Bar-Schließungen am Brühl: Streit um Rolle der Stadt

Buntes Szeneviertel oder ruhiges Wohngebiet? Nach dem Aus zweier Lokale stellt sich erneut die Frage, wohin sich das Quartier entwickeln soll.

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14Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Pedaleur
    10.02.2020

    @mops0106: Kann mit ihren Beiträgen absolut konform gehen. Gerade der letzte trifft es genau.

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    mops0106
    08.02.2020

    Mal wieder durch das Hin- und Herspringen durch diese aufdringliche Werbung auf Absenden gerutscht.
    In den Nachtbars konnte man noch niveauvoll tanzen gehen. Sind vergleichbar mit den heutigen Clubs, aber man hatte zwischendurch seinen Tisch/ Platz.
    Die Nachtbars waren alle in Gebäuden, die keine Wohngebäude sind. Schade, dass die Hotels das heute nicht mehr anbieten. Mit Schallschutz würden auch die Hotelgäste nicht gestört.
    Clubs haben es heute auch so schwer. Ich glaube, viele ü40/ü50- er haben keine Lust, den ganzen Abend irgendwo herumzustehen. Die haben aber das Geld. Die Jungen glühen bei Freunden oder an der Tanke vor, um sich dann an einem Getränk festzuhalten. Davon kann kein Betreiber existieren.

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    mops0106
    08.02.2020

    @994374:
    In den Wohngebietsgaststätten war ja 24 Uhr Schluss. Die Bars waren länger auf "Kossi" war unsere Lieblingsbar. Da sind wir meist einmal im Monat nach der Spätschicht hin.

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    994374
    08.02.2020

    @mops0106: Danke für Ihren Kommentar!
    Ich kann mich auch noch gut an ehemalige "Tanzgaststätten" zu DDR-Zeiten erinnern, die es nicht nötig hatten, in einem Wohnhaus unterzukriechen:
    1. Stadtkeller (Musik ist dort heute verboten, weil sich die (ständig wechselnden) Hotelgäste darüber gestört fühlen könnten. (???)) (Ob da etwas Schalldämmung helfen könnte?)
    2. Kosmos-Bar, auch in einem Nicht-Wohnhaus
    3. Tanzbar im Kongress-Hotel
    4. Tanzbar im Hotel Moskau (Hotel an der Oper)
    5. Hofbar (Chemnitzer Hof)
    6. „Schlachthof“ (bei Sachsenallee)

    Außer dem Schlachthof lagen diese Einrichtungen total verkehrsgünstig.
    An den Wochenenden wurden auch noch mehrere Betriebsgaststätten einschlägig genutzt. (Die Ballhäuser waren ja größtenteils zerbombt.)

    Und vor allem – es war immer überall rappelvoll!

    Übrigens, wie heute auch die Freie Presse meldete: In der ebenfalls zu entwickelnden Inneren Klosterstraße, also in einer Top-Lage, ich sage nur „Kerngbiet“(!), wird gerade wieder ein Platz für ein Cafe (Labyrinth) frei…

    Und was ist eigentlich mit dem Reitbahnviertel los?
    Dort sollten ja gezielt Wohnmöglichkeiten für Studenten angeboten werden.
    Die Studenten hätten ja vermeintlich nichts dagegen, wenn es im selben Haus „mal etwas lauter“ wird.

    Welcher Einfluss auf das Brühlgebiet ist durch die künftige Eröffnung der TU-Bibliothek zu erwarten?
    Ich rate mal: Die EDEKA an der Georgstr. und Geschäfte am vorderen Brühl könnten tagsüber profitieren. Weniger am Abend, denn am Brühl werden kaum Studenten wohnen (Campus Reichenhainer Str./Reitbahn-Viertel (?))
    Ausserdem ist abzuwarten, was auf dem Gelände des heutigen Busbahnhofes für Versorgungseinrichtungen entstehen werden.

  • 4
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    mops0106
    07.02.2020

