Bahn prüft IC-Verlängerung bis Chemnitz

Chemnitz.

Die schnellstmöglich realisierbare Fernbahnverbindung von und nach Chemnitz wird voraussichtlich über Dresden nach Berlin und Rostock führen. Die Deutsche Bahn prüft gegenwärtig zwei Varianten zur Verlängerung dieser Intercity-Linie 17 und rechnet bis zum Herbst dieses Jahres mit Ergebnissen. Er sei zuversichtlich, dass es dann ein entsprechendes Angebot geben wird, sagte der Konzernbevollmächtigte für Sachsen, Eckart Fricke, am Mittwochvormittag auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung mit dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) im Chemnitzer Rathaus. Mit der Verlängerung der IC-Linie von Düsseldorf nach Gera bis Chemnitz und der Elektrifizierung der Strecke Chemnitz-Leipzig wird dagegen erst ab Ende der 2020er-Jahre gerechnet, so Fricke.

Für den Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig gibt es zwei Trassenvarianten, die derzeit untersucht werden. Der Bund hat nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung den Verlauf über Borna in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Der Grund sei, dass dort bis Geithain bereits ein Fahrdraht hänge, sagte Fricke. Der Freistaat Sachsen und die Bahn favorisieren die Strecke über Bad Lausick. Dies scheine der attraktivere Weg zu sein, so Fricke.


Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) erklärte, dass sich der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen um die schnellstmögliche Erneuerung der Züge auf der Regionalbahnlinie RE 6 Chemnitz-Leipzig bemüht. (mib/dpa)

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8Kommentare
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  • 2
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    Mike1969
    11.07.2019

    Und wie immer viele Bekundigungen, Erklärungsversuche, Versprechungen, Laber Laber Laber … So wie wir Chemnitzer und Südwestsachsen es von den sächsischen Verantwortlichen seit eine gefühlten Ewigkeit gewöhnt sind. Und dann doch tatsächlich im September erwarten, dass man diese Tatenlosigkeit auch noch mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel unterstützen soll. Finde ich echt mutig oder denken echt alle, dass wir Wähler dumm sind? Wie, was. NIEMALS! Jeder hat seine Zeit. Was er in der Zeit zum Wohle seiner Bürger drauß macht, dass liegt an jedem der Gewählt selbst. Für mich ist Eure Zeit daher abgelaufen. Tut mir leid - aber ihr hattest es in der Hand. Nicht ich!

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    Zeitungss
    11.07.2019

    Nun ja, auch der Bahnvorstand erfindet das Rad gerade neu, wenn auch nicht aus eigener Initiative, er hat bekanntlich andere Aufgaben.
    Das Volk als Bittsteller für die Daseinsfürsorge des Staates, soweit sind wir gekommen, dabei ist inzwischen jedes zweite Wort VERKEHRSWENDE.

  • 4
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    Klemmi
    11.07.2019

    Eigentlich eine positive Nachricht, was schlussendlich daraus wird, werden die Chemnitzer sehen. Tatsache ist, dass sich das Management der DB ein mangelhaftes Zeugnis ausstellt. Unter Mehdorn verlor Chemnitz den Fernverkehr. Großspurig wurde verlautbart, dass auf der Sachsen-Franken-Magistrale nie wieder Fernverkehr verkehren wird, 2015 tauchte diese Linie wieder in Plänen der DB auf, nachdem der Fernverkehr in die große Krise geriet. Die Pläne des Managements gingen nie auf, alte Verbindungen werden aus der Versenkung geholt- in Chemnitz wird lediglich der Status quo erreicht- immerhin. Chemnitz-Leipzig spiegelt eindrücklich die Gründe für einen Demokratieverdruss und fehlendes Vertrauen in die etablierten Parteien. Wenn für 80 km Fahrdraht einer bestehenden Bahntrasse, zwischen zwei Großstädte mehr Zeit verplempert wird, für Gutachten und Planungen, als das der eigentliche Bau Zeit beansprucht, hilft es kaum von Planungsbeschleunigung zu reden, dies sollte bei allen Klimadiskussionen schon längst Wirkung zeigen, stattdessen träumt man von Lufttaxis und verliert den Rest an Glaubwürdigkeit.

