Basketball-EM - und ein Küchenteam im Dauereinsatz

Die Spieler aller Mannschaften sind im selben Hotel untergebracht. Konflikte gebe es keine - nur über die Bettlänge wurde kurz nachgedacht.

Schloßchemnitz.

Im Penta-Hotel in Schloßchemnitz herrscht zurzeit Ausnahmezustand. Mehr als 300 zumeist sehr große Menschen tummeln sich in der Anlage in der Nähe der Schloßkirche und sorgen, gerade in der Küche, für Hochbetrieb. Die auf 226 Zimmer verteilten Gäste sind Spieler, Trainer und Betreuer der 16 Teams, die an der Basketball-U20-Europameisterschaft teilnehmen - und 1100 Mahlzeiten pro Tag verdrücken. "Wir verarbeiten zurzeit Unmengen an Lebensmitteln", sagt Hotelchef Falko Grober. "Die Jungs haben richtig Hunger, vor allem Kohlenhydrate und Eiweiß sind gefragt." Von 6.30 Uhr bis Mitternacht sei durchgängig ein Buffet aufgebaut.

Der Umgang mit den Sportlern sei ein "Geschäft auf Augenhöhe", sagt der 1,97 Meter große Grober. Besondere Anpassungen habe es aufgrund der großgewachsenen Gäste - der Größte ist der Schwede David Appelgren mit 2,13 Metern - aber nicht geben müssen. Man habe über Bettverlängerungen nachgedacht, der Basketballverband FIBA habe dies aber nicht für notwendig erachtet. So blieb es bei der Standard-Bettlänge von zwei Metern. "Die meisten werden ohnehin nicht ausgestreckt schlafen", vermutet Grober.

Christian Vogel, Eventmanager beim Deutschen Basketball-Bund, hat sich von Verbandsseite um die Unterkunft gekümmert. "Die Spieler laufen sich andauernd über den Weg, aber es gibt doch eine Grüppchenbildung innerhalb der Teams", hat er beobachtet. Für die Turnierzeit wurde im Hotel eine Spieler-Lounge eingerichtet. Außer Tischfußball und Tischtennis kann dort auch Playstation gespielt werden. "Das Basketball-Spiel NBA 2K ist der Renner", sagt Vogel.

Am vorigen Sonntag blieb die Spielekonsole aus - stattdessen wurde das Fußball-WM-Finale übertragen. "Als die Kroaten und Franzosen von ihren Spielen zurückkamen, ist keiner von ihnen aufs Zimmer, alle sind in die Lounge gegangen", so Vogel. Im Verlauf des Spiels sei es mehrmals so laut geworden, dass auch Gäste ohne Fußball-Interesse mitbekamen, wann ein Tor fiel. "Am Ende haben die Kroaten fair gratuliert", sagt Vogel. Generell laufe das Zusammenleben konfliktfrei ab. Nur über einen Aspekt gebe es mitunter Beschwerden: die Internetverbindung. "Damit haben wir gerechnet", so Vogel. Schließlich wollen 300 junge Leute gleichzeitig das Internet sehr intensiv nutzen. "Da darf man sich nicht wundern, wenn ein Download mal länger dauert."

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