Anzeige gegen Ex-Kämmerer bei Ermittlern eingegangen

Linken-Stadtrat wirft heutigem Limbacher Bürgermeister Untreue vor

Limbach-O./Chemnitz.

Das Agieren des früheren Limbach-Oberfrohnaer Stadtkämmerers Carsten Schmidt wird ein Fall für die Justiz. Stadtrat Jörn Wunderlich (Linke) hat Anzeige gegen den heutigen Bürgermeister wegen Untreue erstattet. Wunderlich wirft Schmidt vor, als Kämmerer die Pflicht missbraucht zu haben, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen. Allerdings steht noch nicht fest, welche Staatsanwaltschaft prüfen wird, ob der Anfangsverdacht einer Straftat besteht und Ermittlungen aufgenommen werden.

Wunderlich ist selbst Jurist und bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz tätig. Bei dieser Behörde hat er auch Anzeige erstattet, obwohl Limbach-Oberfrohna zum Bereich der Ermittler in Zwickau zählt. Seiner Meinung nach handele es sich um eine Wirtschaftsstrafsache, um die sich die Chemnitzer Staatsanwaltschaft schwerpunktmäßig kümmere, erklärte Wunderlich. Die Kollegen in seiner Behörde sehen das aber anders. Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart bestätigte auf Anfrage den Eingang der Anzeige. Allerdings sei die Akte vor wenigen Tagen an die Staatsanwaltschaft Zwickau weitergegeben worden, weil es sich nach erster Einschätzung nicht um eine Wirtschaftsstrafsache handele. Die Staatsanwaltschaft Zwickau konnte auf Anfrage noch nichts zu dem Fall sagen.

Hintergrund der Anzeige sind Unregelmäßigkeiten bei der Aufstellung der Haushalte der Stadt Limbach-Oberfrohna Anfang dieses Jahrzehnts. Nach Angaben der Rechnungsprüfung hat Schmidt die finanzielle Lage der Kommune jahrelang schlechter dargestellt, als sie tatsächlich war. Auch von Formfehlern bei Umschuldungen und Mängeln im Mahnwesen ist die Rede. Mehrere Stadträte hatten Schmidt deshalb scharf kritisiert. Dieser weist alle Vorwürfe zurück.

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