Anzeigetafel im CFC-Stadion abgebaut

Bauarbeiter haben die Leinwand demontiert, die der VfB Auerbach erworben hat. Und wo sehen die Chemnitzer künftig den Spielstand?

Vor drei Tagen konnten die fast 12.000 Zuschauer im Stadion an der Gellertstraße an dieser Stelle noch den Namen und das Foto des Doppeltorschützen im Sachsenpokalfinale sehen. Dort, wo Tobias Müller beim 2:0-Erfolg gegen den FSV Zwickau eingeblendet wurde, ist nun nur noch die Glaswand zwischen Südtribüne und Gegengerade zu sehen. Am Montag haben Arbeiter die Anzeigetafel abmontiert. Die acht mal fünf Meter große LED-Wand wird in einem anderen Stadion aufgebaut - in dem des Liga-Konkurrenten VfB Auerbach.

Hintergrund dafür sind Verträge aus der Zeit, als das Stadion für 27 Millionen Euro umgebaut wurde und der CFC noch Pächter und alleiniger Nutzer der Sportstätte war. Mehrere Bereiche der 2016 fertiggestellten Anlage, darunter die Kabinenausstattung und die Anzeigetafel, wurden nicht vom Eigentümer, der Stadt, bezahlt. Stattdessen hat sie der CFC über Leasingverträge finanziert. Die Raten waren aber bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Frühjahr 2018 noch nicht vollständig beglichen. CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon führte diese Verträge nicht fort. Die Leasinggesellschaft bot das Gerät daraufhin zum Kauf an. Regionalligist VfB Auerbach, der nach eigenen Angaben schon lange auf der Suche nach einer Anzeigetafel war, schlug zu und investierte vermutlich einen fünfstelligen Betrag.


Die Tafel war auch dem CFC angeboten worden. Insolvenzverwalter Siemon begründete seinen Verzicht auf einen Kauf der Anlage unter anderem damit, dass der Eigentümer des Stadions dafür zuständig sei, dass die Sportstätte über eine Anzeigetafel verfügt. Der CFC nutze die Spielstätte im Gegensatz zu früher ja nur noch spieltagsweise, argumentierte er. Das Rathaus gab allerdings an, nichts von einem Verkauf der Tafel gewusst und deswegen keinen Handlungsbedarf gesehen zu haben. Zuletzt hatten sich die Fraktions-Chefs von SPD sowie CDU/FDP, Detlef Müller und Tino Fritzsche, dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt um Ersatz bemüht. "Wir müssen eine Lösung finden, im Zweifelsfall mit der GGG", so Fritzsche gegenüber der "Freien Presse".

CFC-Sprecher Steffen Wunderlich teilte auf Anfrage mit, die GGG bemühe sich um eine neue Leinwand. "Es ist ja auch eine Aufgabe des Betreibers." Wann eine neue Leinwand angebracht werde, wisse er aber nicht, so Wunderlich. Die GGG war am Montag nicht mehr für eine Stellungnahme erreichbar.

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