Ausgesetzt: Anwohner finden Echsen und Chamäleon

Die drei Tiere wurden in der vergangenen Woche in das Tierheim gebracht. Dort sind sie nicht die einzigen Exoten.

Altchemnitz.

25 Hunde, 50 Katzen, ein paar Vögel - und jetzt zwei Bartagame und ein Pantherchamäleon. Das Tierheim Chemnitz hat vergangene Woche die exotischen Tiere aufgenommen, nachdem Anwohner sie an zwei verschiedenen Stellen der Stadt gefunden hatten, berichtet Mitarbeiterin Antje Schmidt.

Die freigelassenen Bartagamen - Echsen, die bis zu 35 Zentimeter groß werden und vor allem in Australien beheimatet sind - wurden am 1. und 5. August an der Zwickauer Straße in Schönau am gleichen Ort gefunden. Antje Schmidt geht davon aus, dass sie zusammengehören. "Es sind ein Weibchen und ein Männchen, sie verstehen sich." Das Pantherchamäleon ist eine Chamäleon-Art die auf der Insel Madagaskar vor der Ostküste Afrikas zu finden ist. Dieses Tier sei am 1. August auf dem Radweg von Kleinolbersdorf nach Gornau entdeckt worden, so Antje Schmidt. Die Tiere wurden in Terrarien untergebracht. Warum sie ausgesetzt wurden, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen, sagt Schmidt. Die Urlaubszeit sei für sie weniger ein Grund. Vielmehr die hohen Kosten, die die Haltung der Reptilien verursache. Sie benötigten nicht nur Platz, sondern auch spezielle klimatische Bedingungen wie Wärme, die durch entsprechende Lampen erzeugt werde: "Das kostet viel Strom", so Antje Schmidt. Für eine artgerechte Haltung sei eine Nachbildung des Lebensraumes der Tiere nötig, sagt sie. Dabei komme auch das Tierheim, das sich in Trägerschaft des Tierschutzvereins für Chemnitz und Umgebung befindet, an seine Grenzen. "Viele Exoten leben sehr lange hier, deutlich länger als einen Monat, da es kaum Nachfrage nach diesen Tieren gibt. Aber das ist keine dauerhafte Lösung", sagt Schmidt. Sie beklagt, dass sich Menschen bei der Anschaffung solch anspruchsvoller Tiere oft wenig Gedanken machten. "Dabei benötigen Exoten mehr Pflege als ein Meerschweinchen." Der Wechsel ins Tierheim bedeute für die Tiere Stress. "In den ersten Tagen haben sie fast nichts gegessen. Die neue Umwelt ist für sie schwierig." Während sich Bartagame hauptsächlich von Gras und Kräutern ernährten, müssen die Futterinsekten für das Pantherchamäleon gekauft werden, sagt Schmidt.


Der Trend zur Haltung exotischer Tiere nehme zu, sagt sie. Demzufolge würden auch im Tierheim öfter Exoten aufgenommen. Platz sei für sieben bis acht Reptilien. Neben den Neuankömmlingen würden derzeit vier Schlangen und zwei Schildkröten betreut, so Schmidt.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    cn3boj00
    09.08.2017

    Wann verbieten die Politiker endlich die private Haltung von Wildtieren, statt immer auf dem Zirkus herumzuhacken?



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