Bahnhof bleibt vorerst ohne Kameras

Videoüberwachung soll nicht vor 2025 kommen

Während in der Chemnitzer Innenstadt die Inbetriebnahme der Videoüberwachung im und am Stadthallenpark bis zur Zentralhaltestelle bevorsteht, wird es in naher Zukunft auf dem Hauptbahnhof keine Videokameras geben. Das haben die Deutsche Bahn und die Bundespolizei auf "Freie Presse"-Anfrage erklärt. Anlass war der Übergriff auf eine junge Frau aus Afghanistan, die im April auf dem Freiberger Bahnhof angepöbelt und geschlagen worden war. Weil es auf den dortigen Bahnsteigen - genauso wie in Chemnitz - keine Videoüberwachung gibt, ist die Körperverletzung nicht aufgezeichnet worden.

Zuständig für die Bahnsteige auf Bahnhöfen in Deutschland ist die Deutsche Bahn. Auf Nachfrage, warum es auf den Anlagen in Freiberg und Chemnitz keine Kameras gibt, erklärte ein Sprecher: "Eine flächendeckende Videoüberwachung ist aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich. Videotechnik ist nur dann zulässig, wenn sie erforderlich, angemessen und verhältnismäßig ist." Deutsche Bahn und Bundespolizei planen die Installation von Videotechnik gemeinsam nach bestimmten Kriterien.

Die Bundespolizei ordnet jeden Bahnhof in Kategorien von eins bis drei ein, erläutert eine Sprecherin der Bundespolizei in Chemnitz. Kriterien dafür sind zum Beispiel die Einwohnerzahl, die Kriminalitätsrate, der bauliche Zustand des Bahnhofes, die Anzahl der Reisenden, die Frequenz der einfahrenden Züge und die Nähe zu gefährdeten Objekten. "Chemnitz beispielsweise gehört zur Kategorie 3", so die Sprecherin. Die Hauptbahnhöfe in Hamburg und Berlin gehören dagegen zur Kategorie 1, weswegen es dort eine Kameraüberwachung gebe.

Bis 2021 will die Deutsche Bahn alle Bahnhöfe der Kategorie 1 mit Videotechnik ausstatten, ab 2021 dann auch Bahnhöfe der Kategorie2. Vor 2025 werde sich an den Bahnsteigen in Chemnitz in Sachen Videoüberwachung nichts tun, so die Sprecherin. (cor/gp)

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