Bauern protestieren gegen Agrarpolitik

Feuer auf Ankerberg in Oberlungwitz geplant - Zuvor Traktorkorso

Oberlungwitz.

Nachdem Ende November Tausende Landwirte in Berlin ihren Unmut über ein neues Agrarpaket der Bundesregierung verdeutlichten, wollen auch einige westsächsische Bauern ein Zeichen setzen. Die Bewegung "Land schafft Verbindung" plant, am heutigen Samstag ein Mahnfeuer auf dem Ankerberg in Oberlungwitz zu entzünden. "Der Ankerberg wurde ausgewählt wegen seiner exponierten Lage und des weithin sichtbaren Feuers" erklärt Georg Stiegler die Wahl des Ortes. Stiegler ist Gründungsmitglied des sächsischen Ablegers der deutschlandweiten Bewegung und Chef der Waldenburger Agrargesellschaft.

Am selben Tag möchten Landwirte in ganz Deutschland Feuer entzünden. Das Mahnfeuer auf dem Ankerberg wird eines von zwei großen in Sachsen sein, so Stiegler. Aus dem Raum Westsachsen hätten sich bereits 200 Landwirte mit 50 Traktoren an der Großdemo in Berlin beteiligt. "Es betrifft alle. Das Agrarpaket würde zu einem massiven Höfesterben führen", sagt Stiegler.

Die Landwirte fordern mehr Mitsprache bei Gesetzen. Grundlage für politische Entscheidungen sollte zudem ergebnisoffene Forschung und nicht die Interessen einzelner Verbände sein. Die Bauern bemängeln auch übermäßige Bürokratie, Vorschriften und Kontrollen. Da Handwerk und Gewerbe von ähnlichen Nöten geplagt seien, laden die Landwirte auch deren Vertreter ein, dem Mahnfeuer am Samstag beizuwohnen. Bevor die Flammen ab 18 Uhr lodern, planen die Bauern einen Traktorkorso durch Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal. Stiegler hofft, so mehr Aufmerksamkeit zu erregen als durch das Aufstellen grüner Kreuze seit September. Etwa ein Drittel aller Bauern in Westsachsen habe sich an der Aktion beteiligt. Doch der Hinweis auf das befürchtete Höfe-Sterben am Straßenrand sei nur von wenigen beachtet worden.

Nach Gesprächen mit der Bauernbewegung hat zumindest Marco Wanderwitz (CDU) zugesagt, auf den Ankerberg zu kommen. Eine Rede möchte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium aber nur halten, wenn auch Vertreter anderer Parteien vor Publikum sprechen. "Dialog ist wichtiger als Reden", findet Wanderwitz, der glaubt, dass den Anliegen der Landwirte oftmals nicht genügend Wert beigemessen wird. "Allerdings", so fügt er hinzu, "müssten auch wissenschaftliche Erkenntnisse ernst genommen werden, die auf Umweltschäden schließen lassen."

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