Bastler zeigt Modelle von teils verborgenen Schlössern

Augustusburg, Moritzburg und Rochsburg sind berühmt. Bisher weniger bekannte Sehenswürdigkeiten sind in einer neuen Ausstellung zu sehen.

Burgstädt.

Die Schlösser Thammenhain und Schleinitz - wo liegen sie? Das hat sich mancher Besucher gefragt, der zur Ausstellungseröffnung am Sonntag ins Heimatmuseum in Burgstädt gekommen war. Dort stellt Horst Oschmann aus Waldenburg 65 dreidimensionale Modelle von Burgen und Schlössern aus Sachsen und Thüringen im Maßstab 1:220 aus. "Das ist meine 40. Ausstellung", sagt der 75-Jährige.

Oschmann ist gelernter Tischler. "Wahrscheinlich kommt meine Fingerfertigkeit daher", sagt der Waldenburger. Als Kind habe er in Glauchau gewohnt und mit Vorliebe das dortige Schloss aufgesucht. "Reizvoll waren für mich Blicke hinter verschlossene Türen." Auch wenn es verboten gewesen sei, sei er gern auf den Turm gestiegen und habe sich das Schloss von oben angeschaut. Schon damals sei er auf die Idee gekommen, Modelle von Schlössern und Burgen anzufertigen. Seine Leidenschaft sei auch die Modelleisenbahn gewesen. Dafür habe er Landschaften mit Brücken, Häusern und eben Schlössern gebastelt. So entstanden innerhalb von 40 Jahren 80 Modelle von Schlössern und Burgen. Dafür sei er in Sachsen und Thüringen unterwegs gewesen. "Mindestens dreimal war ich an jedem Ort", erzählt der Rentner. Er habe die Sehenswürdigkeiten fotografiert und danach Miniaturen aus Karton gefertigt. Außerdem habe er für Details Luftbildaufnahmen hinzugezogen. Mit Schere, Stiften, Lineal, Lupe, Papiermesser und Leim sind kleine Kunstobjekte entstanden, die er in Ausstellungen - auch mit Modelleisenbahnen - präsentiert.

Vor fünf Jahren habe er sein letztes Modell gebastelt: die Leuchtenburg bei Seitenroda in Thüringen. Die sanierte mittelalterliche Burganlage wird touristisch genutzt und beherbergt eine Porzellan-Ausstellung. Die Herstellung sei sehr schwierig gewesen, weil es mehrere Einzelteile gab, erläutert er. Überhaupt habe er sich immer an kleinere Bauwerke herangewagt. Größere wie die Festung Königstein seien für ihn nicht machbar gewesen. Neben den bekannten Schlössern wie Augustusburg und Moritzburg sowie der Rochsburg haben es dem Bastler weniger bekannte Sehenswürdigkeiten angetan. "Ich möchte die Besucher meiner Ausstellung neugierig machen", sagt der 75-Jährige. Auf einer Karte habe er alle Objekte eingezeichnet. So erfahren die Gäste, dass Schloss Thammenhain in der Nähe von Wurzen liegt. Die Familie der von Schönbergs lebte seit 1666 dort. Zehn Generationen sind in dem ehemaligen Rittergut aufgewachsen. Nach der Wende kehrten Nachfahren dorthin zurück. Und Schloss Schleinitz ist ein spätgotisches ehemaliges Wasserschloss in der Nähe von Meißen, erklärt Oschmann. Er habe für seine Bastelei immer gut erhaltene Objekte ausgewählt, die in einer reizvollen Umgebung liegen.

Ausstellung Geöffnet ist die Schau bis 6. Oktober im Heimatmuseum in Burgstädt, Kantor-Meister-Straße 2, dienstags und donnerstags von 10 bis 14 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

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