Bauprojekt noch unvollendet

Die Eibenberger Straße in Einsiedel ist erneuert worden. Doch womöglich muss sie noch einmal aufgerissen werden.

Einsiedel.

Genau 58 Grundstücke im Bereich der Eibenberger Straße in Einsiedel und 102 in Eibenberg haben vor kurzem Anschlüsse an die zentrale Abwasserentsorgung erhalten. In Verbindung mit dem 2013 begonnenen Kanalbau dafür hat die Stadt seit Ende 2014 auch die Eibenberger Straße grundhaft ausbauen lassen, für geplante 900.000 Euro.

Doch im Gegensatz zu Anwohnern und Nutzern sind Naturschützer alles andere als zufrieden mit der neuen Straße. Denn sie werden auch im nächsten Frühjahr wieder ehrenamtlich dafür sorgen müssen, dass möglichst wenig Frösche, Kröten und Molche auf der Fahrbahn durch Autos getötet werden. Tag für Tag werden sie Amphibien, von denen in dem Gebiet viele zu ihren Laichplätzen und zurück über die Straße wandern, bei Wind und Wetter einsammeln und hinüber tragen, darunter Exemplare des Kammmolchs, der in Sachsen zu den stark gefährdeten Arten zählt. Deswegen hatten Naturschützer aus Einsiedel und von den Umweltverbänden BUND und Nabu Ende 2014 gefordert, beim anstehenden Straßenbau Krötentunnel mit vorzusehen.

Doch daraus ist nichts geworden, räumt die Stadtverwaltung jetzt auf Nachfrage ein. Die Einordnung von Krötentunneln in die Straßenbaupläne sei zwar in Auftrag gegeben worden. Es sei aber nicht gelungen, mit den Eigentümern der betroffenen Grundstücke eine Lösung zu finden, die sofort umsetzbar gewesen wäre. Die Pläne würden jetzt mit dem Ziel überarbeitet, Eingriffe in privates Eigentum und öffentliche Investitionen zu reduzieren, so die Stadtverwaltung. Wie es mit den Krötentunneln weitergeht, könne erst entschieden werden, wenn die überarbeiteten Pläne voraussichtlich Ende dieses Jahres vorliegen.

Sergej Sanwand, Leiter der Chemnitzer Regionalgruppe des BUND, nennt das unverantwortlich: "Da hatte jemand im Rathaus seine Hausaufgaben nicht gemacht", wirft er der Stadtverwaltung vor. Denn bei solchen Bauvorhaben sei der Schutz bedrohter Tierarten von vornherein zu berücksichtigen.

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