Ausstellung darf vorerst in Lichtenstein bleiben

Streit über Domizil von Daetz-Stiftung und Holzkunstschau

Lichtenstein.

Gespannte Gesichter am im Saal 345 des Zwickauer Landgerichts. Setzt die Justiz die Lichtensteiner Daetz-Stiftung samt ihrer 600 Holzkunst-Exponate per Beschluss an die frische Luft? Diese Frage stand vor der Verhandlung über die Zukunft der Ausstellung im Mittelpunkt der Debatte aller Beteiligten. Die Justiz muss sich mit einem Streit beschäftigen, den es zwischen Lichtenstein und der Daetz-Stiftung seit längerer Zeit gibt. Hintergrund ist auch ein Vertrag, den die Kommune mit der Stiftung hat.

Zum Auftakt der Verhandlung klärte Richter Jörg Reneberg die Anwesenden zunächst einmal über eine Entscheidung auf. "Entgegen meiner ursprünglichen Ankündigung wird es heute keine Endentscheidung geben." Die Ausstellung im Daetz-Centrum darf vorerst bleiben. Ob es nur eine Galgenfrist ist, hängt vom Fortsetzungstermin im Januar 2020 ab.

Seit Jahren schwelt der Konflikt zwischen der Stadt Lichtenstein und der Stiftung. Für die Stadt war das Daetz-Centrum von jeher ein Zuschussgeschäft, das schon vor achtJahren vom Sächsischen Rechnungshof beanstandet wurde. Statt der vertraglich vereinbarten 26.000Euro jährlich musste die Stadt sechsstellige Summen zuschustern. Der Grund: Besuchermangel. Es fehlten schlichtweg die notwendigen Eintrittsgelder, um das Minus zu verringern. "Kultur ist immer ein Zuschussgeschäft. Aber das Daetz-Centrum hat die Stadt mehrere Millionen Euro gekostet. Das geht so nicht weiter", so SPD-Stadtrat Jürgen Hofmann.

Knackpunkt an der Geschichte: Der Vertrag zwischen Stiftung und Stadt war im Laufe der Jahre geändert worden. Eine Klausel besagt, dass die Stadt ihr kündigen darf, wenn sie nicht mehr über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Ein Gutachten der Landkreisbehörde bestätigt die klammen Kassen der Kommune. Die Stadt musste ein Haushaltskonsolidierungskonzept einreichen. Durch die Kündigung des Vertrages würde die Stadt viel Geld sparen. Altfried Luthe, Sprecher des Landgerichts: "Es kann sein, dass der damalige Bürgermeister Wolfgang Sedner noch einmal als Zeuge gehört wird. Er hat den Vertrag geschlossen. Eventuell wird auch ein Gutachten nötig sein." Peter Daetz sieht es so: "Solange es keine Entscheidung des Gerichts gibt, denke ich auch nicht darüber nach, wohin ich mit der Schau ziehe."

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