Bauleute in Bräunsdorf stehen vor schwierigster Etappe

Arbeiten am Damm des Großteiches haben begonnen - Kritik wegen Beschilderung - Bus fährt Umleitung

Bräunsdorf.

Der Landkreis Zwickau lässt die Untere Dorfstraße in Bräunsdorf zwischen Langenchursdorfer Straße und Wendeschleife seit Sommer 2018 ausbauen. Die "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen zum aktuellen Stand des Projektes.

Worauf konzentrieren sich die Bauarbeiter zurzeit?

Auf den Bereich um den Großteich. Dort hat der technisch aufwendigste Abschnitt der Baustelle begonnen. Bohrpfähle werden in den Boden getrieben, die eine neue Stützwand bilden. Auf diese Weise wird die Voraussetzung für die Verbreiterung des Dammes am Großteich geschaffen. Um die Bohrpfähle in den Untergrund rammen zu können, wurde das Wasser des Teiches vorübergehend abgelassen. Zudem wird die nahe Brücke über den Bräunsdorf-Herrnsdorfer Bach saniert. Der Abschnitt am Teich ist deshalb gesperrt.

Welchen Einfluss hat das Wetter?

Laut Stefan Fischer von der Baufirma VSTR aus dem Vogtland stellt leichter Frost kein Hindernis dar. Erst bei Temperaturen ab minus zehn Grad werde es schwierig, mit Fertigbeton zu arbeiten. Da solche Temperaturen für die nächsten zehn Tage nicht vorhergesagt werden, ist davon auszugehen, dass keine Unterbrechung droht.

Ist der Abschnitt unterhalb der Teichmühle schon fertig?

Noch nicht ganz. Freigegeben ist bislang nur die Langenchursdorfer Straße. Die dortige Brücke über den Bräunsdorf-Herrnsdorfer Bach ist erneuert worden. Auf dem Teilstück der Unteren Dorfstraße zwischen Langenchursdorfer Straße und der Naumann-Schmiede müssen noch Gehwege gepflastert, Zufahrten angelegt und Straßenlaternen installiert werden. Nach Angaben von Bauleiter Fischer dürfen Anlieger jenen Abschnitt aber bereits befahren. Auf dem folgenden kurzen Teilstück bis zur Teichmühle muss noch Asphalt aufgebracht werden.

Warum wurde die Vorfahrtsregelung an der Einmündung der Langenchursdorfer in die Untere Dorfstraße verändert?

Zuvor war die Untere Dorfstraße die Vorfahrtsstraße, jetzt knickt diese vom Oberdorf kommend in Richtung Langenchursdorf ab. Dies entspricht auch dem Verlauf der Kreisstraße. Nach Angaben des Zwickauer Landratsamtes orientiert sich die Regelung an den vorherrschenden Verkehrsströmen. Man habe die neue Regelung mit Verkehrsbehörden und Polizei abgestimmt.

Wie ist das Unterdorf derzeit erreichbar?

Die offizielle Umleitung führt über Langenchursdorf. Einheimische Autofahrer nutzen jedoch auch einen unbefestigten Weg, der an der Wendeschleife beginnt und gegenüber der Straße Am Kirchberg in die Untere Dorfstraße mündet. Dies ist aber nach Angaben des Landratsamtes nicht erlaubt. Die Verbindung sei nur für Fußgänger vorgesehen.

Wie funktioniert die Kommunikation zwischen Anliegern und der Baufirma?

Offenbar reibungslos. "Wir haben ein gutes Verhältnis zu dem Unternehmen", sagt Egon Heinig, Eigentümer der Teichmühle. Auch Ortsvorsteher Hartmut Reinsberg lobt die Firma. Bauleiter Fischer bestätigt, dass seine Kollegen und er stets versuchten, die Wünsche der Anlieger zu erfüllen.

Leiden Gewerbetreibende unter den Bauarbeiten?

Laut Heinig ist ein geringer Rückgang der Gästezahl in der Teichmühle spürbar. Viele potenzielle Besucher wüssten nicht, ob sie die Gaststätte erreichen könnten oder nicht. Dabei stehe der Parkplatz der Teichmühle nach wie vor zur Verfügung, betont Heinig. Er zeigt sich unzufrieden mit den Schildern, die auf die Sperrung der Unteren Dorfstraße hinweisen: Es fehle ein Hinweis, bis zu welcher Stelle die Ortsdurchfahrt frei ist.

Warum wird die Buslinie 256 derzeit umgeleitet?

Weil der Bus nicht mehr am Großteich wenden kann, fährt er Bräunsdorf über die Straße Bodenreform - die deshalb zur Einbahnstraße geworden ist - an und biegt nach links in die Untere Dorfstraße ab. Schulkinder müssen an der Fleischerei aussteigen und 500 Meter bis zur Grundschule laufen. "Es ist nicht optimal, weil die Kinder die Straße überqueren müssen", sagt Michael Illgen vom Schulverein. Die Eltern hätten sich inzwischen aber mit der Situation arrangiert. Trotzdem solle es noch in dieser Woche ein Gespräch mit der Verkehrsbehörde zur Frage geben, ob die Sicherheit verbessert werden kann.

Warum wurde über die Umleitung des Busses nicht eher informiert?

Als klar war, dass es vorerst keinen strengen Frost geben wird, fiel kurzfristig die Entscheidung, die Baustelle an der Teichmühle auszudehnen.

Liegen die Bauarbeiten im Zeitplan?

Nicht ganz, aber nahezu - so beschreibt es das Landratsamt. Die Behörde hält an dem Ziel fest, das gesamte Vorhaben bis zum Jahreswechsel 2019/20 abzuschließen. jop

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