Bahn durchs Muldental: Firma hat Interesse

Potenzieller Betreiber plant Fahrten für Firmen und Touristen

Wolkenburg.

Die Ideen für eine Wiederbelebung der Muldentalbahn für touristische Zwecke werden immer konkreter. Wie Oberbürgermeister Jesko Vogel auf der Bürgerversammlung in Wolkenburg sagte, hat eine private Eisenbahnfirma aus Mittelsachsen Interesse daran, die Bahnstrecke wiederzubeleben. Es gehe um Tourismusverkehr am Wochenende sowie Güterverkehr etwa im Auftrag von Landwirtschaftsbetrieben, erklärte Vogel.

Im Fokus stehe nicht die gesamte, 55 Kilometer lange Strecke von Glauchau bis Großbothen bei Grimma, sondern nur der Abschnitt von Glauchau bis Waldenburg. "Wir hoffen aber, dass wir den Betrieb bis Wolkenburg ausdehnen können", sagte Vogel. Nach seinen Angaben hat es vor einigen Wochen in Rochlitz ein Treffen mit Vertretern der Eisenbahnfirma sowie der Anrainerkommunen gegeben. Den Verlauf des Gespräches bewertete Oberbürgermeister als positiv. "Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Zum ersten Mal seit Jahren scheint es eine tragfähige Lösung zu geben."

Die Eisenbahnfirma bestätigte auf Anfrage der "Freien Presse", dass es Überlegungen zur Reaktivierung der Muldentalbahn gebe. Nähere Angaben wollte der Geschäftsführer aber noch nicht preisgeben. Er verwies auf weitere geplante Gespräche und stellte genauere Informationen für Mitte Dezember in Aussicht. In Rochlitz gibt es derweil Überlegungen, den Abschnitt bis Narsdorf wieder in Betrieb zu nehmen, um eine Verbindung nach Leipzig einrichten zu können.

Die Diskussion um die Muldentalbahn hat im Laufe dieses Jahres immer mehr an Dynamik gewonnen. Als Eisenbahnenthusiasten in den Sommermonaten Draisinenfahrten anboten, war das Interesse groß, egal ob diese in Wolkenburg oder Waldenburg stattfanden. Zum Teil mussten Interessierte wieder nach Hause geschickt werden. Die Strecke gehört derzeit einer Firma aus Chemnitz, die an einer regelmäßigen Nutzung der Verbindung interessiert ist. Im Jahr 2002 hatte die Deutsche Bahn nach der damaligen Hochwasserkatastrophe den Schienenverkehr auf der landschaftlich reizvollen Strecke durch das Muldental stillgelegt.

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