Auch der Sonnenberg hat ein kulinarisches Fest

Bei der Veranstaltung an der St. Josephkirche gab es internationale Speisen, Gespräche und Musik. Der große Andrang blieb allerdings aus.

Tschechischer Kartoffelsalat, iranische Sandwiches, italienische Pizzaecken und Sonnenberger Vollkornbrot. Das waren einige der Speisen, die am Wochenende auf einer langen Tafel beim Kulinarischen Festival der Kulturen an der St. Josephkirche angeboten wurden. Zum zweiten Mal nach der Premiere im letzten Sommer veranstalteten Bewohner des Sonnenbergs den Treff, um Bürger aus aller Welt zusammenzubringen, gemeinsam zu essen, Rezepte und Meinungen auszutauschen. "Es soll ein entspanntes Format sein, bei dem man praktisch über das Essen andere Kulturen kennenlernt", sagte Sebastian Nikolitsch vom Verein Kaffeesatz, der die Veranstaltung organisierte.

Die Iranerin Hadis Hamedizadeh hatte einen selbst gebackenen Kuchen in Herzform mitgebracht. Die junge Frau lebt seit einem halben Jahr in Chemnitz und spricht sehr gut deutsch, weil sie die Sprache liebe, wie sie sagt. Demnächst will sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita machen und strebt anschließend eine Ausbildung zur Erzieherin an. Veranstaltungen wie das Kulinarische Festival der Kulturen finde sie gut. "Ich möchte gern die Chemnitzer näher kennenlernen", erzählte sie. Erfahren habe sie von dem Treff beim Verein Chemnitzer Brücke. Der bietet montags bis freitags an der Frankenberger Straße einen Raum zur Begegnung und Hilfe beim Deutschlernen an. "Es ist wichtig, dass man mit Menschen aus anderen Ländern etwas zusammen macht, wie dieses Fest hier", sagte Grünen-Stadträtin Katharina Weyandt, die zugleich Vorsitzende des Vereins Chemnitzer Brücke ist.


Durch einen Flyer im Briefkasten ist Familie Schellner auf die Veranstaltung an der St. Josephkirche aufmerksam geworden. "So etwas sollte es hier viel öfter geben", sagte Heike Schellner, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter am Samstag Nudelsalat, Pizzaschnecken und Flammkuchen beisteuerte. "In der Kommunikation mit Menschen anderer Kulturen merkt man immer wieder - so viele Gegensätze gib es zwischen ihnen und uns überhaupt nicht", berichtete sie. Sie hätte sich allerdings mehr Besucher gewünscht und generell, dass die Bürger in der Stadt mehr miteinander reden. Ob es an der zu geringen Werbung lag, den Parallelveranstaltungen im Zentrum oder dem Format an sich, konnte Organisator Sebastian Nikolitsch nicht sagen, doch Besucherströme blieben aus. Das Festival auf einem Kirchgelände zu veranstalten, hätte rein organisatorische Gründe gehabt. "Wir verfügen hier einfach über die nötige Infrastruktur wie Strom oder Toiletten. Das ist wichtig bei einem kleinen Budget", so Nikolitsch. Dennoch habe man alle Bürger - egal ob zur Gemeinde gehörend oder nicht - ansprechen wollen. "Und wir werden das auch weiterhin tun", sagte er. In welcher Form das Festival 2020 stattfindet, stehe aber noch nicht fest.

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