Autobahnzubringer gesperrt: Verkehr steckt im Dauerstau

An einer der wichtigsten Kreuzungen in der Erzgebirgsregion wird gebaut. Autofahrer fragen sich, warum nicht in Schichten gearbeitet wird.

Stollberg.

Die vor einer Woche an der B 180, Auer Straße in Stollberg, gestarteten Bauarbeiten gelten einer Trasse, die als Autobahnzubringer vor allem für den Fernverkehr genutzt wird. Vorerst ist die Verbindung aus Stadtrichtung Stollberg zum Autobahn-Anschluss Fahrtrichtung Chemnitz gekappt. Nun rollt überregionaler Verkehr Stoßstange an Stoßstange durch die Stadt.

Und damit nicht genug. Zwei weitere Vollsperrungen werde es im Lauf des Jahres nochmals geben, kündigt Anja Baumann vom Stollberger Bauamt an. Wie sie erklärt, würden zunehmend mehr Anfragen dazu eintreffen, ob die derzeitige Vollsperrung nötig ist. "Teilsperren machen manchmal keinen Sinn, weil die Rückstaus dann kilometerlang werden", erläutert Baumann.

Das Bauvorhaben gilt mit etwa 1,5 Millionen Euro als eines der ehrgeizigsten in der Stadt. Ein Grund: Mit der Ansiedlung des Forschungs- und Entwicklungsunternehmens IAV und anderer Firmen am angrenzenden Gewerbegebiet sei die Umgestaltung der Verkehrsanbindung zum Betriebsgelände unumgänglich, so die Stadt. Deshalb hat die Kommune einen Ast des Knotens Richtung IAV bereits ausgebaut. Nun wird die gesamte Kreuzung aus den beiden Bundesstraßen im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bis Juni 2017 den Erfordernissen angepasst.

Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert beschreibt die nächsten Schritte so: Im derzeitigen auf drei Monate veranschlagten Bauabschnitt wird die Rechtsabbiegespur der B 180 - von der Autobahn kommend in Richtung Gewerbegebiet Stollberger Tor/ Süd (IAV Gesellschaft ) - verlängert und verbreitert. Am gegenüberliegenden Fahrbahnrand werden Bankett und Mulde angepasst, die Ampel wird erneuert. Wie Siebert weiter erklärt, sind für Arbeiten zur Verlegung von Regenwasserkanal, Strom- und Datenleitungen verschiedene Straßenquerungen erforderlich. Hier sei eine Vollsperrung die sinnvollste Variante, weil die Arbeiten parallel laufen können. Die Bauzeit verringere sich so um drei Wochen. Zur Kritik daran, dass nach Sperrung der Strecke vom Baubeginn nichts zu beobachten gewesen sei, sagt Siebert: "Eine Baustelle in dieser Größenordnung bedarf verschiedener Vorbereitungsarbeiten und einer umfangreichen Baustellenorganisation, und nicht alle vorgesehenen Arbeiten beginnen sofort am ersten Tag."

Zur Kritik, dass nicht in Schichten auf den Baustellen gearbeitet werde, erklärt Anja Baumann, dass es kaum Baufirmen gebe, die über die nötigen Ressourcen dafür verfügen. Aber auch Kostengründe sprächen in diesem Fall gegen Schichtarbeit.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...