Anzeigetafel: Stadträte sehen Kommune in der Pflicht

Der CFC muss seine LED-Leinwand abgeben. Stadträte fordern schnellen Ersatz - notfalls auch auf Kosten der Kommune.

Vereinsmitarbeiter, die Zwischenstände eines Drittliga-Heimspiels des Chemnitzer FC mit Hilfe von Blechschildern verkünden: Diese Szene soll es im Stadion an der Gellertstraße auch nach dem Verlust der derzeitigen Anzeigetafel nicht geben, fordern nun Stadträte. "Das wäre ja ein Witz. Der CFC steigt in die Dritte Liga auf und hat keine Anzeigetafel. Da muss eine her - wie auch immer", sagt Tino Fritzsche, Chef der CDU/FDP-Fraktion im Stadtrat, auf Anfrage.

Hintergrund: Die 40 Quadratmeter große LED-Leinwand, die vom CFC geleast worden war und zuletzt zum Verkauf stand, wurde vom Regionalligisten VfB Auerbach erworben. Wann sie in Chemnitz ab- und im Vogtland aufgebaut wird, ist offen. Fritzsche sieht die Stadt in der Pflicht. "Wir müssen eine Lösung finden, im Zweifelsfall mit der GGG", sagt er. Die GGG - eine hundertprozentige Tochter der Stadt - ist Betreiber der Sportstätte. Etwas verhaltener äußert sich SPD-Fraktionschef Detlef Müller. Die Stadt als Eigentümer sei auch an anderweitiger Vermietung des Stadions interessiert. "Deswegen sollten wir über Kauf oder Anmietung einer neuen Anzeigetafel diskutieren und möglichst schnell entscheiden", sagt er.

Tino Moritz und Kai Kollenberg

Sachsen 2019:Der „Freie Presse“-Newsletter zur Landtagswahl von Tino Moritz und Kai Kollenberg

kostenlos bestellen

CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon hatte seinen Verzicht auf einen Kauf der Anlage unter anderem damit begründet, dass der Eigentümer des Stadions dafür zuständig sei, dass die Sportstätte über eine Anzeigetafel verfügt. Der CFC nutze die Spielstätte ja nur spieltagsweise, argumentierte er. Das Rathaus hatte jedoch auf Anfrage mitgeteilt, nichts von einem Verkauf der Leinwand gewusst zu haben. Etwas Licht ins Dunkel bringt der Verkäufer, die LIL Leasing AG aus Stuttgart. Maik Henniger aus der Rechtsabteilung teilt auf Anfrage mit, dass sein Unternehmen die Leinwand zwar nicht der Stadt, wohl aber dem Stadionbetreiber, also der GGG, angeboten habe. Diese bestätigt das auf Anfrage. Man habe das Angebot bekommen, sich an einer Art Bieterverfahren um die Anzeigetafel zu beteiligen, sagt Sprecher Erik Escher. Das habe man aber nicht wahrgenommen, weil vorher in Gesprächen mit dem CFC vereinbart worden sei, dass sich der Verein beziehungsweise dessen Insolvenzverwalter um die Anzeigetafel kümmere. "Dass der Leasingvertrag durch den CFC nicht weiter bearbeitet wurde und deshalb Handlungsbedarf bestand, war uns so nicht bekannt", so Escher.

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 6 Bewertungen
8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    1
    BlackSheep
    23.04.2019

    @Blackadder, merken Sie das nicht so viele Rechtsradikale wie Sie finden,gibt es gar nicht.

  • 3
    10
    Blackadder
    23.04.2019

    @zeitungss: Ach ich denke, der CFC Film lenkt nicht ab, sondern zeigt ganz gut, wo die Probleme in Chemnitz liegen und zwar komprimiert im Fußball: politische Kungeleien, lokalpolitische Finanzkatastrophen, enge Verwicklung von Gesellschaft mit Rechtsradikalen- alles drin.

  • 7
    4
    Zeitungss
    22.04.2019

    @franzudo2013: Gehört alles noch in den zu drehenden Film. Endlich mal loslegen, das Volk braucht Unterhaltung und lenkt von wirklichen Problemen ab, was sich in der Vergangenheit schon mehrfach bewährt hat, wer sich noch erinnern kann.

  • 6
    2
    franzudo2013
    22.04.2019

    Das Stadion war Chefsache der Oberbürgermeisterin. Wer baut denn ein Stadion ohne Anzeigetafel? Wer schliesst denn für selbstverständliche Ausstattungsgegenstaende eines Stadions Leasingvertraege ab?
    Kann der Überflieger Detlef Müller alias Vitaminbonbon hier helfen? Fragen über Fragen.

  • 5
    9
    Blackadder
    22.04.2019

    Keinen Cent mehr für diesen Verein von der Stadt, bis die Probleme nicht gelöst werden.

    https://youtu.be/0GY0R19B1r4

    Sport im Osten. Sehr erhellend.

  • 6
    1
    guenni07545
    21.04.2019

    Diese Posse wird ja ständig mit ominösen Zahlen von diversen Medien gefüttert. 110.000 als Preis für den CFC, 11.000 für Auerbach? Was stimmt den nun?
    Außerdem hat der CFC als Mieter das Ding schon mal selber geleast, wie viele andere Ausstattungen im Stadion, was der Stadt gehört. Was letztlich auch zur finanziellen Misere mit beigetragen hat. Zumal werden dem Ding auch viele Pixelfehler nachgesagt.
    Der Eigentümer muss da jetzt auch mal selber handeln und nicht den "Schwarzen Peter" hin und her schieben!

  • 14
    3
    Zeitungss
    20.04.2019

    Die Verfilmung dieses Debakels hatte ich bereits angestoßen. Stoff für das Drehbuch ist ausreichend vorhanden und wird täglich ergänzt. An Sponsoren wird es sicherlich nicht scheitern, es wird ein Kassenschlager und Straßenfeger. Man könnte ihn natürlich als Abschreckung für andere Vereine benutzen, bzw. als Lehrfilm wie man es nicht machen sollte. Hier im Forum ist der CFC schon der Dauerbrenner, warum sollte es bei einer Verfilmung nicht auch klappen. Bei wem hier noch sportliche Ambitionen hochkommen, ist vermutlich gegen vieles resistent.

  • 18
    3
    mathausmike
    20.04.2019

    Ich habe Interesse am Tor vor der Südtribüne.
    Sind die Eckfahnen auch noch zu haben? (*_*)



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...