    Vielleicht sind ja diejenigen, die zur Zeit in dem Haus wohnen einverstanden, dass in der Bar öfter Konzerte und Diskos stattfinden, aber das kann sich schnell ändern, wenn ein Mieterwechsel erfolgt. Dann bekommt der Vermieter seine Wohnungen vielleicht nicht mehr vermietet. Zumal die jetzt noch leerstehenden Wohnungen ja auch noch vermietet werden wollen.
    Viele Studenten stört die Lautstärke vielleicht nicht so sehr. Aber so viele wohnen wahrscheinlich nicht auf dem Brühl, da sie sich die Mieten der hergerichteten Häuser nicht leisten können. Wenn man eine Familie gründet, einen anstrengenden Beruf und Kinder hat, möchte man abends Ruhe haben in seinem Wohnhaus.
    "Aber bis 22 Uhr, freitags und samstags bis 0 Uhr, muss es auch mal etwas lauter zugehen dürfen, wenn der Brühl sich so entwickeln soll, wie immer gesagt wird." - Das bedeutet, man muss immer noch zwei Stunden zur jeweiligen Veranstaltung dazurechnen, denn die Leute sind ja nicht plötzlich ganz leise, nur weil die Zeit
    ran ist. Man steht auch vorm Cafe, raucht und quatscht.
    Der Spagat ist sehr schwierig und in der Nähe von vorwiegend Wohnbebauung zumindest für mich nicht realisierbar. Das geht vielleicht bei selbstverwalteten Häusern/ "Zukunft" Lpz. Str., aber die Masse der Menschen möchte wahrscheinlich so nicht leben.
    Für junge Leute aber auch für die mittleren Jahrgänge ist in Chemnitz zu wenig los. Zu DDR-Zeiten gab es in den Neubauvierteln Wohngebietsgaststätten, in denen Diskos und Familientanz stattfand. Dort haben sich Leute von 16 bis vielleicht in den 60ern getroffen und komischerweise meist auch verstanden. Diese Gebäude waren fußläufig zu erreichen, aber sinnigerweise nicht in einem Wohnhaus. Tagsüber wurden die Gebäude zur Schülerspeisung und als Gaststätte genutzt. Tja, es war eben nicht alles schlecht ;-)).

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    Kastenfrosch
    06.02.2020

    ""Wer Immobilien in einer Innenstadt erwirbt, muss mit Veränderungen rechnen." - Wir werden ja sehen, ob Sie damit Recht haben."

    Über welche Zeiträume sprechen wir denn? Gehen Sie 100, 50, 20 Jahre in die Vergangenheit und Sie werden sehen, dass ein Viertel wie der Brühl zu allen Zeiten Veränderungen unterworfen war. Nicht zuletzt wegen den dort lebenden Menschen und ihren geänderten Anforderungen und Lebensweisen. Vielleicht können wir in wenigen Jahren eine reine Schlafstadt besichtigen, wenn die Pläne Einiger aufgehen.

    "Soll man doch die betroffenen Anwohner abstimmen lassen - mehr Direkte Demokratie wird ja überall gefordert und versprochen !"

    Warum sollte man sich darauf einlassen, wenn – wie hier im Artikel beschrieben – heute bereits die Beschwerde eines Einzelnen genügt um vermeintlichen Ruhestörern den Hahn abzudrehen? Nein, die Stadt wird sich nicht aus der Verantwortung stehlen können, wenn hier ein lebendiges Viertel entstehen soll.

    Wobei die jetzt eingetretene Situation nicht überraschen dürfte, wenn man sich beispielsweise den FP-Artikel "Chemnitz stellt Masterplan für den Brühl vor" aus dem Januar 2012 und die Kommentare dazu durchliest.

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    994374
    06.02.2020

    @Klemmi: Ich weiß z.B. von der Wahlberichterstattung, dass der Brühl auch zum "Zentrum" gehört. Ob das mit "Innenstadt" gleichzusetzen ist, ist mir jetzt mal egal, aber Fakt ist, dass es im "Zentrum" diverse Gebietskategorien gibt.

    "Wer Immobilien in einer Innenstadt erwirbt, muss mit Veränderungen rechnen." - Wir werden ja sehen, ob Sie damit Recht haben.
    Soll man doch die betroffenen Anwohner abstimmen lassen - mehr Direkte Demokratie wird ja überall gefordert und versprochen !

  • 10
    1
    Klemmi
    06.02.2020

    Liebe(r)994374, Sie kennen Ihre Stadt, falls sie es ist, nicht sonderlich gut. Der Stadtteilgliederung nach, darf ich sie in Kenntnis davon setzen, dass die Innenstadt zum Westen durch die Chemnitz, im Norden durch die Müllerstraße und August-Bebel-Straße und im Osten durch die Dresdner Straße sowie Bahnstrecke begrenzt wird und am nördlichen Rand der Innenstadt erstreckt sich der Brühl. Eine Aufwertung der Innenstadt, wäre, wenn ihre gezogene Grenze an der Parteisäge aufgelockert werden würde und Theaterplatz und Brühl wieder mit einbezogen werden würden. Zu Ihren Betrugsvorwürfen: That's life. Wer Immobilien in einer Innenstadt erwirbt, muss mit Veränderungen rechnen. Schäbig ist es, den Gewerbetreibenden irgendwas kultiges vorzugaugeln und dann mit Auflagen in die Knie zu zwingen. Ich kaufe mir auch keine Immobilien an einer Bahntrasse und hoffe es bleibt alles beim Alten. Die Dinge ändern sich, ob es Ihnen passt oder nicht. Diese Stadt braucht junge Menschen und diese brauchen auch ihren Raum, sei es für Geschäften für Nischenprodukte, Gastronomie oder zum Feiern. Und ja ich komme vom Speckgürtel und ich wohne zentrumsnah, aber so wie sich die Dinge in Chemnitz entwickeln finde ich es einfach nur als vertanes Potenzial für eine Stadt.