  • 1
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    vitaminbonbon
    10.07.2019

    @698236
    „Herr Detlef Müller spricht von Planungsbeschleunigung ohne zu wissen, wovon er inhaltlich spricht.“
    Wat? Weil? Es geht konkret um das zeitliche Einsparen von Klageebenen, verkürzten Auslegungszeiten, einer einzigen Genehmigungsbehörde usw. Ich habe lediglich eingefordert, diese Möglichkeiten, die es mit dem Planungsbeschleunigungsgesetz hibt, konsequent zu nutzen.
    Es geht also bei Chemnitz-Leipzig nicht um schwarzgemalte 20 Jahre, sondern um 8-10 Jahe, was schlimm genug ist. Allerdings, so ehrlich sollte man auch sein und das „ in-China-werden-da-20-Flughäfen-gebaut“ einfach mal stecken lassen: Planfeststellung mit Umwelt- und Lärmschutzprüfung ist notwendig. Einspruchsmöglichkeiten auch. Ansonsten könnte ja mit der angezeigten verlängerung des IC 17 von Rostock-Berlin-Dresden nach Chemnitz/Zwickau (ja, ganz eitel: meine Idee vom 16.04. bei der IHK) zumindest in diese Richtung der Fernverkehrsanschluss von Chemnitz relativ zügig kommen -können- .Der allerdings selbstredend nicht Ausbau und Elektrifizierung Chemnitz-Leipzig in Frage stellt.
    Beste Grüße
    Detlef Müller

  • 1
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    Interessierte
    10.07.2019

    Diese Strecke wäre veraltet , wurde gesagt , woran liegt denn das , ich dachte , die Bahnstrecken wurden alle neu gemacht in Verbindung mit dem ´Tunnel Leipzig` …
    Und wir leben doch jetzt im Westen , auch hier in Sachsen , oder gehört Chemnitz gar nicht zu Sachsen , und von Zwickau fährt man doch auch nach Leipzig ?

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    3
    cn3boj00
    10.07.2019

    Gut, für Ostseeurlauber immerhin schon mal was. Es gab übrigens schon bei der Reichsbahn ne Direktverbindung Chemnitz - Rostock, da wurde mit Dampflok gefahren und die Reisezeit betrug etwas über 5 Stunden. Es ist ein Unding, dass die drittgrößte Stadt der neuen Länder nicht mit allerhöchster Priorität ans ICE-Netz angebunden wird, im Westen ist ist jede auch nur halb so große Stadt angebunden. Sinnvollerweise kann das nur über Grea passieren, und da sollte man endlich mal einen Bautrupp losschicken! Aber der Osten ist doch nicht wirklich wichtig, und Sachsens Politiker sind doch unfähig endlich mal auf den Tisch zu hauen. Sie wundern sich nur wenn die Wähler nicht willens sind die endlosen Bemühungen anzuerkennen.

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    Haecker
    10.07.2019

    Es gibt für die Strecke nach Leipzig mal wieder eine Untersuchung zu den Trassenvarianten! Wieviel Studien für diese Strecke hat es eigentlich in den letzen 10 Jahren schon gegeben?
    Und was die Mitte-Deutschland-Linie angeht: Die Elektrifizierung zwischen Weimar und Gera ist ja schon geklärt. Der Abschnitt Gößnitz - Glauchau ist schon elektrifiziert (wobei eine Einbeziehung von Zwickau trotz des Umwegs sicher sinnvoll ist). Es geht nur noch um das kurze Stück zwischen Gera und Gößnitz.

  • 13
    2
    698236
    10.07.2019

    Resumee: Auch Chemnitz wird noch mind. 20 Jahre auf einen Fahrdraht und zweigleisige Eisenbahnstrecke Richtung Leipzig warten. Wenn es dann mal überhaupt geschehen wird. Man sollte sich noch an den Termin mit dem Vorgängerminister Morlock vor fast genau 5 Jahren erinnnern. Seitdem ist nichts passiert. Herr Detlef Müller spricht von Planungsbeschleunigung ohne zu wissen, wovon er inhaltlich spricht. Das zahlreich erschienene Publikum wurde mit Platitueden ruhig gestellt. Das ist halt die Wahrheit. Die Verantwortlichen wechseln und die Deutsche Bahn AG wird nichts ohne "finanziellen" Freifahrtschein in Ausbau und Elektrifizierung unternehmen.



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