bei der Rauschgiftkriminalität nimmt Mittelsachsen eine traurige Sonderrolle ein. 2018 sei in Freiberg ein Drogentoter gefunden worden, sagt Polizeihauptkommissarin Jana Ulbricht. Das sei der einzige Todesfall infolge Rauschgiftkonsums gewesen,der im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz erfasst wurde. In dem Gebiet, das neben Mittelsachsen auch die Stadt Chemnitz und den Erzgebirgskreis umfasst, habe es 2017 zwei, 2016 einen und 2015 zwei Rauschgiftopfer gegeben. Polizeipräsidentin Sonja Penzel weiß: "Rauschgiftkriminalität wirkt sich auch auf andere Kriminalitätsbereiche aus. Beschaffungskriminalität ist oftmals auch Diebstahlskriminalität." So seien im vergangenen Jahr 186 Diebstahls- und 10 Raubhandlungen durch Konsumenten harter Drogen begangen worden. Allein in Mittelsachsen sind voriges Jahr 3458 Diebstähle erfasst worden. Während es weniger Ladendiebstähle (428 Fälle/-184Fälle) und Diebstähle aus Böden, Kellern oder Waschküchen (159 Fälle/-84) gab, wurde häufiger aus Büros, Lagern und Werkstätten (277Fälle/+47) sowie aus Automaten (40Fälle/+18) gestohlen. Von den 141Wohnungseinbrüchen in Mittelsachsen (9 Fälle mehr als 2017) wurden 31,2 Prozent aufgeklärt.

2018 sind im Landkreis laut Polizeistatistik zudem 89 Kraftwagen (+14 Fälle gegenüber 2017) und 60Krafträder (-1) gestohlen worden. Mit 471 Diebstählen aus Kraftfahrzeugen sei 2018 der niedrigste Stand der vergangenen fünf Jahre in dieser Rubrik erreicht worden.

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7Kommentare
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  • 3
    3
    DTRFC2005
    16.04.2019

    @thomboy: Ist Ihnen aufgefallen, das Ihr Linkbeispiel regional überhaupt nicht zu dem Artikel passt? Aber es ist ja auch egal. Beim Essen landen ja auch Äpfel und Birnen in einem Organ ( Magen).

  • 4
    4
    thomboy
    15.04.2019

    @Blackadder Ihre Aussage stimmt so nicht. Siehe hier: https://www.welt.de/politik/deutschland/article191584235/BKA-Lagebild-Gewalt-von-Zuwanderern-gegen-Deutsche-nimmt-zu.html?fbclid=IwAR28cOvbk3jSv1Cmi5WBRXRRq-NEmPgAq-Rwse0hxbIAdMxq2xL-WZ7_6MM

  • 8
    2
    cn3boj00
    15.04.2019

    Es gab ja hier nun schon ne Menge Statistiken zur Entwicklung angezeigter Straftaten, immer war von Zu- oder Abnahme die Rede. Aber wie in diesem Fall auch: bei einem Niveau von 12000 Fällen gehen doch 50 mehr oder weniger im statistischen Rauschen unter. Also bei Veränderungen die nicht man 1% ausmachen darf man getrost von einem gleichbleibenden Niveau ausgehen. Was man immer sieht, ist ein Rückgang gegenüber den Zeiten zwischen 1990 und 2010. Selbst als die "gefühlte" Kriminalität so hoch war wie noch nie und alle nach mehr Sicherheit riefen war sie niedriger als damals. Das sehe ich durchaus als positiv an.
    Dass der Anteil nichtdeutscher Straftäter zunimmt, ist auch nicht allein den Flüchtlingen geschuldet, sondern auch aus EU-Ländern, vor allem Osteuropas, nimmt die organisierte Kriminalität zu. Das hinwiederum sehe ich als sehr bedenklich an.

  • 5
    5
    thomboy
    15.04.2019

    @DTRFC2005: Es geschehen noch Wunder. Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Natürlich sind Täter immer böse. Aber leider ist die Zahl der ausländischen Straftäter MASSIEV gewachsen. Ich prangere also nicht nur Deutsche oder ausländische Täter an sondern alle. Also wieder "Fakenews" Ihrerseits!

  • 6
    7
    DTRFC2005
    15.04.2019

    @thomboy: Wow, es geschehen noch Wunder. Habe ich Sie doch tatsächlich falsch eingeschätzt. Ich dachte immer, Sie würden ausschließlich Ausländer als böse Täter sehen, dabei ist es umgekehrt. Sie prangern mit Ihren Kommentaren der gefühlten Unsicherheit stets die deutschen Täter an.

  • 7
    9
    Blackadder
    15.04.2019

    @thomboy: Nicht nur die Überschrift lesen. Die Zahlen sind seit Jahren in der Tendenz rückläufig, die Zunahme beläuft sich auf 0,4%.

  • 7
    9
    thomboy
    15.04.2019

    Da bin ich aber jetzt überrascht, ich dachte das ist alles nur gefühlt?!



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