  • 5
    9
    994374
    06.02.2020

    Eine nachträgliche Änderung der Gebietskategorie wäre ein Betrug an denen, die auf eine ruhige Wohnlage vertrauend, vor vielen Jahren schon eine Immobilie erworben oder einen kostenintensiven Umzug in dieses Gebiet hinter sich haben.

    Und ich vermute auch, dass die, denen es auf dem Brühl zu ruhig ist, gar nicht in der Nähe wohnen. Das sieht man, wenn ab und zu eine Open Air-Veranstaltung stattfindet. Was durchaus begrüßenswert ist, da nur von Zeit zu Zeit.

    @Klemmi: Ich wusste gar nicht, dass der Brühl zu Innenstadt gehören soll.
    Offenbar wohnen Sie im Speckgürtel, da hat man natürlich andere Maßstäbe.
    Die "Innenstadt", die m.W. als "Kerngebiet" ausgewiesen ist, endet vermutlich an der "Parteisäge".

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    3
    Kastenfrosch
    06.02.2020

    Der Betreiber auf Facebook: "...auf die Frage von mir an das Bauamt, warum dies in anderen Städten funktioniert erhielt ich folgende Antwort: 'Das hat sich dort so entwickelt!'"

    Jetzt wäre Gelegenheit, in Chemnitz eine ähnliche Entwicklung anzustoßen. Oder meint das Bauamt mit der Aussage, dass es in Städten mit offenbar weniger restriktiven Auflagen verpasst wurde, solche Entwicklungen frühzeitig zu unterbinden?

  • 20
    4
    898188
    06.02.2020

    Der Herr Stadtrat Müller wieder.... "die Stadt muss handeln...". Herr Müller, Flächennutzungspläne und Bebauungspläne werden vom Stadtrat verabschiedet und nicht von der Verwaltung. Stellen Sie doch einen Änderungsantrag, handeln SIE.

  • 16
    2
    Lexisdark
    06.02.2020

    Wenn das mit der fehlerhaften Anmeldung bzw. fehlenden Genehmigung laut Stadtverwaltung stimmen sollte, wäre der Herr Beyer selbst schuld. Und auch die örtlichen Verhältnisse sind seit langem bekannt, leider wurde da nichts unternommen, was jetzt vielleicht doch noch gemacht wird. Aber zu spät für den ein oder anderen.

  • 14
    17
    Hinterfragt
    06.02.2020

    Man sollte den Kneipennostand für >Chemnitz ausrufen ...

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    Klemmi
    06.02.2020

    Ein Resultat der Stadtpolitik der letzen Jahre. Was in anderen Städten kaum möglich ist, ist in Chemnitz salonfähig: Im Zentrum wohnen, aber gleichzeitig die Ruhe wie am Stadtrand einfordern. Und die Rolle des Rathauses? Eher tölpelhaft, als engagiert. De jure hat 22Uhr am Brühl Ruhe zu herrschen, weil es verabsäumt wurde, die Widmung des Areals zu ändern. Die Folge: Immobilieneigentümer und Mieter, die in der Innenstadt ihre Ruhe haben wollen. Und mit solchen Forderungen rennt man im Chemnitzer Rathaus offene Türen ein. Ob Atomino, die aktuellen beiden Beispiele, die Streitigkeiten bzgl. des Weltecho oder allein die sinnbefreite Idee, Straßenmusik völlig aus Chemnitz zu verbannen. Mich würde nicht wundern, das selbst die Kneipenmeile auf Grund dieses Chemnitzer Kuriosums, ein Schuss in den Ofen wird. Eine Anmerkung in eigener Sache: Da das Rathaus eifrig auf die Normative pocht, dann sollte sie es in allen Fällen tun. Als Beispiel nenne ich das „ Haus des Gastes“ in Reichenbrand, wo in vielen Fällen großzügig die Sorge um die nächtliche Ruhe der Anlieger ignoriert wurde und wird. Dort hatte man allerdings nicht die Absicht einen hippen Studentenkiez zu etablieren.